Kommentar | VfL Osnabrück als Vorbild: Volle Solidarität mit Aaron Opoku!

Aaron Opoku: Der VfL Osnabrück hat sich nach dem Rassismus-Eklat beim MSV Duisburg toll verhalten.
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Der VfL Osnabrück weigerte sich nach rassistischen Beleidigungen gegenüber Aaron Opoku das Spiel gegen den MSV Duisburg zu Ende zu spielen. Ein wichtiger Schritt, der äußerst selten ist. Ein Kommentar.

MSV Duisburg vs VfL Osnabrück wurde abgebrochen

Mitte der ersten Halbzeit im Spiel zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück wurde Aaron Opoku von einem Fan rassistisch beleidigt. Schiedsrichter Nicolas Winter unterbrach die Partie und beide Mannschaften verließen den Platz. Der Täter wurde identifiziert und vom Ordnungsdienst abgeführt. Nach weiteren Gesprächen zwischen den sportlichen Leitern wurde entschieden, das Spiel abzubrechen.



„Das ist mehr als nachvollziehbar. Der Junge ist fix und alle. Die ganze Mannschaft ist fertig, wir sind es ehrlicherweise auch nach diesem Vorfall“, erklärte MSV-Pressesprecher Martin Haltermann im Interview mit Magenta Sport. Zu oft musste schon beobachtet werden, wie schwarze Spieler nach solchen Vorfällen alleine mit der Wut, dem Schmerz und der Trauer umgehen mussten. Teamkollegen und Gegner wollten oftmals lieber weiter Fußball spielen. Nicht, dass nachher der Verband noch auf ein 0:3 am grünen Tisch entscheidet und wertvolle Punkte im Ligabetrieb fehlen.

Fans äußern in solchen Momenten oftmals, dass sie solch ein Gedankengut nicht gutheißen wollen, aber können es dann nicht nachvollziehen, wenn die betroffenen Akteure nicht weiterspielen wollen. Mitgefühl endet da, wo die eigenen Interessen anfangen. In dem Fall die verplanten Minuten für ein Fußballspiel, das man verfolgen will. Dass in Duisburg nach der Verkündung des Spielabbruchs von den Rängen gepfiffen wurde, war dementsprechend nicht überraschend.

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Volle Solidarität für Opoku

Oftmals können sich Menschen nicht in diese schwierige Situation hineinversetzen, wollen die Gefühle anderer bewerten, obwohl sie niemals Rassismus am eigenen Leib erfahren werden. „Stell dich nicht so an“, „Sollen wir dann jetzt jedes Spiel abbrechen?“ und viele weitere Klassiker folgen dann. Entweder verstehen sie schlichtweg nicht die Ausmaße dieser Beleidigungen oder es ist ihnen egal. Ob und wie man solche Menschen erreicht, wüssten sicherlich nur allzu viele gerne, denn eine allgemein gültige Lösung, um Empathie zu vermitteln, gibt es leider noch nicht.

Umso wichtiger ist es, dass Opoku nicht allein gelassen, sondern von seinen Mannschaftskollegen und seinem Klub unterstützt wurde. In solchen Momenten braucht es richtige Solidarität, die unmittelbar zu spüren ist und nicht nur die immer wiederkehrenden Phrasen, hinter denen oftmals die Angst vor wirksamen Maßnahmen steckt.

Opoku drohen weitere Beleidigungen

Neben Schulterklopfern wird der 22-Jährige nun auch in den sozialen Medien zu 100 Prozent von Leuten ins Visier genommen, die weiter die Geschehnisse herunterspielen oder emotionalen Schmerz verursachen wollen. Vielen Dank an den VfL Osnabrück und auch die Verantwortlichen beim MSV Duisburg, die Opoku unterstützt haben. Ein vorbildliches Verhalten.

Gewonnen hat die Solidarität und nicht das widerwärtige Gedankengut, desjenigen, der vor allen Leuten abgeführt wurde und nun seinem Klub einen Bärendienst erwies. Wird nach solchen Vorfällen ohne Probleme weitergespielt, wird kein Lerneffekt eintreten. Ein Blick in die Serie A reicht dafür schon.

(Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Damian Ozako

Als Kind von Tomas Rosicky verzaubert und von Nelson Haedo Valdez auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht worden. Geblieben ist die Leidenschaft für den (offensiven) Fußball. Seit 2018 bei 90PLUS.

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