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90PLUS » Geteilte Geschichte, irre Ideen: Besonderes Wiedersehen zwischen Enrique und Arteta
Champions League

Geteilte Geschichte, irre Ideen: Besonderes Wiedersehen zwischen Enrique und Arteta

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28.05.26, 11:12
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Mikel Arteta
Foto: Getty iMages

Mikel Arteta blieb beim FC Barcelona einst nur die Flucht. Als der aufstrebende Teenager um die Jahrtausendwende versuchte, sich einen Platz im prominent besetzten Mittelfeld des Weltklubs zu erkämpfen, war kein Durchkommen. Xavi, Andrés Iniesta, Emmanuel Petit, Rivaldo, Jari Litmanen, aber auch Kapitän Pep Guardiola sowie: Platzhirsch Luis Enrique. Arteta sah sich zu einem anderen Karriereweg gezwungen.

Nun, mehr als ein Vierteljahrhundert später, kommt es zum Wiedersehen mit Enrique. Im Champions-League-Finale von Budapest stehen sich die beiden Spanier als Trainer gegenüber. Und für Arteta, den Herausforderer, geht es im Duell des FC Arsenal mit Paris Saint-Germain nicht mehr um einen Platz im Mittelfeld des FC Barcelona – sondern um Europas Fußball-Thron.

Enrique und Arteta mit besonderer Verbindung

Höfliche Lobhudeleien gehören vor dem Endspiel am Samstagabend (18.00 Uhr/ZDF und DAZN) zum guten Ton. „Ich schätze ihn sehr“, sagte PSG-Trainer Enrique über Arteta, den er damals „Mikelito“ genannt hatte. Er sei ein „Leader“, der die Siegermentalität bei den Gunners wiederhergestellt habe. Der Arsenal-Coach wiederum attestierte seinem Gegenüber und früheren Mitspieler eine „Superpower“ – Enrique sei so überzeugt von dem, was er tue.

Angebracht sind derartige Komplimente tatsächlich. Schließlich führten beide Trainer ihre Klubs zum Erfolg. Enrique (56) formte bei den von Katar alimentierten Parisern aus einem Haufen von Individualisten eine echte Einheit, die im Vorjahr erstmals die Königsklasse gewann. Und Arteta (44) hauchte dem lange strauchelnden Premier-League-Riesen Arsenal ab 2019 unter dem mitunter verhöhnten Motto „Vertraue dem Prozess“ neues Leben ein. Nach 22 Jahren Wartezeit gelang wieder der Gewinn der englischen Meisterschaft, der Henkelpott soll folgen.

Beide Trainer verbindet eine obsessive Detailarbeit und der Mut zu verrückten Ideen. Enrique etwa lässt seine Spieler den eigenen Anstoß ins Seitenaus schießen, um ins Pressing zu kommen. Zuletzt drosch auch Torhüter Matwei Safonow im Halbfinale gegen Bayern München den Abstoß konsequent ins Aus, wohl um den Raum für Michael Olise zu begrenzen.

Arteta sorgte mit einer Eckball-Revolution, aber vor allem auch mit aberwitzigen Ansprachen für Aufsehen. 2021 nahm er in der Kabine eine Glühbirne in die Hand und erzählte von der Erfindung Thomas Edisons aus dem 19. Jahrhundert. Sein Team müsse verbunden sein und Energie erzeugen, forderte er. Zudem „verpflichtete“ er 2023 einen Labrador als Teamhund, der auf den Namen „Win“ hört.

Auch die Wurzeln in Barcelona einen Arteta und Enrique – und der Einfluss des Weggefährten Guardiola. Enrique pflegt eine enge Freundschaft zum einstigen Teamkollegen. Arteta lernte von 2016 bis 2019 als Co-Trainer an dessen Seite. Fast wortgleich sprechen sie vom „besten Trainer der Welt“ (Enrique) oder gar dem „besten Trainer aller Zeiten“ (Arteta).

Die Zeit in Barcelona bezeichnete Arteta später übrigens einmal als „schreckliche Erfahrung“. Ausgerechnet über eine Leihe zu PSG nahm seine Karriere Fahrt auf. „Es war eine Erfahrung, die mir für immer in Erinnerung bleiben wird, mit Teamkollegen, die mich als Spieler geprägt haben und in mir den Wunsch geweckt haben, Trainer zu werden“, sagte er.

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