Arsenal sorgt für Fan-Frust: „Es ist nicht einfach“

Arsenal: Saka reagiert enttäuscht auf ein Gegentor.
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Der FC Arsenal hat in den letzten Jahren diverse Rückschläge erleben müssen, während die Konkurrenz ein wenig enteilt ist. Für die Fans eine frustrierende Entwicklung. 

  • Arsenal mit vielen Problemen
  • Mangelnde Konstanz
  • Junge Spieler als Hoffnungsträger

Arsenal sorgt für Frust unter den Fans

Grundsätzlich leidet eigentlich jeder Fußballfan. Nur selten läuft alles perfekt im eigenen Verein, vielmehr ist es so, dass viele Klubs ihre Fans immer wieder enttäuschen. Heute widmen wir uns dem Premier-League-Klub FC Arsenal.

So lang ist es gar nicht her, dass der FC Arsenal Woche für Woche mit wunderbarem Offensivfußball begeisterte. In den letzten Jahren schlichen sich allerdings immer öfter Nachlässigkeiten in das Spiel der Londoner. Auch abseits des Platzes fielen die Gunners immer öfter mit fragwürdigen Entscheidungen auf. Das Leid von Fußballfans ist stets relativ zu betrachten. Für die Anhängerschaft Arsenals steht nicht die Existenz des Klubs auf dem Spiel, aber zu oft werden die Gunners zum Gespött der Rivalen. Ein anstrengender Zustand. 90PLUS-Redakteur Manuel Behlert gewährt einen kleinen Einblick in das Seelenleben eines Arsenal-Fans.

 

Wie würdest du das Dasein als Arsenal-Fan aktuell beschreiben?

Es ist eine Mischung aus Hoffnung und Ernüchterung. Das Endresultat der Saison 2020/21 war ernüchternd – und zwar in allen Wettbewerben. Mikel Arteta ist ein Trainer mit einem klaren Konzept und einer Vorstellung, wie der Fußball am Ende aussehen soll. Doch auf dem Weg dorthin gibt es Probleme. Die Konstanz fehlt, die Mannschaft spielt zu selten mitreißenden Fußball. Das Transferfenster im Sommer begann ambitioniert, dann stockte alles etwas, was dazu führt, dass sich die Mannschaft noch weiter einspielen muss. Die 0:2-Niederlage zu Saisonbeginn gegen Brentford zeigte dann jedem Arsenal-Anhänger, dass noch vieles verbessert werden muss. Kurzum: Es ist alles nicht gerade einfach.

Was ist der größte Fehler der jüngeren Vereinsgeschichte?

Da ist die Auswahl nicht gerade klein. Sicher gehören die vielen Vertragsverlängerungen zu hohen Bezügen dazu, aber ich denke, dass der Verkauf von Emiliano Martinez sinnbildlich ist. Ein hochtalentierter Torhüter wird abgegeben, schlägt bei seinem neuen Verein – was absehbar war – sofort komplett ein und Bernd Leno wirkt weiterhin nicht vollumfänglich konstant. Dieser Fehler wird dann durch die Verpflichtung von Aaron Ramsdale noch einmal deutlicher. Arsenal gibt 24 Millionen Pfund aus und hätte einen noch besseren Torhüter schon vorher im Kader gehabt.

Gibt es bittere Momente in den letzten 5 Jahren die dich noch beschäftigen?

Die gibt es fast jeden Monat! Doch ich würde vor allem behaupten, dass das Ausscheiden in der letzten Saison gegen den FC Villarreal in der Europa League extrem bitter war. Arsenal hätte mit dem Sieg in diesem Wettbewerb das Ticket für die Champions League gelöst und hat extrem viele Phasen im Hin- und Rückspiel komplett verpennt. Der Gegner war über 180 Minuten schlagbar und das hat man sich selbst zunichte gemacht. Gleiches gilt für das Finale in der Europa League 2019, das man gegen Chelsea verlor.

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Was regt dich am meisten an Arsenal auf?

Die mangelnde Konstanz! In der letzten Saison zeigte die Mannschaft ab Weihnachten eigentlich sehr gute Leistungen, wenn auch kleinere Ausrutscher dabei waren. Doch zum Saisonstart hat sich diese Mannschaft schon alles kaputt gemacht. Immer, wenn man als Anhänger denkt, dass jetzt eine Serie gestartet werden kann und Arsenal drauf und dran ist, wieder einen Schritt nach vorne zu machen, kommt ein Team wie der FC Burnley und kontert dieses Team dreimal aus.

Was traust du der aktuellen Mannschaft in dieser Saison zu?

Puh, einige Baustellen im Kader, sowohl in der Spitze als auch in der Breite, wurden sehr klug behoben und die Mannschaft weiter an die Arteta-Vorstellungen angepasst. Ich sehe aber noch die ein oder andere Problematik. Arsenal kann sicher eine gute Rolle spielen, wenn es um die Plätze für die Europa League geht. Die Top-4 sind zu weit entfernt, dafür müssten sehr viele Entwicklungsschritte folgen, die ich aktuell nicht sehe. Platz 5-7 ist drin, wenn nicht gleich ein zu großer Rückstand aufgrund des Auftaktprogrammes angehäuft wird.

Vermisst du Arsene Wenger?

Natürlich vermisst man einen Trainer, der so lange bei einem Klub war und mit vielen sportlichen Erfolgen verbunden ist. Aber es gab gute Gründe, warum es am Ende zur Trennung kam. Mit dem Wenger-Management gingen viele personelle Fehlentscheidungen und zu teure Verträge einher. Der typische „Wengerball“ in all seinen Facetten war selbstverständlich sehr schön anzusehen, aber es war Zeit für einen Neuanfang.

Arsenal: Thierry Henry und Arsene Wenger (r.) halten die Premier-League-Trophäe.

Photo by Imago

Arsenal sorgt immer noch für Hoffnung

Was muss sich ändern?

Das ist gar nicht so leicht zu benennen und vieles hängt davon ab, wie sich die kommenden Wochen entwickeln. Im Kader steht eine sehr gute Basis zur Verfügung, hier wünsche ich mir noch einen sehr guten Rechtsverteidiger und etwas mehr Kreativität im Zentrum, die beispielsweise durch einen klassischen Aufbauspieler hergestellt werden kann. Denn hier ist zwar viel Dynamik vorhanden, an spielerischer Klasse fehlt es allerdings. Im Sturm sollte ebenfalls zeitnah eine Lösung für die Zukunft präsentiert werden. Die größere Baustelle ist aber die, alle Ansätze, die zweifelsohne vorhanden sind, zu einer Gesamtkomposition zusammenzufügen. Arteta wird sicher ein guter Trainer, doch entwickelt er sich gerade jetzt bei Arsenal mit dieser großen Aufgabe vor der Brust dazu? Die sportliche Leitung muss die Gesamtentwicklung der Mannschaft genau im Auge behalten, kritisch beäugen und reagieren, wenn der Eindruck entsteht, dass sich die Probleme andauernd wiederholen.

Wie groß ist die Chance auf Besserung?

Ich sehe eine gute Basis bei Arsenal, die allerdings labil ist. Viele junge Spieler wie Martin Ödegaard, Bukayo Saka, Emile Smith Rowe oder auch Kieran Tierney stehen im Aufgebot. Diese Spieler müssen aber gehalten werden, das geht nur mit einer entsprechenden sportlichen Perspektive. Sollte Arteta die Schlüssel finden, um diese Mannschaft zu entwickeln, eine bessere Saison als die letzte spielen, dann sehe ich die Chance auf einen nachhaltigen Schub. Was sich auf keinen Fall ereignen darf, ist ein Hangeln von Übergangssaison zu Übergangssaison. Heißt: Arsenal benötigt Konstanz auf allen Ebenen, aber nicht nur um der Konstanz willen. Generell bin ich optimistisch und habe Hoffnung. Aber wie schon gesagt. Darauf folgt bei Arsenal nicht selten Ernüchterung.

Photo by: Paul Terry Sportimage via Imago

Damian Ozako

Als Kind von Tomas Rosicky verzaubert und von Nelson Haedo Valdez auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht worden. Geblieben ist die Leidenschaft für den (offensiven) Fußball. Seit 2018 bei 90PLUS.

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