Chelsea und Thomas Tuchel: Ein Pulverfass als perfektes Match?

FC Chelsea und Thomas Tuchel: Ein perfektes Match?
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News | Thomas Tuchel ist mit seiner Situation beim FC Chelsea sehr zufrieden und kann sich eine langfristige Zusammenarbeit gut vorstellen. Ist er endlich bei der richtigen Station angekommen?

Chelsea und Tuchel: Langfristige Zusammenarbeit oder kurzes Intermezzo?

Für Thomas Tuchel (48) hätte es nicht besser laufen können. Nachdem er bei Paris Saint-Germain auf unrühmliche Art und Weise rund um Weihnachten rausgeworfen wurde, ergab sich nur rund einen Monat später die Gelegenheit, den Trainerposten beim FC Chelsea zu übernehmen. Mit den Blues gewann er auf Anhieb die Champions League und führt in dieser Saison souverän die Tabelle in der Premier League an.

Vor dem Spiel gegen Burnley, das seit 2012 von Sean Dyche (50) trainiert wird, gab Tuchel an, ebenfalls über so eine lange Zeit einen Klub führen zu können. Er werde es bei Chelsea versuchen und verwies auf seine fünf Jahre als Coach der Mainz-Profis. Im vergangenen Jahr spürte er in Paris, dass seine Energie nicht mehr auf hohem Niveau verfügbar gewesen sei. In London sieht die Welt nun anders aus.

Tuchel: „Es passt perfekt“

„Qualität und Ergebnisse sind am wichtigsten“, erklärte Tuchel am Freitag (Zitate via Guardian). Ansonsten hätten Trainer nun einmal keine Chance auf eine langfristige Zusammenarbeit. Der 48-Jährige nannte Liverpool, Manchester City und eben auch Burnley als Beispiele, wie erfolgreich Vereine langfristig mit nur einem Trainer arbeiten könnten, solange es innerhalb des Klubs Vertrauen gebe.

„Ich werde mein bestes geben, um so lange wie möglich zu bleiben, weil ich ich es mag, wo ich bin. Es passt perfekt“, schwärmte Tuchel von Chelsea.

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Tuchel: keineswegs konfliktscheu

Sowohl bei Borussia Dortmund als auch bei PSG startete Tuchel sehr vielversprechend und überzeugte auf sportlicher Ebene. Doch es waren immer die zwischenmenschliche Töne, an denen der begabte Coach letztendlich scheiterte.

Beim BVB gab es nicht nur Krach mit Teilen der Mannschaft, sondern auch die Vereinsführung betrachtete den Trainer mit der Zeit immer kritischer. Das alles fand jedoch im Kontext des Anschlags auch in einer Extremsituation statt. In Paris scheiterte Tuchel nicht nur an der exorbitant hohen Erwartungshaltung der Franzosen, sondern auch am Zwist mit Sportdirektor Leonardo (52).

Wird er nun ausgerechnet beim FC Chelsea langfristig sein Glück finden und eine Ära prägen, anstatt nur ein kurzes, aber intensives Intermezzo hinzulegen? „Ich lebe nicht in Angst und erinnere mich konstant daran, dass ich entlassen werden könnte“, gab sich Tuchel betont ruhig. Er vertraue in seine Fähigkeiten. „Es ist ein Geschenk und ich lebe tatsächlich meinen Traum. Hoffentlich hält dieser noch mehrere Jahre, Wochen, Monate oder was auch immer an“, fügte er an.

Chelsea sucht den direkten Weg zum Erfolg

Die Blues sind nicht gerade dafür bekannt, mit Trainer zögerlich umzugehen. Vereinslegende Frank Lampard (43) bekam dies unmittelbar vor Tuchel zu spüren. Vielleicht passt es tatsächlich perfekt, dass beim FC Chelsea derzeit eine kompromisslose Vereinsführung mit einem keineswegs konfliktscheuen Coach zusammenarbeitet.

Beide Parteien strotzen nur so vor Selbstbewusstsein und scheuen sich nicht, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Sowohl Chelsea als auch Tuchel strahlen nicht erst seit kurzem diesen unbedingten Siegeswillen aus. Beide wollen den maximalen Erfolg holen und können gut darauf verzichten, sich auf diesem Weg viele Freunde zu machen.

Wie Tuchel schon sagte: Es passt perfekt. Bislang läuft es sportlich ideal und Chelsea entwickelt sich unter ihm zu einem der besten Teams Europas.
Die Frage ist nur, ob der 48-Jährige auch in schwierigen Zeiten, die irgendwann, vielleicht auch erst in ferner Zukunft, kommen werden, mit Chelsea auf einen gemeinsamen Nenner kommen kann.

Die Blues sind ein Pulverfass, das bei Konflikten nur wenige Funken braucht, um zu explodieren. Tuchel war in der Vergangenheit des Öfteren ein Feuerzeug. Ob diese Konstellation für eine langfristige, mehrjährige Zusammenarbeit geeignet ist? Dies bleibt abzuwarten, verspricht allerdings so oder so großen Unterhaltungswert.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Damian Ozako

Als Kind von Tomas Rosicky verzaubert und von Nelson Haedo Valdez auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht worden. Geblieben ist die Leidenschaft für den (offensiven) Fußball. Seit 2018 bei 90PLUS.

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