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90PLUS » 57 Namen, 27 Plätze, zwei Trainingseinheiten: Was Klopp am 17. September entscheiden muss
Nationalelf

57 Namen, 27 Plätze, zwei Trainingseinheiten: Was Klopp am 17. September entscheiden muss

90PLUS Redaktion
08.09.26, 11:59
90PLUS Redaktion
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Jürgen Klopp
Foto: Getty Images

Frankfurt. Jürgen Klopp hat in den vergangenen drei Wochen mehr Bundesliga-Stadien von innen gesehen als mancher Sportdirektor in einer Saison. München beim Auftakt gegen Stuttgart, anschließend die Säbener Straße zum Gespräch mit Vincent Kompany, dann Dortmund, dann Augsburg gegen Schalke. „Er hat eine anstrengende Woche hinter sich, war bei ganz vielen Vereinen unterwegs“, sagte Rudi Völler am Wochenende. Jetzt zieht sich der Bundestrainer zurück. Am 17. September steht er wieder vor Mikrofonen – mit seinem ersten Kader.

Der Fahrplan

Die Nominierung findet am Donnerstag, 17. September, auf dem DFB-Campus in Frankfurt statt. Vier Tage später, am 21. September, versammelt Klopp seine Spieler in Herzogenaurach. Bis zum Debüt am 24. September in Amsterdam bleiben ihm exakt zwei gemeinsame Trainingseinheiten. Danach folgen Griechenland in Augsburg (27. September), Serbien in München (1. Oktober) und das Rückspiel in Griechenland (4. Oktober) – vier Spiele in elf Tagen, ein Rhythmus, den es in der DFB-Geschichte so noch nicht gab.

Maximal 27 Spieler darf er berufen, darunter drei Torhüter. Bei seiner Vorstellung im Juli hatte Klopp von 57 Feldspielern gesprochen, die er auf einer Liste habe – Namen nannte er nicht, nur Kriterien: hohe Intensität, echte Flügelspieler für ein 4-3-3, und Mut zu Spielern, „die damit noch gar nicht rechnen“.

Frage eins: Wer steht im Tor?

Die auffälligste Baustelle. Marc-André ter Stegen, 34, hatte die WM verletzt verpasst und ist nach seiner Leihe von Barcelona zu Ajax Amsterdam wieder Stammtorwart – ausgerechnet in der Stadt, in der Klopp debütiert. Oliver Baumann war bei der WM die Nummer eins. Noah Atubolu, in Freiburg jahrelang als Zukunftslösung gehandelt, hat nach seinem Wechsel nach Frankfurt bereits einen folgenschweren Fehler gegen Augsburg hinter sich, gilt aber weiter als Kandidat. Klopp kennt aus Liverpool die Bedeutung eines Torhüters, der Rückhalt und Aufbauspiel verbindet. Seine Wahl wird die erste Nachricht des 17. September sein.

Frage zwei: Wer debütiert?

Hier ist die Faktenlage am dichtesten. Laut Sky steht fest, dass Klopp Said El Mala nominieren wird – der 19-jährige Kölner Linksaußen war unter Nagelsmann bereits im Kader, wartet aber noch auf sein erstes Länderspiel. Fussballtransfers berichtet von insgesamt vier Offensivspielern, die vor dem Debüt stehen. Als weiterer Kandidat wird Paris Brunner von der AS Monaco gehandelt, jener Stürmer, dessen frühe Nominierungs-Prognose vor der EM 2024 noch für Spott gesorgt hatte.

Der Hintergrund ist die EM 2028. Klopps Vertrag läuft bis zur WM 2030, und der DFB hat ihm ausdrücklich den Neuanfang aufgetragen. Junge Spieler bekommen jetzt die Spiele, die sie in zwei Jahren brauchen.

Frage drei: Wer fehlt?

Die dritte Frage ist die unangenehmste, und sie hat zwei Ebenen. Die erste ist sportlich: Auf wen verzichtet Klopp, um Platz zu schaffen? Felix Nmecha gilt hier als Wackelkandidat – Klopp hatte ihn während der WM noch als TV-Experte bei Magenta kritisiert. Joshua Kimmich dagegen soll als Kapitän zurück ins zentrale Mittelfeld rücken, wo er mit Aleksandar Pavlović ein eingespieltes Bayern-Duo bilden könnte.

Die zweite Ebene ist gesundheitlich, und sie ist nicht Klopps Entscheidung. Jamal Musiala hat nach seinen Zusammenbrüchen erst am Wochenende sein erstes Saisonspiel absolviert; der FC Bayern führt ihn schrittweise heran. Rocco Reitz fällt mit einer Oberschenkelverletzung mehrere Wochen aus. Und bei Thilo Kehrer, der zuletzt im Juni 2025 für Deutschland spielte, dürfte die Leihe zu Ajax kaum reichen. Was der Bundestrainer nominieren kann, entscheidet in dieser Woche auch die Verletztenliste.

Warum Amsterdam der schwerste Ort für ein Debüt ist

Zwei Trainingseinheiten, ein neuer Kader, ein Stadion, das die Niederlande nach ihrer eigenen enttäuschenden WM mit einem neuen Trainer betreten – die Ausgangslage ist maximal ungünstig für einen Trainer, der eigentlich Zeit braucht. Klopp hat das im Juli selbst so formuliert: „Ich habe wahnsinnig viele Ideen.“ Am 24. September wird er zeigen müssen, welche davon in 180 Trainingsminuten vermittelbar sind.

Bis dahin ist es der 17. September, der zählt. Nicht wegen der Namen, die niemanden überraschen. Wegen der zwei, drei, die es tun.

90PLUS Redaktion

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