Zum Siegen verdammt war Manchester City im Vorfeld der Partie gegen den AFC Bournemouth am 37. Spieltag der Premier League. Durch den knappen Sieg von Arsenal gegen Burnley am Montagabend würden nur drei Punkte die Cityzens im Meisterschaftsrennen halten. Die Cherries hatten allerdings keineswegs vor den Skyblues bei diesem Unterfangen zu helfen, bei einem Sieg wäre weiterhin die Champions-League-Qualifikation in Reichweite.
Abseits des Platzes hatten unter der Woche die immer konkreter werdenden Gerüchte um einen Abgang von Pep Guardiola zum Saisonende für ordentlich Wirbel gesorgt. Eben jener veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum FA-Cup-Sieg gegen Chelsea auf zwei Positionen. Mateo Kovacic ersetzte Omar Marmoush in der Startelf, Gianluigi Donnarumma rückte wieder anstelle von James Trafford zwischen die Pfosten.
Auswärts im Vitality Stadium erwischte City einen soliden Start und kam durch Jeremy Doku zur ersten Chance des Spiels. Der Belgier konnte Djordje Petrovic im Cherries-Kasten allerdings noch nicht vor allzu große Schwierigkeiten stellen (5.).
Nach einer guten Viertelstunde kam auch Bournemouth in der Partie an und hätte in Führung gehen müssen. Nach einer flachen Hereingabe musste Evanilson aus kürzester Distanz nur den Fuß hinhalten, schaffte es aber in Slapstick-Manier den Ball übers leere Tor zu befördern.
Kroupi schockt City, Bournemouth geht in Führung
In der Folge verzeichnete City viel Ballbesitz, Bournemouth konzentrierte sich aufs Konterspiel und deutete immer wieder in Ansätzen Gefahr an. Dann schlug die Stunde des Eli Junior Kroupi. Nach einer starken Ballstaffette spielte Linksverteidiger Adrien Truffert den jungen Franzosen im Sechzehner frei. Wunderschön schlenzte der Shooting-Star das Leder aus halblinker Position halbhoch ins lange Eck zur Führung und ließ Donnarumma keine Chance. Arsenal war zu diesem Zeitpunkt Premier-League-Champion (39.).

Der Treffer hinterließ Spuren bei City. Direkt nach dem Anstoß verlor Guardiolas Team konsterniert den Ball, Kroupi wurde gerade noch entscheidend von Marc Guehi am Doppelpack gestört. Die Führung der Cherries war nicht unverdient, die Skyblues brauchten mindestens zwei Tore um die Titelhoffnung am Leben zu erhalten.
Und sie starteten nicht schlecht. Erling Haaland bediente Nico O’Reilly, der Rechtsverteidiger scheiterte aber aus kurzer Distanz an Petrovic (46.). Allerdings blieb der Serienmeister im Anschluss nicht weiter auf dem Gaspedal. City wirkte nervös und gehemmt, Bournemouth war dagegen mächtig Spielfreude anzumerken. Erneut brachte der auffällige Truffert eine flache Hereingabe von links in die Mitte, Evanilsons Versuch konnte Donnarumma gerade so um den kurzen Pfosten lenken (52.).
Das Heimteam wirkte wie beflügelt. Evanilson legte auf Kroupi ab, der Torschütze zielte aus 17 Metern einen Tick zu hoch (61.). Rayan traf kurz darauf nach einer Ecke den Außenpfosten. City taumelte und machte nicht den Eindruck, noch was am Ergebnis drehen zu können. Daran änderte auch der Distanzschuss von Rodri nichts (63.).
In der Folge zog sich Bournemouth weiter zurück. City rannte an, ohne zu zwingenden Chancen zu kommen. Im Norden Londons konnte langsam der Sekt kalt gestellt werden, Arsenals Triumph rückte minütlich näher. Zumal Bournemouth nur knapp an der Entscheidung scheiterte, David Brooks traf frei vor Donnarumma nur den Pfosten (90.).
Kurz vor Schluss herrschte Unordnung im Sechzehner von Bournemouth. Haaland nutzte das Chaos aus und traf wuchtig und mit Hilfe des Innenpfostens zum Ausgleich (90+5.). Ging da doch noch was?
Die Antwort lautete Nein. Nach sechs Minuten Nachspielzeit war es soweit. City spielte nur Unentschieden gegen ein couragiertes Bournemouth und leistete sich den entscheidenden Patzer im Titelrennen. Die Cherries leisteten Schützenhilfe für die Gunners, Arsenal ist das erste Mal seit 22 Jahren englischer Meister. Viel wichtiger allerdings aus Sicht von Bournemouth: Durch den Punkt verkürzen die Cherries den Rückstand auf die Champions-League-Ränge auf drei Punkte. Am letzten Spieltag ist damit immer noch alles offen, es wäre das perfekte Abschiedsgeschenk für den scheidenden Trainer Andoni Iraola. Pep Guardiola wird sich stattdessen im Falle eines Abgangs nicht mit einem weiteren Meistertitel für City verabschieden, das steht jetzt fest.

