Der FC Liverpool hat die Verpflichtung von Bradley Barcola offiziell bestätigt. Der französische Nationalspieler wechselt von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain zu den Reds und unterschreibt einen Fünfjahresvertrag bis 2031. Mit einer fixen Ablöse von 125 Millionen Euro kostet der 23-Jährige exakt so viel wie im vergangenen Sommer Florian Wirtz – und wird damit zum zweitteuersten Transfer der Liverpooler Vereinsgeschichte hinter Alexander Isak.
Die Ablöse im Detail
Nach monatelangem Ringen um den Preis einigten sich beide Klubs zunächst auf ein Gesamtpaket, das laut übereinstimmenden Berichten bei rund 106 Millionen Pfund garantiert liegt und durch leistungsabhängige Boni auf bis zu 120 bis 123 Millionen Pfund – umgerechnet rund 140 Millionen Euro – anwachsen kann. PSG hatte im Saisonverlauf ursprünglich rund 145 Millionen Pfund gefordert, musste von dieser Forderung im Zuge der finalen Verhandlungen aber abrücken. Barcola selbst äußerte sich nach der Unterschrift zufrieden: „Ich bin sehr glücklich“ und kündigte an, in Liverpool „sehr große Dinge“ erreichen zu wollen.
Ein später Wechsel nach zähem Poker
Der Transfer war lange keineswegs sicher. Noch im Frühsommer hatte es geheißen, PSG verfolge eine klare Nicht-Verkaufs-Strategie und auch Barcola selbst bevorzuge zunächst einen Verbleib in Paris – Liverpool war demnach mit zwei Angeboten bereits abgeblitzt, auch der FC Bayern soll erfolglos angefragt haben. Trainer Arne Slot ließ jedoch schon Wochen vor der finalen Einigung öffentlich durchblicken, dass sein Klub aktiv an einer Verstärkung auf den Flügelpositionen arbeite. Erst in der finalen Woche des Transferfensters kam Bewegung in die Verhandlungen, ehe der Medizincheck am vergangenen Wochenende den Weg endgültig freimachte.
Rekordzahlen auf beiden Seiten
Für PSG markiert der Verkauf einen Vereinsrekord: Die Franzosen hatten zuvor noch nie mehr als 90 Millionen Euro für einen Spielerabgang erhalten. Besonders lukrativ ist das Geschäft angesichts der Ausgangssumme: Barcola war erst 2023 für rund 45 Millionen Euro plus möglicher fünf Millionen Euro Bonus von Olympique Lyon gekommen und spielte in seiner Zeit in Paris eine zentrale Rolle beim Gewinn von Meisterschaft und Champions League in der vergangenen Saison. Im historischen Gesamtvergleich reiht sich der Transfer laut Daten in eine überschaubare Gruppe von gerade einmal 24 Spielern ein, für die je mehr als 100 Millionen Euro Ablöse gezahlt wurde.
Salah-Nachfolge? Warum der Vergleich hinkt
In der Berichterstattung wird Barcola vielfach als möglicher langfristiger Nachfolger von Mohamed Salah gehandelt, dessen Vertrag in Liverpool ausläuft. Sportlich ist der Vergleich jedoch mit Vorsicht zu genießen: Während Salah primär von der rechten Seite nach innen zog, ist Barcola klassischer Linksaußen. Bei der Weltmeisterschaft in diesem Sommer erzielte der Franzose drei Tore in acht Einsätzen für Les Bleus und dürfte in Liverpool zunächst eher die offene linke Flügelposition besetzen, die zuletzt vakant war.
Einordnung
Mit dem Barcola-Transfer setzt Liverpool seine kostspielige Kaderpolitik der vergangenen beiden Transferperioden fort: Nach Wirtz, Ekitike, Kerkez, Frimpong und weiteren Verpflichtungen sollen sich die Gesamtausgaben des Klubs seit Ende der Saison 2024/25 auf mehr als 660 Millionen Pfund belaufen. Für Trainer Slot bedeutet die Verstärkung zugleich mehr Konkurrenz im Angriff – ein möglicher Abgang von Cody Gakpo, für den es Interesse von Tottenham und Manchester City geben soll, gilt in diesem Zusammenhang als denkbar.

