24 Ballberührungen in nicht ganz einer Stunde. Das ist die Bilanz, die Ismael Saibari aus dem 0:0 auf Schalke mitnimmt – und die Grundlage für ein Urteil, das Didi Hamann am Sonntag bei „Sky90″ fällte.
24 Ballkontakte, dann Olise
Vincent Kompany hatte den Neuzugang am Samstag in der Veltins-Arena in die Spitze gestellt, mit Harry Kane zunächst auf der Bank. Der Auftrag lautete, früh die Führung zu erzwingen gegen einen Aufsteiger, der leidenschaftlich verteidigte. Nach 57 Minuten kam Michael Olise für Saibari. Getroffen hat an diesem Abend niemand.
Der Vorwurf zielt nicht auf die Leistung
Hamann nahm den Punktverlust zum Anlass für eine Kaderkritik. Bayern sei nicht besser als im Vorjahr, argumentierte er: Gekommen seien Nathaniel Brown und Saibari, bei Alphonso Davies sei intern offen, ob er zurückkehre. Vor allem fehle das Tempo, das Nicolas Jackson im Angriff gebracht habe – ein Spieler, dessen größter Fürsprecher Hamann eigenen Angaben zufolge nie war.
Daran hängt der Satz, der die Runde macht. Saibari sei ein wunderbarer Fußballer, aber schlichtweg zu langsam: „Er ist wie ein schlechter Kane.“
Die Pointe ist nicht die Beleidigung, sondern die Struktur dahinter. Wenn der etatmäßige Mittelstürmer nicht der Schnellste ist und der 50-Millionen-Backup ebenfalls nicht, dann hat Bayern keine Alternative, sondern eine Kopie. Hamann geht weiter: Die einzige Position für den 25-jährigen Marokkaner sei hinter Kane, außen sei er zu langsam – und dort sei Serge Gnabry ohnehin eine Klasse besser.
Zwei Spieltage sind ein dünnes Beweismittel
Zur Einordnung gehört, dass Bayern eine Woche zuvor 5:1 gegen den VfB Stuttgart gewonnen hatte und in der vergangenen Bundesligasaison 122 Tore in 34 Spielen erzielte. Und dass Max Eberl Hamanns wiederkehrende Bayern-Kritik einmal mit einem Tinnitus verglich, der alle drei Tage hochkomme.
Am Donnerstag empfängt der FCB zum Champions-League-Auftakt Bodø/Glimt. Saibari hat zwei Bundesligaspiele hinter sich, Hamann eine Kolumnenlaufbahn. Beide Zahlen sollte man nebeneinanderlegen, bevor man eine davon für ein Urteil hält.

