Arsenal hat im Poker um Victor Osimhen offenbar eine konkrete Hausnummer genannt bekommen. Nach Informationen von Football Insider müsste der englische Meister mehr als 60 Millionen Pfund auf den Tisch legen, um Galatasaray überhaupt an den Verhandlungstisch zu bringen. Der 27 Jahre alte Nigerianer steht seit Jahren auf der Liste der Gunners – erstmals in diesem Sommer scheint aber Bewegung in die Sache zu kommen.
Den Anstoß gaben Gespräche, die eigentlich in die andere Richtung liefen. Wie Sky Sports berichtet, kam Osimhens Verfügbarkeit zur Sprache, als beide Klubs über Gabriel Martinelli und Ethan Nwaneri sprachen – zwei Offensivspieler, an denen Galatasaray interessiert ist. Der Daily Telegraph und das französische Portal Foot Mercato hatten die Kontakte zwischen London und Istanbul zuvor bestätigt.
Der Gesprächsfaden liegt bereits
Für Arsenal ist dieser Nebeneffekt wertvoll. Während andere Interessenten erst anklopfen müssten, verhandelt der Premier-League-Klub bereits über andere Personalien mit den Türken – und kann Osimhen in dieses Paket einbetten. Laut Foot Mercato haben die Süper-Lig-Meister nach den ersten Sondierungen noch keine Ablösesumme fixiert, wollen aber mindestens das Geld zurückholen, das sie selbst investiert haben. Galatasaray hatte Osimhen im vergangenen Sommer für rund 75 Millionen Euro fest von der SSC Neapel verpflichtet, nachdem er zuvor ein Jahr auf Leihbasis in Istanbul gespielt hatte.
Sportlich hat sich die Investition bislang ausgezahlt. In seiner ersten Saison als fest verpflichteter Spieler kam Osimhen laut Transfermarkt auf 22 Tore und acht Vorlagen in 33 Pflichtspielen. Sein Vertrag am Bosporus läuft noch bis 2029.
Das Gehalt ist die größere Hürde als die Ablöse
Die eigentliche Rechenaufgabe für Arsenal steht nicht auf dem Überweisungsträger. Osimhen verdient in Istanbul nach übereinstimmenden Berichten mehr als 300.000 Pfund pro Woche – ein Wert, der ihn im Handstreich zum Topverdiener im Kader von Mikel Arteta machen würde. Arsenal hat seine Gehaltsstruktur in den vergangenen Jahren bewusst flach gehalten. Ein Ausreißer dieser Größenordnung würde interne Diskussionen provozieren, zumal mehrere Leistungsträger vor Vertragsgesprächen stehen.
Rechnet man Ablöse und Gehalt über eine mögliche Vertragslaufzeit zusammen, liegt das Gesamtpaket deutlich jenseits der kolportierten 60 Millionen Pfund. Genau daran ist der Transfer in früheren Wechselperioden bereits gescheitert.
Galatasaray-Präsident bremst öffentlich
Öffentlich klingt es aus Istanbul ohnehin anders. Klubpräsident Dursun Özbek stellte zuletzt klar, dass Osimhen in diesem Sommer zu keinem Preis abgegeben werde. Solche Aussagen sind im laufenden Transferfenster mit Vorsicht zu genießen – sie erhöhen den Preis und beruhigen die eigenen Fans. Der Widerspruch zwischen Özbeks Ansage und den bestätigten Gesprächen mit Arsenal zeigt aber, wie weit die beiden Klubs in ihrer Bewertung noch auseinanderliegen.
Arsenal hält sich mehrere Türen offen
Druck hat Arteta nicht. Mit Viktor Gyökeres steht ein im Vorjahr für viel Geld verpflichteter Mittelstürmer im Kader, auch wenn dessen erste Saison in England schwankend verlief. Gabriel Jesus wird derweil mit einem Wechsel nach Italien in Verbindung gebracht – Neapel gilt als Interessent. Erst ein Abgang des Brasilianers dürfte den Kaderplatz und das Budget für einen Neuner dieser Preisklasse freimachen.
Investiert hat Arsenal in diesem Sommer bereits kräftig: Bruno Guimarães kam für rund 87,5 Millionen Euro, Christos Tzolis für 40 Millionen, Piero Hincapié wurde für ebenfalls 40 Millionen fest verpflichtet, Torhüter Illan Meslier kam ablösefrei. Bis zum Ende des Transferfensters am 1. September bleibt Zeit – die Premier League startet bereits am 22. August in die neue Saison.

