Manchester City empfängt den BVB: Hoffen auf Haaland und ein Fußballwunder

Vorschau

Vorschau | Im Viertelfinale der Champions League trifft ein glänzend aufgelegtes Manchester City auf einen taumelnden BVB. Um auf Punkte im Etihad zu hoffen, bracht Dortmund Glück und Erling Haaland.

Anpfiff der Partie ist am Dienstag, 21:00 Uhr, Live bei DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat) und in der Sky-Konferenz.

  • Manchester City in herausragender Form
  • BVB mit erneutem Rückschlag in der Bundesliga
  • Kann Haaland für die große Überraschung sorgen?

Vor der Partie zwischen Manchester City und dem BVB haben wir uns außerdem die Einschätzungen vom, in England lebenden, freien Sportjournalisten Hendrik Buchheister eingeholt.

Manchester City: Sieg auf Sieg

In den letzten 28 Pflichtspielen musste sich Manchester City einmal geschlagen gebe. Im Manchester Derby gegen den Stadtrivalen Manchester United gab es eine Niederlage zu verzeichnen. Alle anderen 27 Spiele wurden gewonnen. Nicht einmal ein Unentschieden schwächt diese beeindruckende Statistik ab. Manchester City marschiert unbarmherzig von Erfolg zu Erfolg, die Meisterschaft in England ist de Facto entschieden. Nach einigen historischen Leistungen unter Pep Guardiola (50) wirkte die letzte Spielzeit fast irdisch. Doch jetzt ist man wieder da, wo man in den Jahren zuvor war: Unantastbar und fast unbesiegbar.

Es gibt keine Mannschaft in Europa, die eine solche Punkteausbeute vorweisen kann und alleine deshalb ist die Favoritenfrage vor dem heutigen Champions-League-Spiel schnell geklärt. Zum Aufwärmen für die Königsklasse besiegte man am letzten Spieltag der Premier League Leicester City mit 2:0. Eine Mannschaft die von Form und Ausrichtung her durchaus eine Gefahr hätte sein können. Doch es läuft einfach rund für die Skyblues. Selten dürfte die Zuversicht im Umfeld größer gewesen sein, endlich den langersehnten Champions-League-Titel gewinnen zu können.

Endlich steht die Defensive

Der Mannschaftsteil, in dem bei weitem am meisten Geld investiert wurde, seit Guardiola das Steuer in Manchester übernahm, war ironischerweise oft der Stolperstein für City. Jahr für Jahr verstärkte man die Defensive, Jahr für Jahr leisteten sich die Verteidiger ihre Wackler. Doch im letzten Sommer scheint man mit Ruben Dias (23) tatsächlich die richtige Lösung gefunden zu haben. In dieser Spielzeit ist die Verteidigung das Prunkstück des designierten, englischen Meisters. 21 Gegentore nach 31 Ligaspielen sind eine Benchmark und der mit Abstand beste Wert der Liga. Wie auch einige andere, hochklassige Trainer, scheint Pep in diesem sehr engen Spielplan den Schlüssel zum Erfolg vor allem in einer bombensicheren Defensive zu sehen und hat diese geliefert.

Spannenderweise setzt man bei den Citizens offensiv in diesem Jahr kaum auf wirkliche Mittelstürmer. Die berühmte „Falsche Neun“ kennt man aus Guardiolas Zeiten beim FC Barcelona, doch die damalige taktische Revolution ist eigentlich im internationalen Vergleich abgeklungen. Viele, auf europäischer Ebene erfolgreiche Vereine (wie auch der BVB) setzen wieder vermehrt auf abschlussstarke, durchsetzungsfähige Stürmer. Nicht so Manchester City. Die Mannschaft ist im eigenen Ballbesitz ein quasi unkontrollierbares, perfekt eingestelltes Kollektiv. Jeder Gegner kann und wird auseinander kombiniert. Und wenn dann eben ein herausragend aufgelegter Ilkay Gündogan (30) zum besten Torschützen der Mannschaft heranreift, ist dies kein Zufall. Diese Mannschaft ist in dieser Form nicht mehr auf Abschlussspieler wie Sergio Agüero (32) angewiesen.

Borussia Dortmund: Keine Geschlossenheit

Ein 2:2 gegen Köln vor der Länderspielpause sowie die 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende haben beim BVB mal wieder für ein ordentliches Knirschen in der Stimmung gesorgt. Gerade die Tatsache, dass man sich mit den letzten beiden Ergebnissen den Weg in die Champions League des nächsten Jahres enorm erschwert hat, trifft schwer. Dennoch ist bei Schwarzgelb rechnerisch noch eine sehr gute Saison möglich. Im Viertelfinale der Champions League vertreten, eine gute Chance auf ein Pokalfinale, ein möglicher Saisonendspurt in die Königsklasse. Doch diese nüchternen Fakten geben beileibe nicht alles wieder, was in dieser Spielzeit schon schief lief.

Für eine Mannschaft mit dem zugesprochenen Potential und diesen Kaderkosten ist es schlicht schon eine große Enttäuschung, überhaupt um einen Champions League Platz kämpfen zu müssen. Ab davon haben sich immer wieder zwei große Probleme herauskristallisiert, die die Hoffnungen auf einen positiven Saisonausklang zurecht minimieren. Zuerst, das muss man nach bis jetzt zehn Bundesliganiederlagen festhalten, erfüllen viele Spieler nicht die Ansprüche. Hat man zu Saisonbeginn noch neidisch auf die Kaderbreite des BVB geschaut, ist diese hinfällig, wenn Spieler wie Giovanni Reyna (18) und Julian Brandt (24) aufgrund ihrer jetzigen Form hinter Ansgar Knauff (19) und Steffen Tigges (22) aus der Jugend zurückfallen. Zum zweiten resultierten fast alle Positiverlebnisse dieser Saison aus individueller Klasse einzelner Akteure. Eine herausragende Mannschaftsleistung, wie man sie wohl gegen Manchester City benötigen würde, ist lange her.

Gabriel Boia EIBNER-PRESSEFOTO Witters

BVB: Haaland – nur Haaland

Auch schon im Achtelfinale gegen Sevilla schwamm man teilweise gewaltig, doch man konnte sich auf die Treffsicherheit von Erling Haaland (20) verlassen. Der Norweger ist schon jetzt einer der besten Stürmer Europas, wenn man den Shootingstar in Kontersituationen eingebunden bekommt, bekommt man Tore geliefert. Doch genau daran dürfte im Gegensatz zum Achtelfinale nun kranken. Haaland braucht die Bälle in die Schnittstelle, er braucht die „Fütterung“ seiner Mitspieler. Deshalb wiegt die Verletzung von Jadon Sancho (21) so schwer für die Borussia. Mit seiner hohen Qualität und seiner guten Form wäre eine Kombination aus dem größten englischen und norwegischen Talent wohl selbst für die Skyblues eine Bedrohung gewesen. Ohne seinen kongenialen Partner, zwischen all den formschwachen oder unerfahrenen Offensivleuten büßt aber selbst Haaland einiges an Schrecken ein.

Man muss nicht lange drum rum reden. Selbst in guter Verfassung könnte man dem BVB nur eine Außenseiterrolle in diesem Aufeinandertreffen zugestehen. Im jetzigen, fragilen Zustand wird man zwei Jahrhundertspiele benötigen um sich den Einzug ins Halbfinale doch noch zu erarbeiten. Auch die Außenverteidiger-Positionen machen Sorge. Auf der rechten Abwehrseite hat man es gegen die Eintracht mit fehlendem Erfolg mit Emre Can (27) versucht, auf der linken Seite wird man heute wohl den wiedergenesenen Raphael Guerreiro (27) beobachten können. Um irgendwie um den Sieg mitzuspielen wird der BVB auf zwei Faktoren hoffen müssen: Unbedingte Effektivität in der Offensive. Man wird nicht viele Möglichkeiten bekommen und muss wohl jede nutzen, und ein wenig Pech beim Gegner. Wenn Manchester City in den letzten Jahren verlor, dann meist weil man zu viele Abschlusschancen liegen ließ.

Drei Fragen an Hendrik Buchheister:

1. Manchester City marschiert wieder unbarmherzig durch die Premier League. Was ist der Schlüssel zur neuerlichen Übermacht nach der eher „irdischen“ letzten Saison?

Wenn man nach Schlüsselspielern sucht, spricht man meistens über Spielmacher oder Stürmer, doch bei Manchester City ist das anders. Die Verpflichtung von Abwehrchef Rúben Dias nach dem verkorksten Saisonstart war entscheidend dafür, dass die Himmelblauen mittlerweile wieder unantastbar sind. Die stabile Defensive ist Manchester Citys größter Vorteil im Vergleich zur abgelaufenen Spielzeit. Dazu kommt, dass im Grunde jeder Spieler (außer Dias) austauschbar ist. So fiel zum Beispiel nicht auf, dass zwischenzeitlich Kevin De Bruyne und lange Sergio Agüero fehlten, denn Ilkay Gündogan entdeckte plötzlich seine Torjäger-Qualitäten und die Mannschaft kann dank Spielern wie Phil Foden, Riyad Mahrez, Bernardo Silva oder Raheem Sterling auch ohne echten Stürmer spielen. Die Abwesenheit eines Konkurrenten um den Titel (wie in den vergangenen Jahren Liverpool) trägt ebenfalls zu Manchester Citys Übermacht in der Premier League bei.

2. Unter Guardiola spielten die Citizens schon einige historische Spielzeiten. Ist das aktuell das beste Team, seit der Spanier übernahm? Welche Gründe führen zu deiner Antwort?

Abwarten. Das Maß der Dinge bleibt für mich die 100-Punkte-Mannschaft der Saison 2017/2018 – zumindest erstmal. Entscheidend für die Bewertung wird sein, ob es Manchester City in dieser Spielzeit endlich gelingt, die Champions League zu gewinnen. Das Zeug dazu hat die Mannschaft. Allerdings war das auch in den vergangenen Jahren schon der Fall. Guardiola stand sich immer selbst im Weg.

3. Der BVB taumelt durch die Liga, die Favoritenrolle ist klar verteilt. Siehst du überhaupt Außenseiterchancen und wenn ja: Warum?

Klar, Manchester City ist Favorit, trotzdem darf man Dortmund nicht abschreiben – aus zwei Gründen. Grund eins ist die traumatische Champions-League-Geschichte der Himmelblauen unter Guardiola. Grund zwei ist Erling Haaland. Er kann jedem Gegner weh tun.

Prognose

Im Fußball ist alles möglich. Doch wenn sich die Partie auch nur ein wenig so entwickelt wie man es erwarten kann, wird Manchester City gewinnen.

Mögliche Aufstellungen

Manchester City: Ederson, Cancelo, Dias, Stones, Mendy, Rodri, Gündogan, De Bruyne, Silva, Sterling, Foden

Borussia Dortmund: Hitz, Morey, Hummels, Akanji, Guerreiro, Can, Delaney, Hazard, Dahoud, Reus, Haaland

Weitere Vorschauen zum aktuellen Spieltag

Foto: Ralf Ibing firo Sportphoto

Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

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