Bundesliga: Leverkusen oder Gladbach – Wem gelingt der erste „Dreier“?

Seoane (Leverkusen) im Gespräch mit Tah und Co.
Vorschau

Vorschau | Sowohl Bayer 04 Leverkusen als auch Gladbach wollen am Samstag im Topspiel den ersten Dreier der Saison einfahren. Gelingt es einem der beiden Teams oder läuft es erneut auf ein Unentschieden hinaus?

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 18.30 Uhr, live auf Sky.

  • Bayer 04 Leverkusen: Verletzungssorgen vor Ligastart
  • Wer fährt die ersten drei Punkte der noch jungen Saison ein?
  • Borussia Mönchengladbach: Fortsetzen des positiven Trends

Seoane drückt Leverkusen seine Handschrift auf

Trotz des am Ende vielleicht ernüchternden Resultats gegen Union Berlin (1:1) konnte Bayer Leverkusen auch viel Positives aus der Begegnung mitnehmen. Beispielsweise, dass die Handschrift des neuen Trainers Gerardo Seoane (42) nicht nur sichtbar, sondern auch deutlich spürbar war und ist. „Viel Ballbesitz, viele Torchancen für uns“, stellte Seoane nach der Partie im Gespräch mit der ARD fest.



In der Tat sprechen auch die Zahlen Bände. 67 Prozent Ballbesitz, 16 zu acht Torschüsse, sechs zu eins Ecken, Leverkusen hat die Partie nicht nur optisch dominiert. Allerdings war die Werkself „nicht effizient“ genug, wie der 42-Jährige richtig erkannte. Der neue Ansatz von Seoane ist klar: schneller, kombinationssicherer und -reicher Fußball soll zum Erfolg führen. Die Spieler dazu finden sich in den Reihen von Bayer. Sollte gegen Gladbach nun auch die Effizienz stimmen, dürfen wir uns auf Einiges freuen.

Bayer 04 mit Transfer-Doppelpack

Gegen Union formten Neuzugang Odilon Kossounou (20) und Jonathan Tah (25) die Innenverteidigung. Durch den langfristigen Ausfall von Edmond Tapsoba (22) stand mit Panagiotis Retsos (23) nur noch ein weiterer Innenverteidiger im Aufgebot von Leverkusen. Darum legte Geschäftsführer Sport Simon Rolfes (39) nun noch einmal nach. Aus Argentinien wurde der hoch veranlagte Piero Hincapié (19) verpflichtet. Lässt man Retsos, der eigentlich ein Streichkandidat sein soll, außen vor, dann stellt Leverkusen im Durchschnitt das jüngste Innenverteidigeraufgebot der Liga (21,5 Jahre).

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Fast zeitgleich zur Hincapié-Verpflichtung vermeldete Leverkusen auch den Zugang von Mittelfeldspieler Robert Andrich (26). Der 26-Jährige ist in erster Linie ein Spieler für die Breite, schließlich tanzt Bayer 04 auf insgesamt drei Hochzeiten: DFB Pokal, Bundesliga und Europa League. Bei beiden Neuzugängen wird man wohl auf den ersten Startelfeinsatz noch etwas warten müssen, allerdings ist vor allem Hincapié ein Versprechen für die Zukunft. Für das Duell gegen Gladbach wird von den beiden wahrscheinlich nur der junge Mann aus Ecuador eine Option sein. Andrich ist aufgrund von Adduktorenbeschwerden noch fraglich. Ebenfalls ausfallen werden der Langzeitverletzte Timothy Fosu-Mensah (23), Youngster Florian Wirtz (18), Tapsoba, Lucas Alario (28) sowie Karim Bellarabi (31).

Mönchengladbach: Furios gegen Bayern, Bestätigung gegen Leverkusen

Das Remis gegen den FC Bayern München (1:1), war es nun glücklich oder doch zu wenig? „Wir hatten heute Yann Sommer im Tor, der sensationell gehalten hat. Wir hatten hinten raus aber auch noch Chancen, um das Spiel zu gewinnen“, sagte etwa Kapitän Lars Stindl (32) nach der Partie. Das Aufeinandertreffen zwischen dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach war eines Eröffnungsspiels würdig, nun gilt es diese Leistung gegen Leverkusen zu bestätigen. Diesmal auswärts.

Lars Stindl (Gladbach) verzweifelt

Photo by Imago

Im Gegensatz zum kommenden Gegner wird sich Gladbach voll und Ganz auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren können. Das könnte im weiteren Saisonverlauf noch wertvoll werden. Klammert man Hannes Wolf (22) der bereits in der vergangenen Saison auf Leihbasis bei den Fohlen spielte aus, wurde mit Luca Netz (18) lediglich ein externer Neuzugang verpflichtet. Allerdings hat sich die Mannschaft auch kaum verändert. Mit Oscar Wendt (35) verabschiedete sich nur ein Spieler, der auf regelmäßige Einsatzzeiten kam. Der „große“ Transfer des Sommers war die Verpflichtung des neuen Trainers Adi Hütter (51).

Scally nach ansprechender Leistung auch gegen Bayer 04 links eine Option

Der Österreicher macht bislang bei Gladbach da weiter, wo er mit Eintracht Frankfurt aufgehört hatte: Gutes Umschaltspiel, offensive Ausrichtung mit Ertrag. Geht diese Entwicklung weiter, würde es nicht verwundern, wenn die Fohlen im nächsten Jahr wieder international unterwegs sind. In der Liga traf Hütter bislang sechsmal auf die Werkself. Die Bilanz ist ausgeglichen, dreimal musste seine Mannschaft sich geschlagen geben, dreimal ging sie als Sieger vom Platz. Die Duelle hatten es in sich, in jeder Partie fielen drei oder mehr Tore (insgesamt 24), im Schnitt vier Treffer pro Spiel.

Allerdings standen bei Leverkusen in dieser Zeit verschiedene Trainer an der Seitenlinie. Darüber hinaus hatte Hütter andere Spieler unter seinen Fittichen. Dennoch dürfte es ein vielversprechendes Duell werden. Beide Mannschaften wollen Fußball spielen und sind weit entfernt davon, ein Spiel nur verwalten zu wollen. Gegen Leverkusen wird Hütter hinten links wohl erneut auf den jungen Joe Scally (18) setzen, der eigentlich auf der rechten Seite zu Hause ist. Ramy Bensebaini (26), nomineller Stammspieler, fällt noch aus, ein Startelfeinsatz von Neuzugang Netz kommt wohl (noch) zu früh. Scally hätte sich einen erneuten Einsatz verdient, da er seine Sache gegen den deutschen Rekordmeister sehr ordentlich gemacht und Leroy Sané (25) weitestgehend kaltgestellt hatte.

Joe Scally (links, Gladbach) Leroy Sané (rechts, Bayern) im Zweikampf

Photo by Imago

Neben Bensebaini fällt mit Breel Embolo (24) ein weiterer Leistungsträger aus. Der hochveranlagte Youngster Manu Koné (20), der im Januar verpflichtet, aber direkt an den FC Toulouse verliehen worden war, fehlt ebenfalls.

Prognose

Die Partie dürfte Einiges für den allgemeinen Fußballfan bereithalten. Beide Trainer stehen für guten, schnellen Fußball und werden nach den Auftaktunentschieden ihrer Teams nun die ersten drei Punkte einfahren wollen. Gegen eine junge Leverkusener Abwehr könnte sich die Erfahrung eines Stindl oder Pléa bezahlt machen. Am Ende werden beide Mannschaften weiter auf ihren ersten Dreier warten müssen.

Mögliche Aufstellungen

Bayer 04 Leverkusen: Hradecky – Frimpong, Kossounou, Tah, Bakker – Aránguiz, Palacios – Diaby, Demirbay, Amiri – Schick

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Scally – Kramer, Neuhaus – Herrmann, Stindl, Wolf – Pléa

Photo: Matthias Koch / Imago

Sarom Siebenhaar

Die Oranje-Connection entfachte seine Leidenschaft für den HSV. Durch zahlreiche Tiefen schmecken die vereinzelten Höhen umso süßer. Schätzt attraktiven Offensivfußball genauso wie kämpferische Höchstleistungen. Internationaler Top-Fußball findet sich nicht nur in den Big Five. Seit 2021 bei 90PLUS.

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