Seit 2018 wurde Zinédine Zidane als nächster französischer Nationaltrainer gehandelt. Dreimal kam es anders. Am Dienstag saß er endlich im Verbandssitz an der Pressekonferenz – und redete zuerst über Waldbrände.
„Zunächst möchte ich allen Feuerwehrleuten meine Unterstützung aussprechen“, sagte der 54-Jährige mit Blick auf die Brände, die Frankreich derzeit beschäftigen. Erst danach kam der Fußball. Der Vertrag läuft bis nach der WM 2030, exakt wie der von Jürgen Klopp beim DFB.
Dreimal war er schon fast am Ziel
2018, direkt nach seinem ersten Abschied von Real Madrid, wurde er gehandelt – Verbandspräsident Noël Le Graët wischte die Debatte weg. Nach der WM 2022 galt die Sache als beschlossen – dann verlängerte Deschamps bis 2026, und Le Graët teilte in einem RMC-Interview derart gegen Zidane aus, dass sich Kylian Mbappé öffentlich schützend vor ihn stellte.
In der Zwischenzeit sagte Zidane zweimal PSG ab und lehnte auch das Angebot der USA ab. Fünf Jahre ohne Job, weil er auf diesen einen wartete. Im Februar rief ihn dann Philippe Diallo an.
Was er mitbringt
| Als Spieler | Als Trainer |
|---|---|
| 108 Länderspiele, 31 Tore | Real Madrid 2016–2018 und 2019–2021 |
| Weltmeister 1998 (zwei Tore im Finale) | Dreimal Champions League in Folge |
| Europameister 2000 | Zwei spanische Meistertitel |
Eine bemerkenswerte Bilanz – und eine schmale. Zidane hat in seiner gesamten Trainerlaufbahn genau einen Klub betreut, und der war zu jedem Zeitpunkt Titelfavorit. Nationalmannschaft heißt: kein täglicher Zugriff, kein Transfermarkt, zehn Trainingstage im Jahr. Ein anderes Handwerk.
Deschamps hinterlässt große Fußstapfen
Sein Vorgänger stand 14 Jahre an der Linie, länger als jeder andere in der Verbandsgeschichte. WM-Titel 2018, WM-Finale 2022, EM-Finale 2016, Nations League 2021. Bei dieser WM war im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien Schluss, das Spiel um Platz drei ging mit 4:6 gegen England verloren. Danach war Schluss, auf eigenen Wunsch.
Zidane und Deschamps wurden 1998 und 2000 gemeinsam Welt- und Europameister. Der eine spielte, der andere organisierte. An dieser Rollenverteilung hat sich bis heute wenig geändert – nur trägt jetzt der Spieler die Verantwortung.
Am 25. September in der Türkei
Die erste Bewährungsprobe kommt schnell: Nations-League-Auftakt Ende September. Das erste große Turnier ist die EM 2028 in Großbritannien und Irland.
Zidane hat in Madrid dreimal die Champions League gewonnen und ist danach fünf Jahre lang verschwunden. Welcher von beiden jetzt in Clairefontaine ankommt, weiß niemand – er selbst vermutlich am wenigsten.

