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90PLUS » Überprüfung ergibt: Wembley-Sturm bei EM-Finale gefährdete Menschenleben
Nationalelf

Überprüfung ergibt: Wembley-Sturm bei EM-Finale gefährdete Menschenleben

Yannick Lassmann
03.12.21, 13:27
Yannick Lassmann
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Ein kleiner Teil der englischen Fans sorget für Ausschreitungen vor dem EM-Finale rund um das Wembley-Stadion.
(Photo by Chris J Ratcliffe/Getty Images)

News | Das EM-Endspiel machte nicht nur aus sportlichen, sondern auch aus unschönen Gründen von sich reden. Rund 2.000 Fans stürmten das Wembley-Stadion ohne Eintrittskarte, was nun politisch aufgearbeitet wurde.

Bericht zu Ausschreitungen bei EM-Finale im Wembley: „Eine großen Minderheit von England-Fans gefährdete rücksichtslos Leben“

Schon vor Beginn des Endspiels der Europameisterschaft zwischen England und Italien herrschte große Aufregung. Denn eine vierstellige Anzahl von Fans verschaffte sich gewaltsam Zugang zum Wembley-Stadion, obwohl keine Eintrittskarte vorhanden war.

Die Geschehnisse wurden im Anschluss sorgsam aufgearbeitet. Am heutigen Freitag veröffentlichte Louise Carey, eine erfahrene ehemalige Regierungsbeamtin, den 129-seitigen Ermittlungsbericht. Sie erklärte schonungslos: „Das Verhalten einer großen Minderheit von England-Fans war nicht nur schändlich, sondern gefährdete rücksichtslos Leben.“

 

Danach hätten rund 2.000 Anhänger das Wembley gestürmt, indem sie die Stadiontore durchbrachen und in Richtung Ordner traten sowie prügelten. „Das entsetzliche Verhalten der Fans am Euro-Sonntag sollte ein Weckruf für uns alle sein. Zu lange wurden die Handlungen einer Minderheit von England-Fans als Teil unserer nationalen Kultur (wenn auch einer peinlichen) toleriert, anstatt sie offen anzusprechen“, so Carey weiter.

Denn es hätte noch schlimmer kommen können. Im Falle eines englischen EM-Titels, der im Elfmeterschießen knapp verpasst wurde, wären 6.000 weitere Personen darauf vorberiet gewesen das Wembley zu entern, um die Übergabe der Trophäe zu erleben.

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Carey wollte neben den Tätern, die teils in „räuberischer Weise sogar auf behinderte Fans losgingen“, keine weiteren Sündenböcke benennen. Sie sprach von einem „kollektiven Versagen“. Letztlich hätte eine Minderheit von englischen Anhängern „einen Tag, der ein Tag des nationalen Stolzes hätte sein sollen, in einen Tag der Schande verwandelt“.

Die routinierte Politikerin nahm den englischen Fußballverband (FA) ebenfalls in die Pflicht. Er solle durch eine genauestens durchgeplante Kampagne eine „Änderung der Einstellung“ herbeiführen. Darüber hinaus forderte Carey: „Die FA und Wembley sollten in Zusammenarbeit mit anderen verstärkt Maßnahmen ergreifen, um solche Verhaltensweisen aus dem Fußball auszurotten … und Fans, die mit Beschimpfungen ankommen und/oder eindeutig unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss stehen, den Zutritt verweigern.“

(Photo by Chris J Ratcliffe/Getty Images)

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