Geht Hütter als Gladbach-Trainer in die Rückrunde? Das Streitgespräch!

Adi Hütter
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Borussia Mönchengladbach hat es derzeit nicht leicht. Auf dem Platz, weil die Mannschaft Spiel um Spiel verliert und auch neben dem Platz, weil Adi Hütter, der erst im Sommer als Trainer vorgestellt wurde, derzeit in der Kritik steht. Sein Stuhl wackelt offiziell zwar noch nicht, aber klar ist und bleibt, dass Fußball ein Ergebnissport ist.

Wackelt Hütter als Trainer von Gladbach?

Mit vielen Hoffnungen war die Anstellung von Adi Hütter als Trainer von Borussia Mönchengladbach verbunden. Es sollte Ruhe einkehren bei den Fohlen. Ansätze waren da, unter anderem gab es ein furioses wie rückblickend auch wirklich absurdes 5:0 im DFB-Pokal gegen den FC Bayern. Die letzten Spiele verliefen aber fatal. 1:4 in Köln, 0:6 gegen Gladbach, 1:4 in Leipzig, 2:3 gegen Frankfurt: Die Talfahrt der Fohlen scheint aktuell kein Ende zu finden. Natürlich sind alle in der Pflicht, das betonte auch Sportdirektor Max Eberl zuletzt.



Doch zu „allen“ gehört eben auch der Trainer. Adi Hütter benötigt Punkte, möglichst schon gegen Hoffenheim. Nach der Winterpause warten nämlich der FC Bayern auswärts und Bayer Leverkusen auf die Fohlen. Eine Niederlage gegen Hoffenheim würde bedeuten, dass man sich in Mönchengladbach zunächst einmal eher mit dem Abstiegskampf als mit den schönen Tabellenregionen beschäftigen muss. Eberl will den Weg gemeinsam gehen, doch es gibt Momente, da kommt ein Projekt an seine Grenzen. Wann ist das der Fall?

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Gladbach: Eberl steht zu seinem Wort – Hütter bleibt

Definitiv gibt es mehrere Personen, die für die Situation rund um die Fohlen aktuell verantwortlich sind. Und Adi Hütter gehört natürlich auch dazu. Allerdings sollten einige Dinge nicht vergessen werden. Im Sommer wurde Max Eberl dafür gefeiert, dass die Fohlen viele Spieler behalten konnten, die sich mit Abgangsgerüchten konfrontiert sahen. Denis Zakaria, Matthias Ginter & co. blieben in Gladbach. Und damit auch die Probleme. Schon unter Marco Rose zeigte sich die Mannschaft häufig nicht gerade konstant, machte immer wieder die gleichen Fehler. Diese wiederholen sich. Es ist nicht immer von Vorteil, wenn der Kern einer Mannschaft zusammenbleibt.

Heißt: Max Eberl dürfte erkannt haben, dass Impulse fehlten. Frische Kräfte, die die Mannschaft weiterbringen können. Vielleicht war die positive Stimmung rund um den nicht erfolgten Umbruch trügerisch. Der Umbruch hätte erfolgen müssen. Dass Hütter die Mannschaft motiviert und erreicht, ist zu erkennen. Eine Talfahrt mit 14 Gegentoren aus drei Spielen gab es natürlich, aber das Spiel gegen Frankfurt war abgesehen von strukturellen Problemen nicht schlecht.

Natürlich wäre die Winterpause ein Zeitpunkt, um einen Trainer zu entlassen. Doch Eberl sprach zuletzt von einem gemeinsamen Weg, einer Idee, die umgesetzt werden soll. Es ist wahrscheinlicher, dass die Fohlen im Winter auf dem Transfermarkt zuschlagen, den ein oder anderen jungen Spieler mehr integrieren und vielleicht einen Spieler wie Zakaria, dessen Vertrag ohnehin ausläuft, schon frühzeitig verkaufen. Hütter bleibt – auch bei einer Niederlage.

Die Hoffenheim-Niederlage sorgt für ein frühes Ende

Platz 13, 18 Punkte nach 17 Spielen und nur ein Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Für Borussia Mönchengladbach liegt zu Weihnachten der Abstiegskampf unter dem Baum.

Dabei sollte im Sommer eigentlich alles besser werden. Der Kern der Mannschaft blieb zusammen. Dazu verpflichtete der Verein mit Adi Hütter einen Trainer, der nachweislich Europa kann. Eintracht Frankfurt führte Hütter 2018/19 ins Europa-League-Halbfinale, scheiterte dort erst im Elfmeterschießen am späteren Titelgewinner Chelsea.

Doch Borussia Mönchengladbach und Adi Hütter, das scheint einfach nicht zu passen. Mehrfach zeigte die Mannschaft in der laufenden Saison vielversprechende Ansätze, konnte darauf allerdings nie aufbauen. Einem 1:1 gegen den FC Bayern am 1. Spieltag folgten ein 0:4 in Leverkusen und ein 1:2 an der alten Försterei. Nach Siegen gegen Borussia Dortmund (1:0) und in Wolfsburg (3:1) kam man gegen den VfB Stuttgart nicht über ein 1:1 hinaus und verlor bei einer biederen Hertha 0:1. Auch die Tatsache, dass man dem Rekordmeister mit einem 5:0 seine höchste Pokalniederlage aller Zeiten zufügte, sorgte nur kurzzeitig für Verbesserung.

Mit dem 2:3 gegen Hütters ehemaligen Arbeitgeber Frankfurt kassierte Borussia Mönchengladbach bereits die vierte Niederlage am Stück. Mehr noch als viermal in Folge verloren zu haben, besorgt jedoch das Zustandekommen der Ergebnisse. Im Derby erzielte man den Ausgleich – und kassierte noch drei Gegentore in der Schlussviertelstunde. Gegen den SC Freiburg lag Gladbach zuhause nach 19 Minuten 0:4 zurück. In Leipzig setzte es zwei Gegentore in der Nachspielzeit und gegen Frankfurt hielt der Ausgleich durch Ramy Bensebaini gerade einmal 68 Sekunden lang.

An mangelnder individueller Qualität sind solche Ergebnisse nicht festzumachen, schließlich setzte sich dieselbe Mannschaft vergangene Saison noch in einer Champions-League-Gruppe mit Real Madrid, Inter und Shakhtar Donezk durch. Daher wird auch für den sonst ruhigen und bedachten Max Eberl feststehen, dass die Tage von Adi Hütter als Gladbach-Trainer nach der Partie in Sinsheim gezählt sind. Jetzt noch einen Trainerwechsel vorzunehmen, wäre so kurz vor Weihnachten stillos und aktionistisch.

Die erste Partie 2022 führt die Borussia jedoch nach München. Eberl kennt den FC Bayern und weiß, dass Abende wie der im DFB-Pokal früher oder später zu unangenehmen Konsequenzen führen. Um diese schon am 7. Januar zu verhindern und einen kompletten Fehlstart ins Jahr 2022 zu vermeiden, wird Eberl nach Weihnachten einen neuen Impuls setzen und Hütter entlassen.

Victor Catalina

(Photo by Thomas Eisenhuth/Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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