Borussia Dortmund hat sich mit der Verpflichtung von Ethan Nwaneri zwar auf einen seiner Wunschtransfers am Deadline Day einigen können – muss dabei aber ein nicht unerhebliches Risiko in Kauf nehmen. Wie Transferexperte Fabrizio Romano berichtet, hat sich der FC Arsenal in den Leihvertrag eine Klausel einbauen lassen, die es dem englischen Meister erlaubt, den 19-Jährigen bereits im Januar zurückzuholen.
Eine Klausel ohne Bedingungen
Laut übereinstimmenden Berichten von Romano und „CBS Sports“ ist die Rückholoption an keinerlei Voraussetzungen geknüpft – Arsenal kann sie während des gesamten Januar-Transferfensters jederzeit aktivieren, unabhängig davon, wie sich Nwaneris Saison bis dahin entwickelt. Ursprünglich war die Leihe regulär bis zum Ende der Saison 2026/27 vereinbart worden, eine anschließende Kaufoption ist nicht Teil des Deals. Sollte Nwaneri beim BVB regelmäßig zum Einsatz kommen, gehen nach Angaben von Romano zwar alle Beteiligten davon aus, dass er die komplette Saison in Dortmund verbringt – die Entscheidung darüber liegt am Ende aber ganz bei Arsenal.
Grund für die Vorsicht: Schlechte Erfahrung mit Marseille-Leihe
Hintergrund der ungewöhnlich strikten Klausel dürfte laut Berichten von „GoonerNews“ Nwaneris vergangene Leih-Erfahrung sein: Bei Olympique Marseille kam er in der Rückrunde der Vorsaison nur auf vier Startelfeinsätze in einem halben Jahr – eine Entwicklung, die sich aus Arsenal-Sicht nicht wiederholen soll. Trainer Mikel Arteta hatte bereits im vergangenen Monat eingeräumt, dass Nwaneri für seine weitere Entwicklung möglicherweise den Verein verlassen müsse, da er im Offensivkader hinter Bukayo Saka, Max Dowman, Martin Ødegaard, Eberechi Eze und Noni Madueke aktuell wenig Einsatzzeit bekäme. Sein langfristiges Zukunftsbild sieht der Klub aber weiterhin bei Nwaneri in London – die Leihe ist demnach ausdrücklich als Entwicklungsschritt gedacht, nicht als endgültiger Abschied.
Zähe Verhandlungen, jetzt schon die nächste Unsicherheit
Der Wechsel selbst war laut „Sky Sport“ erst nach zähen, bis in die Nacht andauernden Verhandlungen zustande gekommen. „Bild“ berichtete zudem, der BVB habe viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um Arsenal-Trainer Arteta von einer Freigabe zu überzeugen. Ausgangspunkt der Dortmunder Suche war der Kreuzbandriss von Neuzugang Giannis Konstantelias, der monatelang ausfällt und akuten Bedarf im offensiven Mittelfeld schuf.
Bei den BVB-Fans dürften angesichts der Rückholklausel unweigerlich Erinnerungen an eine ähnliche Situation aus der vergangenen Saison wach werden: Innenverteidiger Aarón Anselmino, der von Chelsea gekommen war und sich mit seinem mutigen Stil schnell Sympathien erspielte, wurde im Januar von seinem Stammverein vorzeitig zurückbeordert – nur um anschließend an Racing Straßburg weiterverliehen zu werden, wo er nicht glücklich wurde. Ob sich ein ähnliches Szenario bei Nwaneri wiederholt, hängt nun maßgeblich davon ab, wie viel Einsatzzeit er bei den Schwarz-Gelben in den kommenden Monaten erhält.

