Trostpreis für ManCity, Van Dijk wechselt die Seiten und ein besonderes Debüt…

Premier League Awards

7 Awards – Premier League | Wir haben den 14. Spieltag und bereits zum fünften Mal muss Manchester City einen Punktverlust hinnehmen. Liverpool dagegen marschiert weiter. Das und mehr….

„xG-Trostpreis“ – Award: ManCity

Es war mal wieder eines dieser Spiele für Manchester City. Eines dieser Spiele, die in dieser Saison viel zu häufig vorkommen und den amtierenden Meister letztendlich die erneute Titelverteidigung kosten könnten.

Trotz erdrückender Dominanz (76% Ballbesitz, 24:6 Schüsse) und zwei Führungen auswärts gegen Newcastle, eine davon in der 82. Minute, musste sich Manchester City mit einem 2:2 zufrieden geben. Ohne den verletzten Sergio Agüero fehlte vorne die letzte Präzision. In der Defensive dagegen hat sich der Ausfall Aymeric Laportes als folgenschwer erwiesen.

Und nichtsdestotrotz hätten die Citzyens auch dieses Spiel gewinnen müssen, zumindest wenn man nach „expected Goals“ (xG) geht.


Gemessen an historischen Daten und diversen Faktoren, wie die Entstehung einer Chance (Flanke, Kurzpass etc.), bemisst “xG” auf einer Skala von 0 bis 1, wie wahrscheinlich es ist, in einer bestimmten Situation und Position ein Tor zu erzielen. Ein Schuss mit 0,75 xG entspräche beispielsweise einer Torwahrscheinlichkeit von 75%. Ein Wert von 2,55xG in einem Spiel bedeutet, dass alle Chancen in diesem Spiel zusammen addiert theoretisch in 2,55 Tore resultieren sollten.


Manchester City hat nach 14 Spieltagen zwei Niederlagen und drei Unentschieden vorzuweisen. Laut „xG“ hätte das Team von Pep Guardiola alle fünf sieglosen Spiele gewinnen müssen, auch das gegen Tabellenführer Liverpool.

Ein Trostpreis für die Skyblues. Die Meisterschaft wird nämlich nicht nach „zu erwartenden“ sondern tatsächlichen Toren entschieden und dort lässt man auf beiden Seiten des Feldes 2019/2020 neben einer Portion Glück auch die letzte Effizienz vermissen…

„Mehr als ein Defensivgarant“ – Award: Virgil Van Dijk

Welchen Einfluss Virgil Van Dijk seit seinem Rekordwechsel vom FC Southampton im Januar 2018 beim FC Liverpool hatte, ist unbestritten. Der Niederländer hat beinahe im Alleingang die Defensive der Reds von einer Schwäche in eine Stärke verwandelt.

Van Dijk ist allerdings mehr als „nur“ ein Defensivgarant. Das demonstrierte er beim 2:1-Erfolg gegen Brighton & Hove Albion. Der Abwehrchef erzielte zwei frühe Kopfballtore (18.; 24.) und führte den Tabellenführer damit auf die Siegerstraße. Seit dem Beginn der Saison 2018/2019 hat der 28-Jährige nun sieben Tore erzielt – mehr als jeder andere Verteidiger in der Premier League.

Photo by Alex Livesey / Getty Images Sport

„Jetzt kommt auch noch Dusel dazu“ – Award: Leicester City

Seit Beginn der Saison beeindruckt Leicester City durch beachtliche Konstanz in allen Mannschaftsteilen. Speziell die Defensive, mit neun Gegentoren nach wie vor die beste der Liga, und die Offensive, mit 33 Toren die zweitbeste, ragen durch bestechende Effizienz heraus.

Gegen den FC Everton erwischten die Foxes allerdings nicht ihren besten Tag. Die krisengeschüttelten Gäste gingen mit einer verdienten 1:0-Führung (Richarlison) in die Pause.

Nichtsdestotrotz fand Leicester zurück in die Partie. Jamie Vardy erzielte nach 68 Minuten den Ausgleich, ehe Kelechi Iheanacho in der vierten Minute der Nachspielzeit sogar noch den späten sowie glücklichen Siegtreffer erzielte.

Sollte die Mannschaft von Brendan Rodgers auch an schlechten Tagen kontinuierlich punkten, muss man sich allmählich sorgen machen. Leicester, aktuell auf Platz zwei, hat sich mittlerweile zwölf Punkte Puffer auf Rang fünf aufgebaut.

„Viel Arbeit“ – Award: Frederik Ljungberg (?)

Auch wenn der FC Arsenal beim Debüt von Interimstrainer Frederik Ljungberg das achte Pflichtspiel in Serie nicht gewinnen konnte, zeigte das Team speziell in der ersten Halbzeit, eine deutliche Leistungssteigerung. Arsenal musste sich bei Norwich dennoch mit einem 2:2 zufrieden geben.

Die altbekannten Probleme der Gunners, anfangs noch in der Defensive, später auch im unstrukturiertem Mittelfeldspiel, zeigten, dass auf Ljungberg oder einen anderen Trainer eine Menge Arbeit wartet.

Die teilweise schwer nachzuvollziehenden taktischen Zwänge unter Vorgänger Unai Emery sind nicht spurlos an Arsenals Mannschaft vorbeigegangen.

(Photo by GLYN KIRK/AFP via Getty Images)

„Der Druck wächst“ – Award: Ole Gunnar Solskjaer

Das 2:2 Manchester Uniteds zuhause gegen Aston Villa war der nächste enttäuschende Auftritt unter Trainer Ole Gunnar Solskjaer.

Seitdem der Norweger das Team im März 2018 übernahm, lässt eine Leistungssteigerung trotz einer Reihe guter Ergebnisse zu Beginn weiterhin auf sich warten.

Nachdem sich Arsenal (8.) und Tottenham (5.), zwei Teams die sich in der Tabelle vor den enttäuschenden Red Devils (9.) befinden, von ihren Trainern trennten, nimmt der Druck auf Solskjaer zu.

Auch der Vergleich zu seinem Vorgängers fällt hier ins Gewicht. José Mourinho wurde 2018/2019 nach 17 Spielen und 26 Punkten gefeuert. Solskjaer muss die drei folgenden Spiele gewinnen, um damit überhaupt gleichzuziehen. Das Programm: Natürlich Mourinhos Tottenham (H), Manchester City (A) und Everton (H).

„Besser spät als nie“ – Award: David Martin

Da West Hams Nummer eins Lukasz Fabianski aufgrund einer Hüftverletzung aussetzen muss und sein Vertreter Roberto zuletzt nicht den sichersten Eindruck machte, setzte Manuel Pellegrini beim Auswärtsspiel gegen Chelsea auf David Martin.

Für den 33-Jährigen war es das erste Premier-League-Spiel seiner Karriere und was für eins! Der Sohn von Hammers-Legende Alvin hielt bei den Blues durch starke Paraden die Null und war maßgeblich daran beteiligt, dass West Ham zum ersten Mal nach 13 gescheiterten Versuchen wieder einen Sieg von der Stamford Bridge entführte.

West Ham feiert nach sieben sieglosen Spielen wieder einen Sieg und befreit sich damit aus der Abstiegszone, während der 33-jährige David Martin mit Tränen in den Augen einen doch noch einen geglückten Einstand in der englischen Fußballelite feiern durfte. Besser spät als nie.

„Ungeduldig“ – Award: Watford

Ganze zehn Spiele hielt das Comeback von Trainer Quique Sanchez Flores an der Seitenlinie Watfords an. Das 1:2 auswärts gegen Southampton besiegelte seine zweite Amtszeit bei den abstiegsbedrohten Londonern, in der er lediglich einen Sieg feierte.

So langsam dürfte auch der erfahrungsgemäß ungeduldigen Vereinsführung der Hornets bewusst werden, dass man bei seinem Vorgänger Javi Gracia zu vorschnell und vor allem unfair handelte.

Nachdem der Spanier Watford mit einem überschaubaren Kader 2018/2019 auf einen beeindruckenden elften Platz führte, war 2019/2020 ohne signifikante Verstärkungen nach nur sechs Spielen und vier Punkten Schluss.

Am 15. Spieltag wird also bereits der dritte Trainer der laufenden Saison an der Seitenlinie des Tabellenletzten stehen…fragt sich wie lange.

Chris McCarthy

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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