Prozess um die Altersgrenze: Gute Chancen für Gräfe

Gräfe Klage DFB
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News | Mit 47 Jahren war für Bundesliga-Schiedsrichter bislang stets Schluss. Gegen die vom DFB eingeführte Altersgrenze klagt Manuel Gräfe, der jüngst seine Laufbahn beenden musste – mit ansprechenden Erfolgsaussichten.

Gräfe-Klage: Experte sieht DFB-Altersgrenze als Diskriminierung an

Manuel Gräfe (47) machte sich mit herausragenden Leistungen auf dem Spielfeld als Schiedsrichter einen Namen. Selbst unter den Bundesliga-Akteuren genoss er höchstes Ansehen. Dennoch musste er seine Karriere beenden, da er die DFB-Altersgrenze von 47 Jahren erreichte. Seinen Unmut verschaffte er jüngst in einem Interview Luft. Dabei kündigte er auch an, eine Klage einzureichen, da er eine Altersdiskriminierung erkenne. In der kicker-Montagsausgabe ordnete Rechtswissenschaftler Dr. Stephan Gräf das Geschehen ein und sah gute Chancen auf einen Prozessgewinn für Gräfe.

 

Ausschlaggebend sei das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Dies wirke bereits, weil sich DFB-Vertreter bereits mehrfach auf die Altersgrenze beriefen. Der Verband begründete sie mit der typischerweise abnehmenden Leistungsfähigkeit sowie der steigenden Verletzungsgefahr. Doch ein Gericht würde dies kaum überzeugen. Der Experte sprach von einer „praktikablen Alternativlösung“, die die Baustelle schließen würde. Das Ausscheiden der Schiedsrichter könne vom Bestehen individueller Leistungstests abhängig gemacht werden, die der DFB ohnehin bereits durchführe. „Die Wahl des Alters 47 erscheint mangels gesicherter medizinischer Erkenntnisse willkürlich“, so Dr. Gräf weiter.

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Auch das vom DFB angeführte Argument der Nachwuchsförderung taugt auf Dauer nicht. Denn es werde von Gerichten nur als Rechtfertigungsgrund anerkannt, wenn sich eine ausgewogene Altersstruktur nicht durch mildere Mittel herstellen lasse. „Der DFB kann aber die Zahl der Schiedsrichter, die zugunsten des Nachwuchses ausscheiden sollen, ohne erheblichen Zusatzaufwand regulieren, indem er die Leistungsanforderungen an die Alt-Schiedsrichter anpasst“, erläuterte der Juniorprofessor.

Die Erfolgschancen der Klage Gräfes stehen aus seiner Sicht „durchaus gut.“ Angesichts des zerrütteten Verhältnisses wird der ehemalige Spitzenschiedsrichter allerdings kaum noch einmal für den DFB tätig werden, was aber auch über das AGG nicht möglich wäre. Ihm winke stattdessen eine finanzielle Entschädigung. Im Fall von Gräfe könne sie durchaus sechsstellig ausfallen. Der Abschluss des Verfahrens könne sich jedoch über Jahre hinziehen.

(Photo: NordphotoGmbH/Kokenge)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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