ManCitys Ausrufezeichen & Gazzaniga macht den Nübel

Premier League Awards

7 Awards – Premier League | Während der FC Liverpool die Klub-WM für sich entschied, setzte ManCity in der Premier League ein Ausrufezeichen. Das und mehr…

„Ausrufezeichen“ – Award: ManCity

An einem Wochenende, an dem der marschierende FC Liverpool aufgrund der Klub-Weltmeisterschaft nicht am Spielgeschehen in der Premier League teilnahm, lieferte der amtierende Meister ein Ausrufezeichen ab.

Gegen den (noch) Zweitplatzierten Leicester City erinnerte Manchester City uns alle daran, wie gut speziell die Offensive von Pep Guardiola sein kann, nämlich unaufhaltsam. Mit einem Kevin De Bruyne in Weltklasseform spielten die Cityzens die bisher beste Defensive der laufenden Saison phasenweise schwindelig.

Manchester City gewann hoch verdient mit 3:1, schenkte den Foxes damit als erstes Team unter der Leitung von Brendan Rodgers drei Gegentore ein und verkürzte den Rückstand auf Liverpool (ein Spiel weniger) auf elf Zähler.

„Alexander Nübel“ – Award: Paulo Gazzaniga

Beim Stand von 0:1 gegen Chelsea stürmte Tottenhams Schlussmann Paulo Gazzaniga kurz vor der Halbzeit aus dem Kasten, um vor dem heraneilenden Marcos Alonso an den Ball zu kommen.

Der Vertreter von Hugo Lloris hatte zwei Optionen: A) Den Ball ganz einfach mit den Händen halten – er hatte genügend Vorsprung oder B) Den Ball ablaufen – nochmal: Vorsprung. Gazzaniga entschied sich für C) Den Gegner völlig ohne Grund umtreten, damit einen Elfmeter verursachen und seine Mannschaft mit 0:2 in Rückstand bringen.

Erinnerungen an den 15. Spieltag der Bundesliga wurden wach, als Schalke-Keeper Alexander Nübel Gegenspieler Matja Gacinovic in Kung-Fu-Manier aus dem Weg räumte.

Die Spurs konnten sich davon nicht erholen, gerieten nach einem erneuten Platzverweis an Heung-Min Son (Tätlichkeit) in der zweiten Halbzeit zudem in Unterzahl.

Das Sportliche rückte bei der Partie allerdings leider in den Hintergrund. Chelsea-Verteidiger Antonio Rüdiger wurde das Opfer rassistischer Anfeindungen.

„Drohung geglückt“ – Award: Mikel Arteta

Beim Auswärtsspiel des FC Arsenal gegen Everton saß Mikel Arteta noch nicht auf der Bank. Der neue Trainer wurde keine 24 Stunden zuvor vorgestellt, sodass Interimslösung Frederik Ljungberg ein letztes Mal Regie führte.

Arteta, der kein Geheimnis daraus machte, bei den strauchelnden Gunners konsequent  durchzugreifen, richtete vor der Partie dennoch einige warme Worte an seine Spieler: „Ich werde auf der Tribüne sitzen. Ich will, dass ihr wisst, dass ich eure Einstellung, eure Anstrengung und eure Körpersprache beobachten werden. Ich werde sehen, was ihr macht, wenn ihr den Ball verliert, wie ihr reagiert und was ihr tut, wenn ihr den Ball habt.“

Die Drohung ist offenbar geglückt. Arsenal lieferte beim 0:0 gegen die zuvor aufstrebenden Toffees in der Offensive wieder eine enttäuschende Leistung, zeigte allerdings eine deutliche Leistungssteigerung in Sachen Laufleistung, Kampf und Leidenschaft.

All das war wohl ausschlaggebend dafür, dass die Londoner mit einem 18-jährigen Offensivmann als Linksverteidiger, einer erneut umgewürfelten Innenverteidigung und einem bisher wackeligen Ainsley Maitland-Niles als Rechtsverteidiger erst zum dritten Mal in dieser Saison zu Null spielen konnten.

(Photo by Justin Setterfield/Getty Images)

„Ungewollte Favoritenrolle“ – Award: Manchester United

Bereits letzte Woche erinnerten wir an unsere Warnung, die positiven Ergebnisse Manchester Uniteds gegen Manchester City und Tottenham nicht über zu bewerten.

Der vergangene Spieltag, ein 1:1 gegen Everton, zeigte wieso: Unter Ole Gunnar Solskjaer fehlt den Red Devils in der Offensive jegliche Identität, Spielfluss oder Kreativität, kurz gesagt: Manchester United hat vor allem in der Favoritenrolle massive Probleme, zumeist gegen tief stehende Gegner.

In diese Kategorie fällt natürlich auch Schlusslicht Watford. United wusste mit den 64% Ballbesitz nichts anzufangen und verlor – auch dank eines folgenschweren Patzers von David De Gea – letztendlich mit 0:2. Der Trend setzt sich fort: Die Solskjaer-Elf hat nur eines der letzten 17 Premier-League-Spiele gewonnen, in der sie mehr Ballbesitz hatte als der Gegner.

„Inländer“ – Award: Southampton

Wo wäre Southampton 2019/2020 ohne seine Engländer? Die Saints landeten im Abstiegskampf einen ganz wichtigen 3:1-Sieg gegen Aufsteiger Aston Villa. Wie das bei der Mannschaft von Ralph Hasenhüttl in dieser Saison nun mal so ist, erzielten alle drei Tore Engländer, eines von Innenverteidiger Jack Stephens und zwei durch Überlebensversicherung Danny Ings.

Damit wurden die letzten 16 Tore Southamptons von Engländern erzielt – der längste Lauf der Premier League seit 1996 (bis auf 2011, denn der 17-Tore-Lauf der Queens Park Rangers wurden von 16 Jahren außerhalb der ersten Liga unterbrochen).

Hoffentlich kein schlechtes Omen für die Saints.

„Von wegen nicht Premier-League-tauglich“ – Award: Sheffield Uniteds System

Am Anfang der Saison galt Sheffield United für die Meisten als Abstiegskandidat Nummer eins. Der Aufsteiger hatte nicht nur qualitativ Defizite im Vergleich zum Rest der Liga, sondern auch ein auf den ersten Blick waghalsiges System.

Eine individuell nahezu unterdurchschnittlich besetzte Dreierkette, mit nach vorne stürmenden Innenverteidigern und fließenden Positionswechseln schien gegen Manchester City, Liverpool und Co. Harakiri zu sein.

Doch Chris Wilder und seine Mannschaft beweisen, was mit viel Einsatz, taktischer Disziplin und Laufarbeit alles möglich ist. Durch den verdienten 1:0-Auswärtssieg gegen Brighton & Hove Albion hält Sheffield United nicht nur den sensationellen fünften Platz in der Premier League. Es war das 28. Spiel, dass die Blades seit Beginn der letzten Saison zu Null gespielt haben. Keinem Team in den ersten vier Ligen gelang dies in diesem Zeitraum häufiger. Trotz Personal und System…

„Einschlafhilfe“ – Award: Bournemouth vs. Burnley

Probleme beim Einschlafen? Kein Problem, schaut euch einfach das Spiel zwischen dem AFC Bournemouth und dem FC Burnley im Re-Live an.

In der 89. Minute konnten die Gäste durch den Treffer von Jay Rodriguez drei Punkte von den Cherries entführen: Es war der erste Schuss aufs Tor der Partie und der insgesamt fünfte Versuch in den 90 Minuten – die wenigsten Schüsse in einem Premier-League-Spiel seit Beginn der Erfassung dieser Statistik in der Saison 2003/2004.

Chris McCarthy

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(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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