Heimspiel gegen Burnley: Chelsea strebt ersten Sieg unter Tuchel an

Premier League

Vorschau | Der mit großen Vorschusslorbeeren gestartete FC Chelsea erlebte bis dato eine ernüchternde Spielzeit. Nach dem jüngsten Trainerwechsel von Frank Lampard zu Thomas Tuchel soll die Trendwende erfolgen. Mit dem FC Burnley stellt sich jedoch ein gut aufgelegter Kontrahent an der Stamford Bridge vor.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 13.00 Uhr, Live bei Sky.

  • Chelsea will Aufschwung einleiten 
  • Tuchels Ballbesitzfußball soll etabliert werden
  • Burnley nimmt die nächste Überraschung ins Visier

Chelsea: Der Startschuss ist erfolgt

Plötzlich ging alles ganz schnell. Montag trennte sich der Verein von Trainer Frank Lampard, keine 24 Stunden später wurde Thomas Tuchel (47) als Nachfolger präsentiert. Nach nur einer Trainingseinheit stand bereits Mittwochabend das erste Pflichtspiel unter seiner Leitung auf dem Programm. Der neue Chefcoach erlebte ein mäßiges Debüt, denn im Heimspiel gegen hauptsächlich aufs Verteidigen fokussierte Wolverhampton Wanderers kamen die „Blues“ nicht über ein 0:0 hinaus. Trotzdem waren bereits Ansätze erkennbar, wie Chelseas Vortrag in Zukunft auftreten könnte.

Tuchel setzte – wie schon häufig in seiner Pariser Zeit – auf eine Dreierkette. Die wichtigen Schienenpositionen nahmen mit Callum Hudson-Odoi (20) und Ben Chilwell (24) zwei äußerst unterschiedliche Spielertypen ein. Auch ansonsten sorgte die Aufstellung für einiges Erstaunen. Mit Antonio Rüdiger (27) und Olivier Girod (34) rückten Akteure in die Startelf, die im Ligabetrieb bislang keine gewichtige Rolle spielten. Von der Bank kam dagegen erstmals Lampard-„Lieblingsschüler“ Mason Mount (22). Sogar komplett ohne Einsatz blieb der in den Vorwochen glücklose Timo Werner (24). Tuchel selbst forderte auf seiner Vorstellungspressekonferenz die ersten Personalentscheidungen nicht überzubewerten:„Die Aufstellung ist ungerecht. Ich hatte keinen Grund, die Spieler, die nicht begonnen haben, nicht aufzustellen.“ 

Seine Auswahl bot auf dem Rasen durchaus Anzeichen, die dem präferierten Spielstil ähnelten. Im ersten Durchgang spielte sie 433 Pässe, was einen Premier-League-Rekord seit Aufnahme der Daten in der Saison 2003/2004 darstellt. Am Ende erreichte sie 820 Pässe und einen Ballbesitzanteil von 78,9 Prozent. Doch die klaren Feldvorteile konnten die „Blues“ nicht in Zählbares ummünzen, denn sie erspielten sich nur wenige klare Torchancen. Nach Spielende stand trotz 14 Torschüssen bei den expected Goals nur ein Wert von 0,66 zu Buche.

(Photo by RICHARD HEATHCOTE/POOL/AFP via Getty Images)

Hoffnung auf Besserung besteht

Eine Steigerung soll im Vergleich mit dem FC Burnley, wo im Hinspiel ein ungefährdeter 3:0-Erfolg heraussprang, her. Ein Heimsieg ist zwingend nötig, da Chelsea aktuell nur auf Tabellenplatz acht zu finden ist. Vor Spieltagsbeginn war ein Champions-League-Startplatz schon sieben Zähler entfernt. Tuchel ist sich der Schwierigkeit seiner Aufgabe bewusst, zeigte sich aber sehr kämpferisch:Wenn du bei Chelsea unterschreibst, unterschreibst du für den Titelhunger, dafür in jedem Wettbewerb mitzumischen.“ Zurückgreifen kann er ab sofort auch auf N´Golo Kante (29), der seine Oberschenkelprobleme auskuriert hat. Der Franzose könnte schon bald eine Schlüsselrolle einnehmen. Denn sein neuer Vorgesetzter lobte ihn in höchsten Tönen:„Ich habe jahrelang darum gekämpft, Kante in meinen Team zu haben. Nun ist er hier.“ Mit der Rückkehr von Kante ist die Ausfallliste endgültig leergefegt, weshalb Thomas Tuchel (47) kann personell aus dem Vollen schöpfen.

 

Burnley: Die Formkurve zeigt nach oben

Eitel Sonnenschein herrscht dagegen in Burnley. Damit war nach dem verpatzten Saisonstart mit nur zwei Punkten aus sieben Spielen nicht unbedingt zu rechnen. Einen großen Anteil am stetigen Aufwärtstrend besitzt der schon seit 2012 als Cheftrainer fungierende Sean Dyche (49). Mit stoischer Ruhe führte er die „Clarets“ aus der Krise. Fünf Siege aus den vorangegangenen neun Ligaspielen sorgten für den Sprung auf Rang 15. Für Aufsehen sorgte zuletzt der 1:0-Erfolg in Liverpool, der die historische Heimserie der „Reds“ beendete. Am Mittwoch folgte ein 3:2-Heimsieg über Aston Villa – nach doppeltem Rückstand. 

Der Spielverlauf stellt sich als ziemlich ungewöhnlich dar, denn der FC erzielte erst 13 Saisontore, womit er die zweitschwächste Offensive der Premier League stellt. Matchwinner Chris Wood (29) ist mit vier Treffern der erfolgreichste Torschütze – und damit einer von nur drei Akteuren im Kader, die mehr als einmal einnetzten. Deutlich besser aufgestellt ist die Defensive. 24-mal schlug es bisher im eigenen Gehäuse ein. Der FC Chelsea kassierte nur einen Treffer weniger. Torhüter Nick Pope (28) sowie die Innenverteidigung um Kapitän Ben Mee (31) und James Tarkowski (28) bilden eine stabile Achse, auf die Verlass besteht. 

(Photo by MOLLY DARLINGTON/POOL/AFP via Getty Images)

FC gilt als unangenehmer Gegner 

Im Duell mit Aston Villa hatte sie jedoch gerade im ersten Durchgang recht häufig das Nachsehen. Der Pausenrückstand hätte deutlicher ausfallen können. Trainer Dyche, der stets auf eine 4-4-2-Ausrichtung vertraut, empfand dies ebenso und sprach von einer klaren Verbesserung“ nach dem Seitenwechsel. Zudem lobte er die „Widerstandsfähigkeit“ seiner Mannschaft, die zum seiner Meinung nach „schmutzigen Sieg“ führte. Mit neun Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone im Gepäck tritt das freiwillig auf viele Spielanteile verzichtende Burnley die Reise an die Stamford Bridge an. Auch dort dürfte der Ballbesitzwert weit unter dem Durchschnitt von 40,6 Prozent liegen.

Beim Coup in Liverpool oder auch beim Sieg über den FC Arsenal – den einzigen Auswärtssiegen der laufenden Spielzeit – produzierten die formstarken Clarets“ bereits aus wenigen Gelegenheiten viel Ertrag. Daran wollen sie gegen den unter Druck stehenden FC Chelsea anknüpfen. Dabei könnten Außenverteidiger Charlie Taylor (27) und Angreifer Ashley Barnes (31) nach ihren verletzungsbedingten Ausfällen wieder zur Mannschaft stoßen. Definitiv nicht zur Verfügung steht Josh Brownhill (25), aufgrund einer Fußverletzung.

Prognose

Auf den FC Chelsea wartet ein weiteres Geduldsspiel. Wenn es ihm gelingt Lösungen zu finden, die das gut organisierte Burnley-Abwehrbollwerk aushebeln, dürften drei Punkte herausspringen. Hapert es jedoch erneut in der Kreativabteilung der Hauptstädter wird die Begegnung ziemlich zäh verlaufen.

Mögliche Aufstellungen:

Chelsea: Mendy,-Azpilicueta, Silva, Rüdiger,-Hudson-Odoi, Jorginho, Kante (Kovacic),-Ziyech, Havertz,-Giroud (Abraham)

Burnley: Pope,-Lowton, Tarkowski, Mee, Pieters (Taylor),-Brady, Westwood, Cork, McNeil,-Rodriguez (Barnes), Wood

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(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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