Leverkusen vs. Bayern: Spitzenspiel mit Spektakelpotential

Vorschau

Vorschau | Im Spitzenspiel des 8. Spieltags empfängt der Tabellenzweite Leverkusen den -ersten, FC Bayern. Auf dem Tablett liegt die Tabellenführung. Während sich Gerardo Seoane optimistisch gibt, gilt es für Julian Nagelsmann und die Seinen, mit einem Sieg den stürmischen Herbst abzuwenden.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 15:30 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Bayer 04 Leverkusen: Seoane sorgt für Optimismus unterm Bayer-Kreuz 
  • FC Bayern München: Knackpunkt Restverteidigung 
  • Niederlagen-Doppelpack: Macht es Nagelsmann besser als Kovač und Flick?

Bayer 04 Leverkusen: Bereit, auch für die großen Aufgaben

Die Stimmung unterm Bayer-Kreuz könnte momentan kaum besser sein. Mit Ausnahme des 1:1 an der alten Försterei am 1. Spieltag sowie der 3:4-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund gab es ausschließlich Pflichspielsiege. Zuletzt zweimal in Folge ein 4:0, im Celtic Park und auf der Bielefelder Alm.

16 Punkte nach sieben Spieltagen sind die höchste Ausbeute seit 2013/14 unter Sami Hyypiä (48/18 Punkte), die in dieser Zeit 20 erzielten Tore neuer Vereinsrekord. „Wir stellen an uns den Anspruch, gegen die Topmannschaften bestehen zu können. Wir wissen, dass wir an einem guten Tag eine gute Leistung bringen und ein positives Resultat machen können“, gibt sich Gerardo Seoane (42) optimistisch. Gleichzeitig achtet der Schweizer auch darauf, nicht zu viel Druck auf die Mannschaft auszuüben: „Ich bin nicht der Meinung, dass ein einziges Spiel ein Wendepunkt in der Entwicklung einer Mannschaft sein kann – egal wie das Spiel am Sonntag ausgeht.“

Vielmehr gehe es darum, es dieses Mal besser zu machen, als noch gegen Borussia Dortmund, sich Stück für Stück zu entwickeln. In Leverkusen sprechen sie dahingehend aus Erfahrung. Letzte Saison vor dem 13. Spieltag gab es dieselbe Situation, mit vertauschten Rollen: Bayer Erster, Bayern Zweiter. Zwölf Sekunden vor Schluss traf Robert Lewandowski (33) zum 1:2. Ein Tor, das die Leverkusener Saison gänzlich entgleisen ließ. Man verspielte die Champions League und fuhr letztlich auf Platz 6 ein.

Photo by Joosep Martinson/Getty Images

Damit Bayer am Sonntagnachmittag ein besseres Ergebnis einfahren kann, muss die Mannschaft, so Seoane, einen besonderen Spagat hinbekommen: „Mut und Aggressivität, um gegen die Bayern hoch zu pressen“ auf der einen Seite. Gleichzeitig aber auch „das Verständnis, um tief zu verteidigen“.

Zum X-Faktor könnte einmal mehr Florian Wirtz werden. Vier Treffer und fünf Assists stehen für den 18-jährigen Nationalspieler bislang zu Buche. Dass auch der FC Bayern ein Auge auf ihn geworfen hat, ist ein offenes Geheimnis. Auf die Frage, ob Wirtz der talentierteste junge Spieler ist, den Seoane jemals trainiert habe, sagte Leverkusens Coach im DAZN Matchday Feature: „Ja, auf jeden Fall! Vor allem, weil er sehr wenig Zeit gebraucht hat, um vom Nationalspieler zum Führungsspieler auf dem Platz zu werden. Die Effizienz, dass er praktisch bei jedem zweiten Tor direkt beteiligt ist, ist beeindruckend.“

Bayer ist bereit für den bisherigen Härtetest dieser Saison – auch personell. Lediglich die Langzeitverletzten Julian Baumgartlinger (33/Trainingsrückstand) und Timothy Fosu-Mensah (23/Trainingsrückstand) werden ausfallen. Edmond Tapsoba (22) wird nach Syndesmoseriss voraussichtlich erstmals wieder im Kader stehen. Zudem kann Seoane auch auf seine Südamerika-Fraktion aus Exequiel Palacios (23), Lucas Alario (29) und Piero Hincapie (19) zählen.

Die Stimmung unterm Bayer-Kreuz, sie könnte im Moment kaum besser sein. Und die Vorzeichen, dass sie es auch bleibt, sind da.

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FC Bayern München: Kann der Rekordmeister den stürmischen Herbst abwenden?

Auch für den FC Bayern verlief diese Spielzeit bisher nach Maß. Unentschieden am 1. Spieltag in Mönchengladbach (1:1). Aber ansonsten wusste die Mannschaft von Julian Nagelsmann (34) vor allem in den großen Partien zu überzeugen. Borussia Dortmund (3:1), RB Leipzig (4:1) sowie der FC Barcelona (3:0) wurden allesamt souverän besiegt. Auch gegen Dynamo Kiev feierte man ein 5:0.

Doch dann, doch dann. Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, 1:0-Führung. Die Situation war wie gemalt für den nächsten Erfolg, hätten Martin Hinteregger (29) und Filip Kostić (28) nicht etwas dagegen einzuwenden gehabt. Erstmals seit dem 27. März 2010, einem 1:2 gegen den VfB Stuttgart, verlor der FC Bayern wieder ein Bundesliga-Heimspiel trotz eigener Führung.

Und da der Seismograph an der Säbener Straße besonders sensibel eingestellt ist, drangen während der Länderspielpause allerlei Gerüchte nach außen: Wie zum Beispiel, dass sich Robert Lewandowski nach Berichten der Bild mehr Zuspruch und Anerkennung vom eigenen Verein in Form eines neuen Vertrags erhofft. Dass intern der Name Erling Haaland (21) diskutiert wurde, soll dem amtierenden Weltfußballer, der seit mittlerweile drei Spielen auf einen Treffer wartet, besonders missfallen. Auch ein Abgang 2022 soll laut des Berichts nicht mehr ausgeschlossen sein. Von Präsident Herbert Hainer (67) gab es postwendend Widerspruch: „Ich habe ihn vor einer Woche getroffen, da habe ich überhaupt nichts davon gemerkt. Lewandowski weiß, wie wir ihn wertschätzen, er ist der weltbeste Stürmer.“

 

 

 

Innerhalb der Mannschaft, so Julian Nagelsmann, habe man das Frankfurt-Spiel nochmal gründlich aufgearbeitet. Seine Vorgänger Niko Kovač (50/0:2 vs. Hertha, 0:3 vs. Gladbach) und Hansi Flick (56/1:2 vs. Leverkusen, 1:2 vs. Galdbach) ließen ihrer ersten Pflichtspielniederlage mit den Münchenern gleich am nächsten Spieltag auch die zweite folgen. Das will Nagelsmann unbedingt vermeiden. Schon bei den Siegen in Fürth (3:1) und gegen Dynamo Kiev gab es „Situationen, die wir nicht optimal gelöst haben.“

Genauer ging es „um Positionen in Ballbesitz“. Insbesondere darum, den Ball im Gegenpressing rechtzeitig wieder zurückzuerobern. „Die Aktivität im eigenen Ballbesitz beeinflusst automatisch die Aktivität bei Ballverlust. Wenn du mit Ball ein gutes Aktivitätsniveau hast, wirst du so gut stehen, dass du den Ball schnell wieder kriegst.“ Besonders gegen Leverkusens Raketen auf den Außenbahnen wird das zum Thema werden. Mit Steckpässen oder Chipbällen hinter die letzte Reihe hatten die Münchener immer wieder Probleme in der jüngeren Vergangenheit. Deshalb wird in Leverkusen „die Restverteidigung sehr wichtig sein“, so Nagelsmann.

Es ist – auch für den FC Bayern München – die größte Prüfung der noch jungen Saison. Ein Sieg würde nach dem Rückschlag gegen Eintracht Frankfurt wieder für ruhiges Wetter sorgen. Ansonsten könnte es ganz schnell ganz herbstlich werden.

Prognose

Zwei empfängt Eins. Demzufolge darf man ein hochklassiges Spiel erwarten, ein spektakuläres, mitunter auch torreiches. Beide Mannschaften stehen für gepflegten, temporeichen Offensivfußball. Es wird spannend zu sehen sein, wer dieser Partie eher seinen Stempel aufdrücken kann und inwiefern sich der FC Bayern von der jüngsten Niederlage beeinflussen lässt. Wie es ausgehen wird, kann man im Vorfeld noch nicht seriös prognostizieren, alles ist denkbar. Typisch Spitzenspiel eben.

 

 

 

Mögliche Aufstellungen:

Bayer 04 Leverkusen: Hrádecký – Frimpong, Kossounou, Tah, Bakker – Demirbay, C. Aranguiz – Adli, Wirtz, Diaby – Schick

FC Bayern München: Neuer – Süle, Upamecano, L. Hernández, Davies – Kimmich, Goretzka – Gnabry, T. Müller, L. Sané – Lewandowski

Photo by Lars Baron/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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