Serie A | Cuadrado führt Juventus zum Sieg gegen Inter

Serie A

Spitzenspiel in der Serie A! Der entthronte Serienmeister Juventus Turin empfing seinen Nachfolger Inter Mailand zum Derby D’Italia. Während es für die Gäste allenfalls noch um die Ehre ging, brauchte die alte Dame dringend Punkte, um den Worst Case Europa League abzuwenden. Das gelang auch, Juventus gewann ein turbulentes Spitzenspiel 3:2.

Juventus und Inter rotieren kräftig durch, Chancen eher Mangelware

Sowohl Juventus als auch Inter rotierten in größerem Stil. Andrea Pirlo tauschte im Vergleich zum 3:1 in Sassuolo viermal: Für Gianluigi Buffon, Leonardo Bonucci, Arthur und Paulo Dybala spielten Wojciech Szczęsny, Giorgio Chiellini, Rodrigo Bentancur und Juan Cuadrado.

Auch Inter gewann 3:1 – gegen die Roma. Nach diesem Spiel wechselte Antonio Conte gleich sechsmal: Für Ionut Radu kam wieder Samir Handanovic ins Tor. Außerdem rückten Andrea Ranocchia, Danilo D’Ambrosio, Matías Vecino, Ivan Perisic und Alexis Sánchez wieder auf die Bank. Stefan De Vrij, Alessandro Bastoni, Achraf Hakimi, Christian Eriksen und Lautaro Martínez standen stattdessen in der Startelf.

CR7 im Nachschuss, Lukaku sicher: Elfmeterschießen in Turin

Die erste Chance des Spiels ging an die Gastgeber. 11. Minute, nach einer Flanke von rechts legte Federico Chiesa per Kopf an den zweiten Pfosten zum glockenfreien Dejan Kulusevski. Der Schwede nahm aus gut acht Metern direkt ab, Milan Skriniar blockte auf der Linie. Gut 60 Sekunden später durfte Chiesa selbst aus rund 13 Metern draufhalten, die Kugel ging allerdings relativ deutlich vorbei.

Juventus war unterm Strich die dominantere Mannschaft. In der 23. Minute hielt Matteo Darmian Giorgio Chiellini am Bauch fest. Gianpaolo Calvarese ließ die Partie zuerst weiterlaufen, entschied nach Rücksprache mit dem VAR allerdings auf Elfmeter. Cristiano Ronaldo trat an, zielte allerdings viel zu mittig, Samir Handanovic konnte die Kugel allerdings nur in die Mitte abprallen lassen. Dort lauerte noch immer CR7 und schob in der 24. Minute zum verdienten 1:0 ein. Mit diesem Ergebnis wäre Juventus an Napoli vorbeigezogen und wieder auf Platz 4.



Wohlgemerkt, wäre. Denn in der 34. Minute beriet sich Calvarese erneut mit dem VAR und zeigte, nachdem Matthijs De Ligt im Strafraum unglücklich an der Ferse des rechten Fußes streifte, erneut auf den Punkt. Romelu Lukaku trat an, verlud Szczęsny und schob sicher unten links ein. Ausgleich für den Meister.

Cuadrado mit Glück: Juventus zur Pause auf Platz 4

Chancen, Abschlüsse, das alles ging eher an Juventus. Drei Minuten vor der Pause kam der aufgerückte Danilo mit etwas Glück an den Ball, beförderte ihn aber rechts am Tor vorbei. Drei Minuten gab es in dieser ersten Halbzeit obendrauf. Und mit der letzten Aktion vor der Pause holte sich der Rekordmeister doch noch die Führung. Kulusevski dribbelte sich auf dem rechten Flügel durch, gab dann, halb gewollt, halb mit Glück in den Rückraum. Dort lauerte Juan Cuadrado. Der Kolumbianer nagelte die Kugel einfach mal aufs Tor, Christian Eriksen fälschte die Kugel noch unhaltbar ab, sodass Handanovic keinen Auftrag hatte und Juventus zum einen die Pausenführung hatte, aber noch wichtiger für sie: Platz 4.

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Zwei Platzverweise, Eigentor, Elfmeter: Juventus gewinnt rasantes Spitzenspiel gegen Inter

Drei Minuten nach dem Seitenwechsel kam Szczęsny bei einem langen Ball zu spät aus seinem Tor gestürzt. Allerdings konnte Giorgio Chiellini rechtzeitig löschen. In der 51. Minute gab es auch die erste richtige Chance für Inter. Lautaro Martinez legte sich die Kugel links im Strafraum auf rechts und schlenzte nur knapp über den Querbalken.

Die zweite Hälfte schien generell einen schwarzblauen Anstrich zu haben. 55. Minute, Rodrigo Bentancur brachte Romelu Lukaku im Mittelfeld zu Fall. Der Uruguayer war schon gelb vorbelastet und hatte damit vorzeitig Feierabend. Bei Juventus konnte niemand die Entscheidung von Gianpaolo Calvarese nachvollziehen. Andrea Pirlo lächelte ungläubig und brachte Ex-Schalker Weston McKennie für Dejan Kulusevski, um die Stabilität im Mittelfeld wiederherzustellen. Den fälligen Freistoß beförderte Christian Eriksen aus gut 30 Metern übrigens in die Arme von Szczęsny.

Der Platzverweis änderte die Statik des Spiels komplett. Juventus, das in der ersten Hälfte noch komplett am Drücker war, zog sich nun gänzlich zurück und überließ dem Erzrivalen aus Mailand das Feld. Für diese Herangehensweise sprach, dass die alte Dame noch immer das gewichtigste Argument auf ihrer Seite hatte: Das Ergebnis.

Chiellini erst wütend, dann happy: Cuadrado sorgt für turbulente Schlussminuten

Um dieses zu halten, tat Andrea Pirlo auch eigentlich Undenkbares: Er nahm Cristiano Ronaldo vorzeitig vom Platz. Ein kurzes Abklatschen, ein flüchtiger Blick und CR7 verzog sich gen Tribüne. Álvaro Morata kam für ihn – und Merih Demiral für Federico Chiesa. Wenig überraschend tat sich in den Folgeminuten nicht viel, Juventus stand hinten sicher, Inter agierte reichlich uninspiriert.

In der 82. Minute gab es dann doch die dicke Chance zum Ausgleich. Der zur Pause eingewechselte Ex-Münchener Ivan Perisic flankte vom linken Flügel butterweich an den zweiten Pfosten. Dort stieg Matías Vecino hoch, Szczęsny parierte klasse. Gute 60 Sekunden später gab es die nächste kontroverse Entscheidung. Nach einer Flanke von links beförderte Giorgio Chiellini die Kugel im Zweikampf mit Romelu Lukaku ins eigene Tor. Calvarese sah zuerst ein Foul an Juventus‘ Abwehrchef, beriet sich abermals mit dem VAR – und gab den Treffer. Chiellini tobte und sah obendrein noch gelb.

Bildquelle: imago

Die alte Dame damit erneut in Not, ohne Cristiano Ronaldo und in Unterzahl brauchten sie wieder einen Treffer. Den bekamen sie auch – unter gütiger Mithilfe von Perisic, der rechts im Strafraum Cuadrado zu Fall brachte. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte brettsicher unten links, Doppelpack.

Inter warf nun alles nach vorne. Juan Cuadrado startete einen Konter auf dem rechten Flügel, wurde dabei von Marcelo Brozovic zu Fall gebracht. Notbremse, Rot, zehn gegen zehn. Letztendlich blieb es beim 3:2. Juventus holt drei eminent wichtige Punkte und springt vorerst auf Platz 4, Inter war schon vorher Meister – und bleibt das weiterhin.

Foto Piero Cruciatti / LaPresse/imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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