Romelu Lukaku verlässt Napoli und wechselt in die Türkei. Der 33-jährige Belgier wird sich Fenerbahçe anschließen, nachdem sich die beiden Klubs auf eine Ablöse von mehr als sechs Millionen Euro plus Bonuszahlungen geeinigt haben. Transferexperte Fabrizio Romano bestätigte den Deal am Dienstag: Die persönlichen Bedingungen sind ausgehandelt, die Vertragsunterzeichnung läuft.
Lukaku soll unmittelbar nach der Unterzeichnung der finalen Dokumente nach Istanbul reisen, um seinen Medizincheck zu absolvieren. Damit verlässt der belgische Nationalspieler Europa nach mehreren Jahren in der Serie A – und folgt einem Trend, der den Bosporus in diesem Sommer zur Anlaufstelle für Weltklasse-Stürmer macht.
Die Details des Transfers
Das Fenerbahçe-Management hatte hartnäckig verhandelt. Napoli hatte zunächst rund zehn Millionen Euro für den 33-Jährigen gefordert, dessen Vertrag nach dieser Saison ausläuft. Nach wochenlangen Gesprächen einigten sich die Klubs laut Romano auf etwas mehr als sechs Millionen Euro plus leistungsabhängige Boni. Für Fenerbahçe ist es ein Schnäppchen: Lukaku gehört gemessen an den kumulierten Ablösen seiner Karriere zu den teuersten Spielern der Fußballgeschichte. Allein der Transfer von Inter Mailand zu Chelsea im Jahr 2021 hatte rund 113 Millionen Euro gekostet.
Die aktuelle Einigung zwischen Fenerbahçe und Napoli ist noch mündlich – die finalen Dokumente werden laut Romano noch am heutigen Dienstag abgewickelt. Lukaku hat dem Wechsel persönlich zugestimmt und wartet auf das Signal zur Abreise in die türkische Metropole.
Napoli sucht einen Nachfolger
Mit dem Abgang von Lukaku ist Napoli sofort auf dem Transfermarkt aktiv geworden. Nach Informationen von Transferexperte Ben Jacobs hat der Serie-A-Klub Kontakt zu Arsenal aufgenommen, um einen Transfer von Stürmer Gabriel Jesus zu sondieren. Der brasilianische Angreifer gilt als Wunschoption, um die Lücke im Sturm zu schließen. Konkrete Einigung gibt es laut aktuellen Berichten noch nicht – die Gespräche laufen aber an.
Napoli war vergangene Saison unter Trainer Antonio Conte stark aufgetreten und hatte in der Serie A erneut auf sich aufmerksam gemacht. Lukakus Abgang ist ein Einschnitt, den der Klub schnell kompensieren will – eine Woche vor Saisonstart ist die Zeit knapp.
Der türkische Sommer der Stars
Lukakus Wechsel reiht sich in eine bemerkenswerte Entwicklung ein: In diesem Sommer hat der türkische Fußball mehrere prominente Namen aus der europäischen Topliga angelockt. Mohamed Salah soll ebenfalls in Istanbul gelandet sein – Berichte bringen ihn mit Trabzonspor in Verbindung. Dass gleich zwei Legenden der Premier-League-Ära in dieser Transferperiode in die Süper Lig wechseln, unterstreicht den wachsenden finanziellen Einfluss des türkischen Fußballs.
Fenerbahçe, einer der traditionsreichsten Klubs der Türkei und regelmäßiger Teilnehmer an europäischen Wettbewerben, sichert sich damit eine der bekanntesten Marken im Weltfußball. Lukaku bringt internationale Erfahrung, Torgefahr und Präsenz mit – Eigenschaften, die der Klub für seine nationalen und europäischen Ambitionen benötigt.
Eine Karriere, die durch Ablöserekorde schreibt
Lukaku begann seine Karriere bei Anderlecht und wuchs über Jahre zu einem der gefürchtetsten Mittelstürmer Europas heran. Stationen bei Chelsea, Everton, Manchester United, Inter Mailand (zweimal), der AS Roma und zuletzt Napoli formten einen der produktivsten Torjäger seiner Generation. Mit Belgien war er über Jahre das Gesicht der Goldenen Generation – auch wenn ein großer Titel auf internationaler Ebene seiner Karriere bis zuletzt fehlte. In der Türkei bekommt er nun die Gelegenheit, seine Karriere mit Trophäen zu krönen.

