A La Liga | Real Madrid und Betis im Wandel, zwei Teams droht das „verflixte dritte Jahr“ – die Brennpunkte

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Spotlight | Fünf Spieltage sind Geschichte in La Liga. Während Real Madrid und Betis einen positive Wandel durchleben, spukt in Cádiz und Elche das Abstiegsgespenst.

In „A La Liga“ thematisiert 90PLUS-Redakteur Michael Bojkov die Brennpunkte des spanischen Fußballs. Das neue Format erscheint im zweiwöchigen Rhythmus.

Real Madrid: Projekt Zukunft nimmt Form an

Fünf Siege aus fünf Spielen – Real Madrid hat einen perfekten Saisonstart hingelegt. Zwar ist bei den Königlichen nicht alles Gold, was glänzt, – vor allem in den Auswärtsspielen in Almeria (2:1), Vigo (4:1) und bei  Espanyol (3:1) tat man sich phasenweise schwer – große Sorgen bereiten die Auftritte aber keinesfalls.

Zumal bei den Madrilenen vor allem eins positiv heraussticht: Die junge Generation. Neuzugang Aurelien Tchouameni (22) fand sich schnell im System von Carlo Ancelotti (63) zurecht und zeigte früh, dass er das Potenzial hat, langfristig in die Fußstapfen von Casemiro (30) zu treten. Auch Rodrygo (21) blickt auf einen für ihn persönlich gelungenen Saisonstart zurück. Die Hoffnung ist groß und auch durchaus berechtigt, dass dem Brasilianer diese Saison der endgültige Druchbruch gelingt und er konstanter in seinen Leistungen wird – ähnlich, wie es sein Landsmann Vinícius Junior (22) vergangene Spielzeit geschafft hat.

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(Photo by Denis Doyle/Getty Images)

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Apropos Vinícius: Der linke Flügelstürmer knüpft nahtlos an seiner Vorsaison an, hat in La Liga schon vier Tore und eine Vorlage auf dem Konto. Dass seine starke Spielzeit 2021/22 keine Ausnahmeerscheinung war, beweist er früh eindrucksvoll. Der jüngste Heimsieg gegen Mallorca war das perfekte Beispiel dafür, dass in Madrid eine neue Generation heranreift, die genau wie ihre Vorgänger gute Aussichten auf Erfolg hat. Nach zwischenzeitlichem 0:1-Rückstand waren es Federico Valverde (24) und das angesprochene brasilianische Flügel-Duo, die die Königlichen mit ihren Toren souverän auf die Siegerstraße führten.

Auch zeigte der 4:1-Sieg, dass die Mannschaft nicht mehr so stark von Karim Benzema (34) abhängig ist, wie das früher und teilweise noch in der Vorsaison der Fall war. Der frisch gebackene Europas Fußballer des Jahres fehlte nämlich verletzt. Dass dafür jüngere Spieler Verantwortung auf dem Platz übernahmen, ist ein überaus positives Signal für die Madrilenen und obendrein die Bestätigung, dass man in den vergangenen Jahren auch neben dem Platz starke Arbeit geleistet hat. Im Bernabéu läuten die Glocken jetzt anders.

„Verdiblancos“ im Wandel: Betis und der große Traum von der Champions League

Viel hat in der abgelaufenen Spielzeit nicht zur Top vier gefehlt. Am Ende waren es fünf Punkte Rückstand auf den Stadtrivalen FC Sevilla, die Real Betis die zweite Champions-League-Teilnahme der Vereinsgeschichte verwehrten. Diese Saison soll der Traum endlich wahr werden. Die Vorzeichen hierfür stehen gut.

Trainer Manuel Pellegrini (68) brachte in seiner bisher zweijährigen Amtszeit nicht nur eine gewisse Konstanz in die Leistungen und Ergebnisse, sondern schaffte es auch, die Defensive zu verbessern und Spiel der „Verdiblancos“ allgemein etwas auszubalancieren. Betis durchlebt also gewissermaßen einen Wandel.

(Photo by CRISTINA QUICLER/AFP via Getty Images)

Das ist auch in der neuen Spielzeit wahrnehmbar. Die Andalusier machen sich nicht mehr durch Offensivfeuerwerke einen Namen, sondern durch Beständigkeit. Die Spiele reißen nicht mehr zwingend die Massen vom Hocker, dafür freuen sich die Fans über konstant gute Ergebnisse. Einzig bei Real Madrid gab es eine knappe 1:2-Niederlage, die anderen vier Spiele gewann man. Jüngst gab es drei Punkte gegen ein formstarkes Villarreal (1:0), das ebenfalls die Champions-League-Plätze angreifen will. In der Endabrechnung könnte der Sieg also unter Umständen eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen.

Der Weg, den Betis geht, stimmt. Zwar gibt es durchaus berechtigte Kritikpunkte, die die Kaderplanung betreffen. So hat die Mannschaft nach wie vor einen hohen Altersdurchschnitt (28,7 Jahre) und benötigt frisches Blut, zudem sind manche Positionen auch nicht ideal besetzt.

Das wird allerdings wenig daran ändern, dass Betis in dieser Saison bis zum Schluss um die ersten vier Plätze mitspielen kann. Die Konkurrenz um Villarreal, Real Sociedad, dem Athletic Club und im Zweifel auch noch dem Stadtrivalen ist zwar stark, der gute Saisonstart und die Konstanz im eigenen Spiel macht den „Beticos“ aber berechtigte Hoffnungen, dass es mit der ersten Champions-League-Teilnahme seit 2005/06 klappt.

Elche und Cádiz: Das verflixte dritte Jahr in La Liga?

Fünf Partien sind absolviert und schon zwei Mannschaften geben überzeugende Bewerbungen für die Segunda División ab. Sowohl Cádiz als auch Elche haben einen katastrophalen Saisonstart hinter sich und stehen folglich auf den beiden letzten Tabellenplätzen in La Liga.

Der FC Cadiz ist für seine aufopferungsvolle Arbeit gegen den Ball bekannt, wohingegen der Weg in den gegnerischen Strafraum äußerst spärlich gesucht wird. Nach dem Aufstieg brachte man es 2020/21 auf lediglich 36 Saisontore, vergangene Spielzeit waren es gar nur deren 35, was am letzten Spieltag um ein Haar im Abstieg resultierte.

Unter Trainer Sergio (45), der im Januar das Ruder übernahm, war die Mannschaft in der Rückrunde offensiv zumindest etwas stärker, suchte aktiver den Weg nach vorne. Davon ist in der neuen Spielzeit jedoch herzlich wenig zu sehen. Alle bisherigen fünf Spiele verlor man, ist mit 0:14 Toren das Tabellenschlusslicht.

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(Photo by Fran Santiago/Getty Images)

Ähnlich geht es dem FC Elche, der zusammen mit den Andalusiern aufstieg und zweimal die Klasse halten konnte. Wahnsinnig viele Bäume rissen aber auch die „Franjiverdes“ nicht aus. Immerhin: Mit dem Abstieg hatten sie vergangene Saison hinten raus wenig zu tun.

Der Kader von Elche ist insgesamt recht ausgewogen und wurde auch sinnvoll verstärkt, die Aussichten auf den erneuten Klassenerhalt sind also durchaus da. Allerdings erlebte der Klub aus der Region Valencia genau wie Cádiz einen Fehlstart nach Maß. Einzig gegen Aufsteiger Almeria gab es einen Punkt (1:1), vier Spiele wurden verloren. Zuletzt gab es ein 0:4 bei Villarreal, gefolgt von einer derben Heimpleite gegen den Athletic Club (1:4).

Was beiden Klubs große Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass mit der Defensive die eigentlich ausgemachte Stärke ganz offensichtlich zur Schwäche wird. Im Moment befinden sich Cádiz und Elche im Sturzflug Richtung Segunda División. Normalerweise ist für Aufsteiger ja von einem schwierigen zweiten Jahr die Rede, im Fall der beiden Klubs aus La Liga ist es offensichtlich das verflixte dritte Jahr.

 (Photo by Denis Doyle/Getty Images)

Michael Bojkov

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