Manchester United: Fragen und Antworten zum Ärger rund um Jadon Sancho

5. September 2023 | News | BY Jannek Ringen

Jadon Sancho hat sich gegen die öffentliche Kritik seines Trainers nach der Nichtnominierung für das Spiel gegen Arsenal gewehrt. Doch beeinflusst das seine Zukunft negativ? Wir liefern einige Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Sancho-Ärger bei Manchester United

Im Spitzenspiel gegen den FC Arsenal fehlte Jadon Sancho (23) im Kader von Manchester United. Auf Nachfrage der englischen Journalisten entgegnete sein Trainer Erik ten Hag, dass der 23-Jährige aufgrund seiner Leistungen im Training fehlen würde. Via Twitter wollte der Offensivspieler sich verteidigen und teilte ein Statement über die Plattform, das seinem Trainer widersprach. Für Ruhe sorgt das bei den Red Devils nicht gerade. Doch wie geht es nun weiter um den ehemaligen Dortmunder? Wir liefern Fragen und Antworten.

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Wie lief die bisherige Saison für Jadon Sancho?

Zu Beginn der Vorbereitung durfte der Ex-BVB-Profi oftmals von Beginn an ran. Immer häufiger wurde er zu einer Option im Sturmzentrum und kam nicht wie gewohnt über die Außenbahn. Seine Leistungen waren dabei allerdings eher durchschnittlich, weshalb er sich zu Beginn der Saison auf der Bank wiederfand. Das zog sich ohnehin durch seine bisherige Zeit bei den Red Devils. In den ersten drei Spielen in der Premier League wurde er jeweils um die Stundenmarke auf der offensiven Außenbahn eingewechselt. Den Vorzug erhielt oftmals der erst 19-jährige Angreifer Alejandro Garnacho. Am vierten Spieltag fehlte er dann, wie bereits erwähnt, gänzlich im Kader.

Wie ist die Konkurrenzsituation für den ehemaligen Dortmunder?

Die Konkurrenzsituation auf den Flügeln bei Manchester United ist aufgrund der vielen variablen Spielern nicht gerade gering. Mit Anthony Martial, Marcus Rashford, Antony und eben Alejandro Garnacho gibt es in der Theorie vier direkte Konkurrenten für den Engländer. Zwar kommt für Rashford und Martial theoretisch auch das Sturmzentrum infrage, allerdings wird dies mit zunehmender Zeit immer öfter von Neuzugang Rasmus Höjlund besetzt. Bis auf Rashford besitzt jedoch auch kein Spieler den Status des unangefochtenen Stammspielers bei den Red Devils. Die Chancen für Sancho, sich in die Mannschaft zu spielen, wäre also eigentlich da.

Sancho

(Photo by Matt McNulty/Getty Images)

Kann das Statement zu einem Bruch mit Erik ten Hag führen?

Bereits im vergangenen Winter bewies United-Coach Erik ten Hag, dass er keinen Halt vor Persönlichkeiten macht und suspendierte Cristiano Ronaldo nach seinem aufsehenerregenden Interview bei Piers Morgan. Das Durchgreifen des Niederländers ist bekannt. Das Statement von Sancho war zwar mit Bedacht gewählt, dennoch bezichtigt es den Trainer einer Lüge. Dies könnte dafür sorgen, dass es noch weiter in der Rangordnung bei Manchester United für ihn nach unten geht. Auch ein kompletter Bruch mit dem Trainer lässt sich nicht ausschließen, insbesondere, weil der Offensivspieler aufgrund seiner schwankenden Leistungen nicht unverzichtbar ist.

Welche Optionen bieten sich im Winter für ihn? 

Es ist äußerst wahrscheinlich, dass die Auseinandersetzung am vergangenen Wochenende das Verhältnis von Erik ten Hag und Jadon Sancho nachhaltig geschädigt haben könnte. Näher an die Startelf hat es ihn jedenfalls nicht gebracht, sodass er weiterhin mit der Reservistenrolle leben muss. Lösungen im Sommertransferfenster, das aktuell noch Wechsel nach Saudi-Arabien oder in die Türkei ermöglicht, sind nicht zu erwarten.

Doch welche Optionen bieten sich im Winter? Am wahrscheinlichsten ist eine Leihe, da die wenigsten Vereine im Winter eine hohe Ablösesumme ausgeben wollen. Manchester United möchte seinen 85-Millionen-Einkauf sicherlich auch nicht fallen lassen und hofft weiter auf seinen Durchbruch. Über Interessenten ist aktuell noch nichts bekannt. Gut möglich, dass sich der ein oder andere Club aus der Premier League um den 23-Jährigen bemühen wird. Er könnte einen ähnlichen Schritt wie Ansu Fati gehen und versuchen, seine Karriere bei einem Club wie Brighton wieder in Gang zu bringen.

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Wie realistisch ist eine Rückholaktion des BVB?

Viele BVB-Fans hoffen nach den Unstimmigkeiten von Jadon Sancho und seinem Trainer sicherlich auf eine Rückkehr. Die Zeit des Engländers beim BVB war schließlich eine herausragende und dort wurde er zu einem der begehrtesten Spieler Europas. Doch aktuell scheint eine Rückkehr als äußerst unwahrscheinlich. Auch wenn eine Leihe im Raum stehen könnte, hat die Borussia derweil andere Baustellen, die es zu schließen gilt. Ein Spieler, der durch schwankende Leistungen auffällt wäre in einem Team, das durch schwankende Leistungen auffällt, vermutlich auch nicht perfekt aufgehoben. Komplett ausgeschlossen ist eine Rückkehr zwar nicht, weil sich bis zum Winter einiges ändern kann, allerdings müsste Manchester United sicherlich auch einiges an Gehalt übernehmen. Die Gesamtsituation bleibt also kompliziert.

(Photo by Stu Forster/Getty Images)

Jannek Ringen

Sozialisiert durch die Raute von Thomas Schaaf, gebrochen durch den Abstieg unter Florian Kohfeldt. Fußball in Deutschland ist sein Fachgebiet, aber immer mit einem Blick in England und Italien.


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