Torlinientechnik versagt und VAR-Kontroverse: EFL und Premier League ziehen Konsequenzen

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News | Der eigentlich reguläre Ausgleichtreffer von Huddersfield Town gegen den FC Blackpool wurde nicht gegeben, weil die Torlinientechnologie kein Signal an den Schiedsrichter sendete. In der Premier-League entfacht sich derweil eine Debatte um den VAR. Ein Gremium soll zur Aufklärung beitragen.

Es war wohl der Aufreger des Wochenendes: Der FC Blackpool führte mit 1:0 gegen Huddersfield Town, als Yuta Nakayama den Ball nach einem Eckball über die Torlinie drückte und mit seinen Teamkollegen jubelnd davonrannte. Nur wenige Sekunden später war die Freude in ihren Gesichtern allerdings verschwunden, Ungläubigkeit machte sich breit, denn Schiedsrichter John Busby deutete auf seine Uhr und gab zu verstehen: Kein Tor!



Kein Tor? Das konnten weder die Spieler von Huddersfield Town, noch der Trainer Danny Schofield glauben. Aber die Technologie macht doch keine Fehler, oder? „Das ist eine schwierige Entscheidung. Unmittelbar nach dem Spiel bin ich auf die Bank gegangen und habe mir die Aufnahmen angesehen und war der Meinung, dass es eindeutig ein Tor war“, sagte Schofield gegenüber BBC Radio Leeds. Und deswegen sprach Schofield nach dem Abpfiff lange mit dem Schiedsrichterteam und sagte, dass er gegen die Entscheidung Einspruch einlegen würde, wenn der Verein ihn unterstützen würde.

„Die Entscheidung des Schiedsrichters ist endgültig und das Spielergebnis bleibt bestehen“

„Wenn man sich das Spiel aus verschiedenen Blickwinkeln anschaut, hat man das Gefühl, dass der Ball eindeutig über der Linie war“, sagt Schofield weiter. „Er hat auf seine Uhr geschaut, also wird er von Hawkeye oder der Torlinientechnologie geleitet – er trifft die Entscheidung auf dieser Grundlage. Wenn das der Fall ist, mache ich dem Schiedsrichter keinen Vorwurf für seine Entscheidung, denn ohne die Technik ist es sehr schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Aber wenn das der Fall ist, dann hat die Technik dieses Mal wohl einen Fehler gemacht.“

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So scheint es in der Tat gewesen zu sein. Am Montagmittag hat der verantwortliche Verband, die English Football League, nun erstmal Stellung zu dem Ereignis genommen. „Die EFL ist unglaublich frustriert, dass ein technisches Versagen bei Huddersfield Town und Blackpool ein fantastisches Wochenende auf dem Spielfeld überschattet hat“, schreibt der Verband in dem Statement. „Wir haben eine erste Einschätzung von Hawk-Eye, dem Anbieter der Torlinientechnologie in der Championship, erhalten, dass die Schiedsrichter während eines Vorfalls in der zweiten Halbzeit, als Huddersfield angriff, kein Signal auf ihrer Uhr oder ihrem Ohrhörer erhielten, da der Ball aufgrund mehrerer Faktoren nicht mehr verfolgt werden konnte, nachdem er in den Torraum von Blackpool gelangt war.“

Weiter heißt es: „Technologie ist dazu da, die Entscheidungsprozesse der Spieloffiziellen in der Meisterschaft zu unterstützen, und dass sie am Sonntag auf diese Weise versagt hat, ist sehr besorgniserregend. Zur Klarstellung: Die Entscheidung des Schiedsrichters ist endgültig und das Spielergebnis bleibt bestehen“, stellt der Verband klar. Einem Einspruch von Huddersfield, wie es Trainer Schofield angekündigt hatte, würde also nicht stattgegeben. Denn die Technik sei nur ein Hilfsmittel, die Entscheidungsbefugnis hat aber einzig und alleine der Schiedsrichter.

Der Vorfall im Spiel zwischen Huddersfield und Blackpool war nicht der erste dieser Art: Im Spiel gegen Sheffield United am 17. Juni 2020 erkannte die Technologie nicht, dass Aston Villas Torhüter Orjan Nyland den Ball gefangen und über die Linie befördert hatte. Die Situation sorgte damals für medialen Wirbel und massiver Kritik an der Technologie. Hawk-Eye erklärte damals, dass der Grund, der zum Versagen der Technologie geführt hatte, in mehr als 9.000 Spielen, in denen das System im Einsatz war, nicht beobachtet worden war.

VAR-Kontroverse in der Premier League: Gremium soll nun aufklären

Nicht nur in der Championship, sondern auch in der Premier League wird nun eine hitzige Debatte um technologische Hilfe für Schiedsrichter und den VAR geführt. Etliche strittige Schiedsrichterentscheidungen waren der Auslöser.

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Etwa bei der Partie FC Chelsea gegen West Ham United. Chelsea führte mit 2:1, als West Ham in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte, der aber aberkannt wurde, wegen eines angeblichen Fouls von Jarrod Bowen an Chelsea-Torhüter Édouard Mendy.  Bowen berührte Mendy zwar, aber nur leicht. Die TV-Bilder zeigen: Das Tor hätte eigentlich zählen müssen. „Der Torhüter verliert den Ball und danach tut er so, als wäre er an der Schulter verletzt. Dass die Szene angeschaut wird, ist peinlich für den VAR“, sagte Hammers-Trainer David Moyes.

Eine weitere strittige Szene ereignete sich im Spiel zwischen Newcastle United und Crystal Palace. Der vermeintliche Führungstreffer von Newcastle zählte nach Eingreifen des VAR ebenfalls nicht. Ein Foul vom angreifenden Spieler am Torhüter soll erkannt worden sein. Eigentlich war es aber Crystal-Palace-Verteidiger Tyrick Mitchell, der den Gegner in den eigenen Torhüter geschubst hat. „Das ist schockierend, entsetzlich, skandalös. Michael Salisbury, der Schiedsrichter auf dem Feld, entscheidet richtig und der VAR sagt ihm, er habe einen Fehler gemacht?“, sagte Newcastle-Legende Alan Shearer anschließend.

In einem Statement äußerte sich nun die „Professional Game Match Officials Limited“ (PGMOL), Schiedsrichtervereinigung in England,  zu den Vorfällen und räumte ein, bei diesen beiden Entscheidungen Fehler gemacht zu haben. Gemeinsam mit der Premier League sollen die strittigen Entscheidungen nun von einem unabhängigen fünfköpfigen Gremium untersucht werden. Das Gremium soll sich aus Vertretern der PGMOL, der Premier League und aus ehemaligen Spielern zusammenstellen.

(Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

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