Hertha | Zwischen Dardai und Bobic stimmt es nicht – Nachfolger werden diskutiert

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News | Hertha BSC hat mit drei Niederlagen einen äußerst enttäuschenden Saisonstart hingelegt. Zuletzt sorgten Hertha-Trainer Pal Dardai und Manager Fredi Bobic mit öffentlichen Aussagen für Unruhe. Dahinter sollen zahlreiche Meinungsverschiedenheiten stecken, die das Verhältnis belasten.

Hertha: Bobic und Dardai haben unterschiedliche Vorstellungen

Es herrscht – einmal mehr – Unruhe bei Hertha BSC. Auf eine zufriedenstellende Vorbereitung folgte der harte Aufprall mit drei Niederlagen zum Bundesliga-Start. Einmal mehr lastet viel Druck auf dem Hauptstadtverein. Trainer Pal Dardai (45) ließ sich daraufhin zu bemerkenswerten Aussagen hinreißen, in den er erklärte, „keine Last“ für Hertha sein zu wollen. Der Verein suche sicher nach einem „großen Trainer“, er sei aber nur ein „kleiner“. Dardai betitelte sich somit fast schon selbst als Übergangslösung. Fredi Bobic (49), neuer Geschäftsführer Sport bei Hertha, war von Dardais Aussagen alles andere als begeistert. „Sein emotionaler Ausbruch war unnötig. Der war nicht gut. Das hat er ganz klar gesagt bekommen. Es ist jetzt nicht alles wieder in bester Ordnung, aber in der Ordnung“, stellte Bobic klar.

Bobic und Dardai sollen ein Krisengespräch geführt haben, über das Herthas Trainer im nachhinein jedoch nicht reden wollte. „Es gibt hier einen Chef. Das ist Fredi Bobic. Er soll reden“, so Dardai. Die Unruhe bei den Verantwortlichen ist zu spüren, einmal mehr erscheint die „alten Dame“ aus Berlin äußerst fragil. Laut einem Bericht der Sport Bild gab und gibt es zahlreiche Meinungsverschiedenheiten zwischen Bobic und Dardai, die das Verhältnis belasten. Dardai soll sich bezüglich der Transferpläne für diese Saison nicht vollends mit eingebunden gefühlt haben. Charakterlich schwierige Spieler wie Matheus Cunha oder Dodi Lukebakio sind zwar gegangen, der Umbruch ist für Dardai aber zu groß geworden. „Einen Umbruch nach dem Umbruch kannst du nicht machen“, erklärte der Ungar noch im Mai. Acht Neuzugänge und 14 Abgänge sprechen nicht dieselbe Sprache.

Bobic wollte Selke abgeben – Kohfeldt ein Kandidat?

Mit Myziane Maolida (22), Jurgen Ekkelenkamp (21), Oliver Christensen (22) und Stevan Jovetic (31) kamen zudem vier Spieler, die kein deutsch sprechen. Auch das wollte Dardai eigentlich verhindern, da er die große Mehrsprachigkeit in der Kabine in der letzten Saison als massives Problem ansah. Darüber hinaus war sein Fazit aus der vergangenen Spielzeit, dass Hertha nun Spieler brauche, die sofort einschlagen – direkte Verstärkungen forderte er. Bobic halte jedoch vielmehr Perspektivspieler, die erst mittelfristig helfen werden. Dass einige Transfers erst so spät abgewickelt wurden – nur zwei von acht haben die Saisonvorbereitung voll mitgemacht – wird Dardai ebenfalls nicht geschmeckt haben.

Auch die Personalie Davie Selke (26) sorgte für Streit. Dardai gilt als großer Selke-Befürworter. Dessen Mentalität und taktische Disziplin ist etwas, das Dardai sehr schätzt und unbedingt für diese Mannschaft braucht. Bobic aber überlegte, Selke abzugeben – ein Tausch mit Ishak Belfodil (29), der später zu Hertha wechselte, stand im Raum. Nur weil Selke selbst einen Wechsel ablehnte, scheiterte der Deal. Erneut wurde Dardais Meinung ignoriert.

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Taktisch sollen Bobic und Dardai ebenfalls nicht übereinstimmen. Während Bobic ein hohes Anlaufen favorisiert, will Dardai Mittelfeldpressing spielen lassen. Es gilt als verbrieft, dass Bobic im Sommer Roger Schmidt (54) angefragt haben soll, der aber bei der PSV Eindhoven bleiben wollte. Schmidt steht für den Fußball, den Bobic gerne bei Hertha sehen würde. Es verhärten sich somit die Eindrücke, Hertha hat mit Pal Dardai weitergemacht, weil er einfach nur nicht die richtige Alternative bereitstand – kein guter Untergrund für eine Zusammenarbeit. „Wir suchen keinen Trainer“, beteuerte Bobic zuletzt. Angeblich geistern aber bereits Namen von potenziellen Dardai-Nachfolgern durch die Berliner Geschäftsstelle – Florian Kohfeldt (38) soll ein Kandidat sein.

Foto: IMAGO

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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