„Sie sind doch schon tot“, Liverpool weigert sich und Emery vor dem Aus?

Premier League Awards

7 Awards | Die größten Schlagzeilen des zehnten Spieltags der Premier League machte natürlich der 9:0-Sieg Leicesters über Southampton. das und mehr besprechen wir in unseren Awards…

„Sie sind doch schon tot“ – Award: Leicester City

Nach zehn Spieltagen ist Leicester City eine der Mannschaften der Saison. Überraschend kommt das nicht. Der Kader der Foxes ist speziell in der Spitze sehr gut bestückt und Trainer Brendan Rodgers deutete schon in den letzten zehn Spielen der vergangenen Saison an, dass die Kritik an seiner Person zu Liverpool-Zeiten überzogen war.

Ein Grund für den Lauf der Foxes ist vor allem ihre gnadenlose Effizienz: Aus 8,93 expected Goals erzielte Leicester ganze 16 Tore, die größte Diskrepanz der Liga. Jüngstes Opfer dieser gnadenlosen Effizienz wurde am Freitag Southampton. Die Foxes gewannen bei den Saints mit 9:0 (!), der höchste Auswärtssieg in der Geschichte der ersten englischen Liga.

Die Mannschaft von Brendan Rodgers spielte die Saints regelrecht an die Wand, führte nach einer frühen Roten Karte für die Hasenhüttl-Elf bereits zur Halbzeit mit 4:0. Doch Rodgers war das nicht genug: „Wir sagten zur Halbzeit, dass wir das Tempo aufrecht erhalten und sie bestrafen wollen. Es ist schwer für Ralph, aber wir müssen unseren Job tun, und sie bestrafen. Es ist Teil unserer Ausbildung, wir müssen aus der „Boy Zone“ kommen und wie Männer spielen. Sie sind sehr talentiert und lernen gnadenlos zu sein.“

Leicester erzielte in Durchgang zwei vier weitere Tore, also insgesamt neun aus gerade einmal 4,31 xG. Eiskalt, effizient und gnadenlos. Dabei war Southampton schon vor der Pause tot…

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„Nicht heute, nicht hier“ – Award: Liverpool

Es war ein rasantes Topspiel am Sonntag zwischen Liverpool und Tottenham. Die kriselnden Spurs zeigten eine wichtige Trotzreaktion auf die Rückschläge der letzten Wochen, gingen verdient früh durch Harry Kane in Führung und verlangten den Reds mit viel Intensität alles ab.

Liverpool wusste allerdings, was auf dem Spiel stand. Manchester City hatte am Samstag vorgelegt und den Rückstand auf Liverpool zwischenzeitlich auf drei Punkte verkürzt. Nach dem Unentschieden gegen Manchester United am letzten Spieltag konnte es sich der Vorjahresvizemeister schlichtweg an diesem Tag schlichtweg nicht erlauben, wieder Punkte zu lassen. Schon gar nicht hier, an der Anfield Road.

Hier bedeuten Rückstände nämlich nicht viel. In den letzten neun Spielen, in denen Liverpool zuhause in Rückstand geriet, konnte man dennoch die Niederlage abwenden. Die letzten fünf Spiele wurden dabei sogar allesamt gewonnen. Es würde Nummer sechs dazu kommen.

Die Reds hielten in der zweiten Halbzeit das Tempo hoch und trafen eine entscheidende Korrektur. Jordan Henderson wurde auf den rechten Flügel gestellt, unterband somit die Spurs-Gegenstöße über Danny Rose und agierte selbst offensiver. In der Folge drehten die Reds das Spiel. Henderson traf nach tollem Zuspiel Fabinhos zum 1:1, ehe Mohamed Salah in der 75. nach einem plump verursachten Elfmeter von Serge Aurier an Sadio Mané das 2:1 beisteuerte.

Ein Punktverlust kam nicht in Frage, nicht heute, nicht hier.

(Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

„Vor dem Aus (?)“ – Award: Unai Emery

0:1 gegen Aufsteiger Sheffield, 2:2 nach 2:0-Führung gegen Crystal Palace: Das Saisonziel des FC Arsenal, eine Platzierung in den Top-Four, ist mittlerweile vier Punkte entfernt.

Viel besorgniserregender als die tabellarische Situation, ist allerdings was auf und abseits des Platzes passiert. Spielerisch ist bei den Gunners unter Unai Emery keinerlei Besserung in Sicht und das obwohl ihm wohl der beste Kader der letzten Jahre zur Verfügung steht. Die Führung gegen Crystal Palace resultierte mal wieder aus Zufallsprodukten, Sokratis und David Luiz trafen nach Standardsituationen. Die Defensive ist nach wie vor die große Schwachstelle, sah sowohl beim plump verschuldeten Elfmeter durch Calum Chambers als auch beim 2:2 durch Jordan Ayew alles andere als gut aus. Dem kompletten Spiel fehlt jegliche Identität oder Struktur.

Das hat zur Folge, dass auch auf den Rängen die Lage immer angespannter wird. Die Tatsache, dass das 3:2 durch Soraktis kurz vor Schluss zu unrecht durch VAR aberkannt wurde, wurde zur Nebensache. Die Stimmung gegen Trainer und Spieler wird immer giftiger. „Emery-Out“ – Schilder häufen sich. Granit Xhaka, einer der vielen Spieler, der derzeit auch aus System-Gründen seiner Form hinterherhinkt, wurde unter hämischen Beifall ausgewechselt und beleidigte dabei die Fans.

In den kommenden Wochen spielt Arsenal im Ligapokal auswärts gegen Liverpool, zuhause gegen Top-Sechs-Schreck Wolverhampton und auswärts gegen das Überraschungsteam der Saison, Leicester City. Drei Spiele, die allesamt schwer werden. Drei Spiele, bei denen die Stimmung in Nordlondon endgültig kippen könnte. Drei Spiele, die nach eineinhalb Jahren das Aus des Spaniers bei Arsenal besiegeln könnten.

(Photo by Glyn KIRK / AFP

„Führungsspieler“ – Award: Raheem Sterling

Es gab Zeiten, da wurde Raheem Sterling als Produkt der Tormaschinerie Manchester Citys abgestempelt. Immerhin kreierten die Cityzens Unmengen von Chancen. In diesem System Tore zu erzielen, so die Kritik, sei einfach, auch für einen Spieler der sich allmählich einen Ruf als Chancentod aneignete.

Spätestens letzte Saison räumte Raheem Sterling dieses Vorurteil beiseite, als er mit neu gefundener Effizienz 17 Tore erzielte, zwölf weitere vorbereitete und zum absoluten Leistungsträger avancierte.

Mittlerweile ist der 24-Jährige mehr als ein Leistungsträger, er ist ein Führungsspieler. Nach einer schweren ersten Halbzeit gegen Aufsteiger Aston Villa war es nach Meinung von Pep Guardiola, Raheem Sterling, der mit seiner Mentalität den Sieg einleitete: „In der zweiten Hälfte haben wir ihn imitiert. Er zeigte uns, wie wir spielen wollten und es war viel besser.“

Sterling ging nicht nur mit gutem Beispiel voran, er brachte Manchester City sogar mit seinem 1:0 auf die Siegerstraße. Es war sein 13 Tor in den letzten 14 Pflichtspielen.

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

„Youngster der Woche“ – Award: Christian Pulisic

Mittlerweile dürfte jedem bekannt sein, dass der FC Chelsea aufgrund der Transfersperre und der Verpflichtung von Trainer Frank Lampard 2019/2020 extrem auf die Jugend setzten muss. Folglich gibt es beinahe jede Woche einen anderen Youngster, der von sich reden macht. Bisher waren das vor allem Tammy Abraham, Mason Mount, Fikayo Tomori und zuletzt Callum Hudson-Odoi.

Am zehnten Spieltag würde endlich auch Neuzugang Christian Pulisic für Schlagzeilen sorgen. Nachdem der US-Amerikaner zunächst drei Spiele in Folge nicht eingesetzt wurde und dann die letzten zwei Spiele nur von der Bank kam, stand er gegen Burnley in der Startaufstellung. Es würde sich auszahlen, denn Pulisic schoss die Blues mit einem Hattrick zum 4:0-Auswärtssieg und beförderte die Londoner somit auf Platz vier.

Mit 21 Jahren und 88 Tagen ist der ehemalige Dortmunder somit der jüngste Hattrick-Schütze der Premier-League-Geschichte. 42 Tage jünger als Teamkollege Tammy Abraham, der den Rekord erst am 14. September aufstellte. Pulisic ist somit Chelseas „Youngster der Woche“.

„Elfmeterproblem“ – Award: Manchester United

Sowohl Anthony Martial als auch Marcus Rashford verschossen am Sonntag gegen Norwich jeweils einen Elfmeter. Manchester United würde das nicht kosten, beide legten aus dem Spiel heraus nach und die Red Devils gewannen mit 3:1.

Nichtsdestotrotz hat Manchester United ein Elfmeterproblem, das zur Kopfsache werden könnte. In der Premier League wurden in dieser Saison insgesamt fünf Strafstöße verschossen, vier davon von Manchester United und das durch drei verschiedene Schützen.

„Vater des Erfolgs“ – Award: Chris Wilder

Der Weg von Sheffield United ist spannend. Mit einem geringen Etat, dafür mit viel Leidenschaft, System und einem unkonventionellen Spielstil, ist Trainer Chris Wilder nicht nur für zwei aufeinanderfolgende Aufstiege sondern nun für den tollen Saisonstart in der Premier League verantwortlich.

Durch das erkämpfte 1:1 gegen West Ham haben die Blades nach zehn Spielen beachtliche 13 Punkte auf dem Konto. Chris Wilder, der Vater des Erfolgs, hat seit seinem Amtsantritt zur Saison 2016/2017 somit 79 Punkte gesammelt. In den ersten vier Ligen haben in dieser Zeitspanne laut Statistikdienst Opta lediglich Jürgen Klopp (81) und Pep Guardiola (94) eine bessere Ausbeute vorzuweisen.

Chris McCarthy

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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