Tijjani Reijnders steht vor einem Wechsel in die Saudi Pro League. Manchester City und Al-Qadsiah haben sich auf einen Transfer des niederländischen Mittelfeldspielers geeinigt, die Ablöse liegt bei rund 61 Millionen Euro (etwa 52 Millionen Pfund). Nach Informationen von Fabrizio Romano hat der 28-Jährige dem Wechsel inzwischen zugestimmt, die Klubs tauschen die Dokumente aus.
Damit endet nach nur einer Saison ein Kapitel, das im Sommer 2025 groß begonnen hatte. City hatte Reijnders damals für kolportierte 46,3 Millionen Pfund vom AC Mailand geholt, rechtzeitig zur Klub-WM. Ein Jahr später macht der englische Meisterschaftszweite mit dem Verkauf sogar noch Gewinn.
Ein Jahr City: 47 Spiele, zwei Pokale, kein Stammplatz
Reijnders startete stark in Manchester, konnte sich in Pep Guardiolas letzter Saison an der Seitenlinie aber nie dauerhaft festspielen. Unterm Strich standen sieben Tore in 47 Pflichtspielen. Immerhin: Der Niederländer gewann mit City sowohl den League Cup als auch den FA Cup. In der Premier League musste sich das Team am Ende Arsenal geschlagen geben.
Unter dem neuen Cheftrainer Enzo Maresca hatte Reijnders zuletzt bereits abseits des Hauptkaders trainiert – ein deutliches Signal, dass beide Seiten den Abschied vorbereiten. Bei der WM 2026 kam der Mittelfeldspieler auf drei Einsätze für Oranje in den Gruppenspielen gegen Japan, Schweden und Tunesien, fehlte beim Ausscheiden im Elfmeterschießen gegen Marokko aber.
City baut das Mittelfeld radikal um
Der Abgang passt ins Bild eines kompletten Umbaus in der Mitte. City hat Elliot Anderson für 116 Millionen Pfund von Nottingham Forest verpflichtet, ein 85-Millionen-Pfund-Deal für Marokkos Ayyoub Bouaddi von OSC Lille steht laut The National kurz vor dem Abschluss. Parallel bemüht sich der Klub um Chelsea-Kapitän Enzo Fernández.
Auf der Abgangsseite hat City in diesem Sommer bereits Bernardo Silva an Real Madrid verloren. Auch die Zukunft von Kapitän Rodri, an dem der FC Barcelona dran war, beschäftigt den Klub seit Wochen. Die 61 Millionen aus Saudi-Arabien verschaffen Maresca und der sportlichen Leitung in dieser Gemengelage zusätzlichen Spielraum vor dem Ende des Transferfensters.
Al-Qadsiah greift erneut in der Premier League an
Auf der anderen Seite steht ein Klub, der in Europa noch immer unterschätzt wird. Al-Qadsiah aus Al-Chobar im Osten Saudi-Arabiens mischte in der vergangenen Spielzeit lange im Titelrennen mit und wurde am Ende Vierter. Trainiert wird das Team von Brendan Rodgers, dem früheren Coach von Liverpool, Leicester City und Celtic. In die neue Saison startete Al-Qadsiah am Donnerstag mit einem 3:1 gegen Al-Shabab.
Für die Saudi Pro League wäre Reijnders der zweite große Griff in die Premier League in diesem Sommer. Im Juli hatte Al-Hilal bereits seinen Landsmann Crysencio Summerville für 64,5 Millionen Euro von West Ham United verpflichtet. Dahinter folgen in der Transfer-Rangliste der Liga Francisco Trincão (39,3 Millionen Euro zu Al-Ahli) und Samu Costa (22 Millionen Euro zu Al-Nassr).
Zeit zum Nachlegen bleibt reichlich: Während das europäische Transferfenster Anfang September schließt, können die saudischen Klubs noch bis zum 12. Oktober verpflichten. Reijnders wäre dann der bislang teuerste Zugang des Sommers in der Saudi Pro League.

