Serie A | Elfmeter, Eigentor, Elfmeter: Kein Sieger in turbulentem Mailänder Derby

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News | Derbytime! Am Sonntagabend musste mal wieder geklärt werden, welchen Anstrich Mailand hat. Am Ende ist die Stadt sowohl rot als auch blau. Ein turbulentes Derby endete 1:1.

Eigentor und zwei Elfmeter: Inter und Milan liefern spektakuläres Derby

Vor Wochenfrist gewann Milan 2:1 bei der Roma im Olimpico und fügte José Mourinho damit die erste Heimniederlage seiner Serie-A-Karriere zu. Das garnierten sie mit einem 1:1 gegen dem FC Porto. Stefano Pioli bot seine beste Mannschaft auf, mit Simon Kjær als Abwehrchef, Sandro Tonali und Franck Kessié im Mittelfeld, davor einer Dreierreihe aus Brahim Díaz, Rade Krunić und Rafael Leão und natürlich dem ewig jungen Zlatan Ibrahimović.

Inter gewann in der Serie A zuletzt 2:0 gegen Udinese und ließ diesem Erfolg ein 3:1 bei Sheriff Tiraspol folgen. Auch Simone Inzaghi holte sämtliche Luxuskarossen aus der Garage: Ivan Perišić, Hakan Çalhanoğlu, Marcelo Brozović, Lautaro Martínez und Edin Džeko.

Die erste nennenswerte Aktion gehörte den Nerazzurri: 8. Minute, Kessié dribbelte in den eigenen Strafraum, wurde dabei von Çalhanoğlu und Džeko unter Druck gesetzt. Bei seinem Rettungsversuch brachte er den Ex-Hamburger und -Leverkusener zu Fall. Daniele Doveri zeigte auf den Punkt, Massimiliano Irrati wiedersprach dem aus dem Videokeller nicht. So trat Çalhanoğlu, der vor der Saison noch von Rot zu Blau gewechselt war, unter großen Liebesbekundungen des ehemaligen Anhangs an – und verwandelte sicher flach halblinks. 0:1, 11. Minute.

 



 

Wie reagiert man am besten auf einen Rückstand? Zum Beispiel mit dem Ausgleich. 17. Minute, Sandro Tonali, der die Freistoßdienste von Çalhanoğlu übernahm, brachte die Flanke in die Mitte, wo Stefan De Vrij im Duell mit Fikayo Tomori hochstieg und ins eigene Tor köpfte.

Es war ein turbulentes Derby della Madonnina, weil Milans Defensive viel dazu beitrug. 26. Minute, Fodé Ballo-Touré verlor im Rücken Matteo Darmian aus den Augen und wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen. Diesmal konnte sich Irrati ein isotonisches Sportgetränk gönnen. Die Geschichte war klar. Nicht Çalhanoğlu, sondern Lautaro Martínez trat an – und hätte das lieber nicht tun sollen. Ciprian Tătărușanu parierte, wenngleich der Strafstoß besser gehalten, als er schwach geschossen war.

Zehn Minuten nach dem Elfmeter kam Rafael Leão zu gleich zwei aussichtsreichen Abschlüssen. Den ersten parierte Samir Handanovič, den zweiten der Oberrang. Es waren die Rossoneri, die den besseren Fußball spielten. Die besseren Chancen hatte aber Inter. 44. Minute, Alessandro Bastoni tankte sich an die Grundlinie durch, in der Mitte kam Nicolò Barella zum Abschluss, den Ballo-Touré von der Linie krazte. Nur wenige Sekunden später zog Lautaro Martínez im Strafraum flach ab – knapp am linken Pfosten vorbei. Damit stand das 1:1 zur Pause.

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Keine Tore nach der Pause, Kessié lässt den Sieg liegen

Einen Wechsel gab es bei Milan auf der defensiven Außenbahn: Fodé Ballo-Touré, nach dem Elfmeter gelbvorverwarnt, machte Platz für Pierre Kalulu.

Am grundsätzlichen Spielverlauf änderte sich erstmal wenig, Inter hatte die besseren Gelegenheiten: 55. Minute, Lautaro Martínez machte einige Meter und zog dann aus gut 18 Metern ab. Knapp abgefälscht ging die Kugel über den Querbalken. Keine 60 Sekunden später fand Perišić mit einer Flanke von links Çalhanoğlu, dessen Volley knapp links vorbeiging. Weder Lautaro in der Mitte, noch Edin Džeko konnten rechtzeitig reagieren und einschieben.

Was war eigentlich mit Ibrakadabra? In der 68. Minute kam er rechts im Strafraum zum Abschluss und nahm den Schlenzer direkt, zauberte ihn aber klar über den linken Winkel. Ein selten irdischer Moment.

Serie A Milan Inter

Photo by Marco Luzzani/Getty Images

Defensiv wackelte Milan bedenklich, wann immer Inter den Bizeps etwas anspannte: 72. Minute, Džeko kochte seinen ehemaligen Wolfsburger Teamkollegen Simon Kjær im Zweikampf clever ab und legte in den Rückraum zum eingewechselten Arturo Vidal, der zweimal zum Abschluss kam. Beide Versuche blockte Kalulu.

Die Schlussphase läutete Milan ein: 80. Minute, der eingewechselte Ex-Frankfurter Ante Rebić holte einen Freistoß aus gut 25 Metern linker Position heraus. Ibrahimović nahm sich der Sache an – und verlangte Samir Handanović einiges ab.

Und auf einmal waren die Rossoneri da. Kurz darauf legte Ibrahimović per Kopf für Ismael Bennacer ab, der in den Oberrang feuerte.

Die beste Chance zum Siegtreffer hatte hinten raus Milan: Alexis Saelemaekers zog von links nach innen, donnerte die Kugel an den Pfosten. Den Rebound setzte Franck Kessié tatsächlich neben das Tor.

Letztendlich tat sich nichts mehr am Ergebnis, mit dem beide Mannschaften leben können, leben müssen. Inter muss sich ärgern, aus seinen Großchancen – unter anderem dem zweiten Elfmeter – nicht mehr gemacht zu haben. Gleichzeitig können sie auch glücklich sein, dass sich Milan für eine dominante Schlussphase nicht mehr belohnen konnte. So steht rot noch immer sieben Punkte vor blau. Der heimliche Sieger dieser Partie ist aber Napoli, die weiterhin an der Tabellenspitze bleiben.

Der Endstand aus San Siro: Milan 1, Inter 1.

Photo by Marco Luzzani/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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