Arsenal-Trainer Arteta gegen Chelsea bereits unter Zugzwang

Mikel Arteta steht beim FC Arsenal unter Zugzwang
Vorschau

Vorschau | Am 2. Spieltag kommt es in der Premier League zu einem Londoner Derby. Der FC Arsenal empfängt den FC Chelsea, Trainer Mikel Arteta steht schon jetzt unter Druck. 

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 17.30 Uhr, live auf Sky

Arsenal

2021/2022 sollte beim FC Arsenal einiges besser werden: Das kränkelnde Spiel nach vorne, die individuellen Fehler und vor allem die Punkteausbeute. Nach der 0:2- Auftaktniederlage gegen Aufsteiger Brenford bleibt die Erkenntnis, dass vieles noch beim Alten ist.

 

 

Nach seiner ersten vollen Vorbereitung als Arsenal-Trainer (Corona ließ das im Sommer 2020 nicht zu) ist das Offensivspiel unter Mikel Arteta (39) noch immer zu statisch und einfallslos, ja regelrecht gezwungen. Dass Pierre-Emerick Aubameyang (32) und Alexandre Lacazette (30) kurzfristig wegen Corona ausfielen, warf die Planung über den Haufen. Darüber hinaus zeigte sich Arteta überrascht, dass das Spiel trotz der kurzfristigen positiven Befunde überhaupt stattfand. Die zusammengewürfelte Angriffsreihe Gabriel Martinelli (20), Nicolas Pépé (26) und Debütant Folrian Balogun (20) bestand einzig aus Vollstreckern und konnte die Kombinationsbemühungen von Emile Smith Rowe (21) nicht fortführen. Nichtsdestotrotz war die Darbietung ernüchternd: Klare Chancen gab es kaum. Und die Defensive? Diese ließ sich bei Standards zu leicht abkochen, insbesondere Rechtsverteidiger Calum Chambers (26) und Pablo Mari (27) erwiesen sich als Unsicherheitsfaktoren.

Bereits am 2. Spieltag steht Arteta also unter Druck. Immerhin sind die Londoner unter seiner Leitung erstmals seit 25 Jahren nicht in einem europäischen Wettbewerb vertreten. Darüber hinaus hat kein Klub der Premier League diesen Sommer mehr in den Kader investiert als Arsenal – 150 Millionen Euro. „Wenn du keinen Druck in diesem Sport spürst, dann hast du den falschen Beruf gewählt“, sagte der 39-Jährige auf der Pressekonferenz und betonte: „Es ist Verantwortung, nicht Druck.“

Hoffnungsträger Ödegaard muss passen

Gegen den FC Chelsea hat Arteta die große Verantwortung, zum Heimauftakt des FC Arsenal für eine Leistungssteigerung zu sorgen. Keine einfache Aufgabe, neue Impulse wird es nicht geben. Verteidiger Ben White (23) und Mittelfeldspieler Sambi Lokonga (21) – gegen Brentford noch die Lichtblicke – sind erneut die einzigen Neuzugänge, die in der Startelf zu erwarten sind. Der am Freitag verpflichtete Martin Ödgegaard (22), der große Hoffnungsträger in der Kreativabteilung, wird sein Visum nicht rechtzeitig erhalten. Darüber hinaus fehlen mit Thomas Partey (28) und Gabriel (23) weiterhin zwei Stammspieler. Ob zumindest Aubameyang oder Lacazette rechtzeitig in den Kader zurückkehren werden, konnte Arteta am Freitag nicht beantworten. Bukayo Saka (19) sollte nach anfänglicher Schonung immerhin in die Startelf rücken und den Spielfluss verbessern.

Die größte Veränderung muss aber ohnehin in den Köpfen stattfinden: Zu selten ist der Tempofußball, zu dem die Gunners sicherlich in der Lage wären, zu sehen, zu früh hängen nach Rückschlägen die Köpfe. Das ist auch Aufgabe des Trainers.

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Chelsea

Viel bequemer hätte der Saisonauftakt für den FC Chelsea nicht laufen können. Der Gast Crystal Palace ließ die Blues quasi nach Belieben gewähren und brachte in 90 Minuten einen einzigen Schuss aufs Tor zu Stande. Chelsea dagegen zeigte sich spielfreudig. Marcos Alonso (30) per Freistoß, Christian Pulisic (22) und Academy-Produkt Trevoh Chalobah (22) tüteten den ungefährdeten 3:0-Sieg ein.

Aufgrund der Leistung des Gegners war der erste Dreier der Saison wohl kaum ein Beleg dafür, dass Chelsea tatsächlich um den Titel spielen wird. Nichtsdestotrotz wurde der Job souverän erledigt. Und das obwohl Neuzugang Romelu Lukaku (28), N’Golo Kante (20) und Hakim Ziyech (28) fehlten, während Ben Chilwell (24), Thiago Silva (36), Reece James (21) und Kai Havertz (22) zunächst auf der Bank saßen. Fast alle sind Schlüsselspieler des Champions-League-Siegers, sie alle wurden am 1. Spieltag nicht gebraucht. Ein Zeichen für die Quantität und Qualität, die Thomas Tuchel (47) in seiner ersten vollen Saison als Trainer der Londoner zur Verfügung steht.

Lukaku vor Debüt

Gegen den FC Arsenal könnte ein großes Stück Qualität in die erste Elf des FC Chelsea rücken. Lukaku, der im Sommer für 115 Millionen Euro von Inter Mailand zurückkehrte, steht nach abgeschlossener Quarantäne zur Verfügung. Er soll im Titelrennen das fehlende Puzzlestück des Tuchel-Systems darstellen: ein physischer, spielintelligenter und kombinationsstarker Vollstrecker. Tuchel hat ähnliche Hoffnungen, schob aber den Teamgedanken vor. „Das fehlende Puzzlestück? Wir hoffen es. Gleichzeitig müssen wir die richtigen Lösungen in Spielen finden. Wir sind ein Kader und es ist die Leistung eines Teams“, sagte er auf der Pressekonferenz.

Zu dem Team dürften gegen die Gunners auch Kanté und Zyiech wieder gehören, bei ihnen sehe es nach Einschätzung des Trainers gut aus. Schlechtere Neuigkeiten gibt es für Pulisic. Der US-Amerikaner steht nach positiven Coronatest nicht zur Verfügung. Die Ausfallzeit dürfte sich jedoch in Grenzen halten, der US-Amerikaner ist geimpft und symptomfrei. Thiago Silva, Chilwell und Reece James stehen zur Verfügung, könnten nach den guten Vorstellungen ihrer Vertreter aber langsam herangeführt werden.

 

Prognose

Der FC Chelsea reist mit breiter Brust und ausgeruhter Mannschaft als Favorit in das Londoner Derby, dem FC Arsenal dagegen fehlen nicht nur einige Schlüsselspieler. Nach dem verkorksten Saisonstart dürfte es auch an Selbstbewusstsein und Souveränität mangeln, um etwas Zählbares aus dem Spiel zu holen. Dass die Gunners die letzten beiden direkten Duelle für sich entschieden, ist nur eine Randnotiz. 

 

Mögliche Aufstellungen

Arsenal: Leno – Chambers, White, Mari (Holding), Tierney – Xhaka, Lokonga – Saka, Smith Rowe, Pépé – Martinelli (Balogun)

Chelsea: Mendy – Chalobah, Christensen, Rüdiger – Azpilicueta, Jorginho, Kanté, Alonso – Mount, Havertz – Lukaku

 

Photo: xRichardxHeathcotex/Imago

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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