France Football hat am Dienstag die 30 Nominierten für den Ballon d’Or 2026 bekanntgegeben. Gleichzeitig wurden die Kandidaten für die weiteren Auszeichnungen veröffentlicht. Die 70. Verleihung findet am 26. Oktober erstmals in London statt. Die Jubiläumsausgabe wird damit erstmals außerhalb von Paris ausgetragen.
Die Favoriten: Kane, Yamal und Mbappé
Als einer der großen Favoriten geht Harry Kane in die Wahl. Der Bayern-Stürmer erzielte in der vergangenen Saison 73 Tore für Klub und Nationalmannschaft und gewann mit dem FC Bayern die Bundesliga sowie den DFB-Pokal. Zudem wurde er mit dem Goldenen Schuh als bester Torschütze ausgezeichnet. Die Angaben zu seiner Torbilanz variieren je nach Zählweise der Wettbewerbe; für die Gesamtbilanz der Saison werden 73 Treffer genannt.
Kane fehlt allerdings ein großer Titel mit der englischen Nationalmannschaft. Zu seinen wichtigsten Konkurrenten gehören Lamine Yamal und Kylian Mbappé. Yamal gewann mit Spanien die Weltmeisterschaft und wurde zudem spanischer Meister mit dem FC Barcelona. Mbappé wurde bei der WM mit zehn Treffern Torschützenkönig und baute damit seine historische WM-Torbilanz weiter aus. Frankreich scheiterte im Halbfinale an Spanien.
Auch Titelverteidiger Ousmane Dembélé gehört erneut zum Kreis der Kandidaten. Der PSG-Star nannte gegenüber „France Football“ Khvicha Kvaratskhelia, Kane und Mbappé als seine persönlichen Top drei. Yamal fehlte in seiner Auswahl. Der Barça-Youngster reagierte anschließend mit einem scherzhaften Seitenhieb auf Dembélés Auswahl.
Bayern mit vier Nominierten, PSG mit Rekord
Der FC Bayern ist mit vier Spielern auf der Liste vertreten: Neben Kane wurden Luis Díaz, Michael Olise und Dayot Upamecano nominiert. Damit stellt der deutsche Rekordmeister gemeinsam mit Real Madrid einen der Klubs mit besonders vielen Kandidaten.
Noch stärker ist Paris Saint-Germain vertreten. Der Champions-League-Sieger stellt zehn der 30 Nominierten und damit einen neuen Rekord für einen einzelnen Klub. Zu den PSG-Spielern gehören unter anderem Dembélé, Marquinhos, Nuno Mendes, João Neves, Willian Pacho, Fabián Ruiz, Achraf Hakimi, Vitinha und Khvicha Kvaratskhelia.
Real Madrid stellt ebenfalls vier Kandidaten: Kylian Mbappé, Vinícius Júnior, Jude Bellingham und Marc Cucurella. Der spanische Nationalspieler wechselte im Sommer von Chelsea nach Madrid und gehörte bei der Weltmeisterschaft zur von den Fans gewählten Idealelf.
Messi zurück im Rennen, Ronaldo bleibt außen vor
Für Aufmerksamkeit sorgt die Rückkehr von Lionel Messi auf die Kandidatenliste. Der Argentinier war zuletzt 2023 nominiert und gewann damals seinen achten Ballon d’Or. Nach zwei Ausgaben ohne Nominierung steht Messi nun wieder zur Wahl. Er erreichte mit Argentinien bei der Weltmeisterschaft das Finale, unterlag dort allerdings Spanien.
Auch Lautaro Martínez wurde nominiert. Weitere Überraschungen sind unter anderem Sadio Mané von Al-Nassr und Julián Quiñones von Al-Qadsiah.
Cristiano Ronaldo fehlt dagegen erneut auf der Liste. Der Portugiese war zuletzt 2022 für den Ballon d’Or nominiert.
Kompany als einziger Nicht-Spanier bei den Trainern
Bei der Wahl zum Trainer des Jahres dominieren spanische Coaches. Mikel Arteta (Arsenal), Luis de la Fuente (Spanien), Unai Emery (Aston Villa) und Luis Enrique (Paris Saint-Germain) stehen gemeinsam mit dem Belgier Vincent Kompany (Bayern München) zur Wahl. Kompany ist damit tatsächlich der einzige Nicht-Spanier unter den fünf Nominierten.
De la Fuente geht als Weltmeistertrainer als einer der Favoriten ins Rennen. Luis Enrique führte PSG erneut zum Champions-League-Titel und gewann darüber hinaus weitere nationale und internationale Titel. Arteta wurde mit Arsenal englischer Meister, Emery gewann mit Aston Villa die Europa League. Kompany holte mit Bayern Bundesliga, DFB-Pokal und Supercup.
Deutsche Talente und Gregor Kobel nominiert
Auch in den Nachwuchs- und Torhüterkategorien sind Spieler aus der Bundesliga vertreten.
Für den Preis als bester Nachwuchsspieler stehen unter anderem Yan Diomande (RB Leipzig), Lennart Karl (Bayern München), Johan Manzambi (Freiburg) und Ibrahim Maza (Leverkusen) zur Wahl. Komplettiert wird die zehnköpfige Liste unter anderem durch Pau Cubarsí, Lamine Yamal und Warren Zaïre-Emery.
Bei den Torhütern gehört Gregor Kobel zu den neun Nominierten. Ebenfalls auf der Liste stehen unter anderem Thibaut Courtois, David Raya, Emiliano Martínez, Édouard Mendy und Unai Simón.
Bei den Frauen wurde mit Klara Bühl ebenfalls eine deutsche Bayern-Spielerin nominiert. Für Bühl ist es die zweite Nominierung in Folge. Sie könnte damit die erste deutsche Gewinnerin des Frauen-Ballon-d’Or werden.
Der Zeitplan bis zur Gala
Die Preisverleihung findet am 26. Oktober 2026 in London statt. Die Jubiläumsausgabe ist die 70. Verleihung des Ballon d’Or und wird erstmals in der britischen Hauptstadt ausgetragen. Die Wahl berücksichtigt die Leistungen der vergangenen Saison einschließlich der Weltmeisterschaft 2026.
Neben den beiden Hauptpreisen werden in London unter anderem die Auszeichnungen für den besten Torhüter, den besten Nachwuchsspieler, den besten Trainer sowie die besten Klubs vergeben.

