Die 36 Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga erhalten in der Saison 2026/27 deutlich mehr Geld aus der nationalen TV-Vermarktung als im Vorjahr. Insgesamt schüttet die Bundesliga (vormals DFL) rund 1,121 Milliarden Euro aus – verteilt bleibt die Summe aber weiterhin höchst ungleich: Allein die drei Top-Verdiener Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen erhalten zusammen mehr als alle 18 Zweitligisten gemeinsam.
Vier-Säulen-Modell bestimmt die Verteilung
Grundlage der Ausschüttung ist ein Vier-Säulen-Modell. Die erste Säule sorgt für eine Gleichverteilung von 50 Prozent der Gelder je Liga. Die zweite und mit 43 Prozent größte Säule verteilt das Geld nach sportlicher Leistung über eine gewichtete Fünfjahreswertung (aktuellste Saison zählt fünffach, älteste einfach) sowie ein zusätzliches Zehnjahresranking. Die verbleibenden sieben Prozent teilen sich die Säulen Nachwuchsförderung (vier Prozent, gemessen an Einsatzzeiten und Ausbildung junger deutscher Spieler) und Interesse (drei Prozent, basierend auf Reichweite, Mitgliederzahlen und Fan-Popularität). Vorab behält die Bundesliga 7,5 Prozent der Gesamteinnahmen ein, drei Prozent gehen an den DFB. Von der verbleibenden Summe fließen 80 Prozent an die Erstligisten, 20 Prozent an die 2. Bundesliga.
Bayern München bleibt uneinholbar an der Spitze
Der FC Bayern führt das Ranking mit 92,3 Millionen Euro (plus 8,9 Millionen gegenüber dem Vorjahr) erneut deutlich an – mit fast zehn Millionen Euro Vorsprung auf Borussia Dortmund, das mit 83,7 Millionen Euro (plus 7,7 Millionen) auf Rang zwei folgt. Bayer Leverkusen komplettiert als Nummer drei mit 81,3 Millionen Euro (plus 5,8 Millionen) das Führungstrio. An der Reihenfolge der Top sechs hat sich im Vergleich zur Vorsaison nichts geändert, lediglich die Beträge sind gestiegen. Dahinter folgen Eintracht Frankfurt (77,1 Mio., +7,5), RB Leipzig (72,9 Mio., +4,8) und der SC Freiburg (71,8 Mio., +9,8), der mit seinem Zuwachs nur knapp an der Zehn-Millionen-Marke kratzt.
VfB Stuttgart verdrängt Union Berlin aus den Top Sieben
Neue Bewegung gibt es im Mittelfeld: Der VfB Stuttgart erobert mit einem Plus von 10,5 Millionen Euro auf 66 Millionen Euro Rang sieben und verdrängt Union Berlin, das trotz eines Zuwachses von 3,8 Millionen Euro auf Platz zehn zurückfällt. Die Schwaben zählen damit zu den sechs Bundesligisten mit zweistelligem Millionen-Plus. Es folgen die TSG Hoffenheim (62 Mio., +10,6), Mainz 05 (61,3 Mio., +5,9), Union Berlin (59,6 Mio., +3,8), Borussia Mönchengladbach (52,3 Mio., +1,3) und der FC Augsburg (52,1 Mio., +12) – Letzterer mit einem der größten absoluten Zuwächse der gesamten Liga.
Aufsteiger mit den größten prozentualen Sprüngen
Am unteren Ende der Bundesliga-Tabelle liegen der 1. FC Köln (48 Mio., +5,1), Werder Bremen (47,6 Mio., +4,9) und der Hamburger SV (40,1 Mio., +8,7). Die drei Aufsteiger verzeichnen erwartungsgemäß die größten Zuwächse: Der SC Paderborn 07 springt um 24 Millionen Euro auf 37,2 Millionen Euro, Schalke 04 um 22 Millionen Euro auf 35,7 Millionen Euro und die SV Elversberg um 22,6 Millionen Euro auf 31,2 Millionen Euro. Zwischen Bayern München und Schlusslicht Elversberg liegt damit weiterhin eine Differenz von über 61 Millionen Euro.
2. Bundesliga: Kaiserslautern mit größtem Plus, Wolfsburg mit deutlichstem Einschnitt
In der 2. Bundesliga fällt das größte absolute Plus mit 2,1 Millionen Euro auf den 1. FC Kaiserslautern, der damit auf 10,9 Millionen Euro kommt – im Gesamtranking aber dennoch nur Rang zwölf belegt. Gegenläufig entwickelt sich die Lage bei den Absteigern aus der Bundesliga: Der VfL Wolfsburg verliert nach dem Abstieg am stärksten und kommt nur noch auf 24,2 Millionen Euro, nachdem der Klub zuvor bei rund 50 Millionen Euro gestanden hatte. Auch der 1. FC Heidenheim (21,7 Mio., -15,5) und der FC St. Pauli (20,3 Mio., -12,5) müssen deutliche Einbußen hinnehmen. Beim VfL Bochum (18,6 Mio., -1,4) und Holstein Kiel (14,9 Mio., -1,9) macht sich neben dem eigenen Abschneiden auch der Abstieg der jeweiligen Vorjahres-Konkurrenz im Ranking bemerkbar.
Einordnung
Insgesamt profitieren in dieser Saison alle 18 Erstligisten von einem Plus gegenüber dem Vorjahr. In der 2. Bundesliga müssen dagegen sechs Vereine – darunter die drei Absteiger Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli – mit weniger TV-Geld planen als zuvor. Die deutlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Klubs, insbesondere zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga, bleiben damit auch im neuen Verteilungsschlüssel ein prägendes Merkmal der TV-Vermarktung im deutschen Profifußball.

