Titelkampf der Serie A: Mailand-Klubs und ihre Kontrahenten

Milan Serie A
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In der Vorsaison setzte sich Milan die Krone in der italienischen Serie A auf, ein Jahr davor gewann Stadtrivale Inter den begehrten Scudetto. Die Mannschaften aus Mailand dominierten zuletzt den italienischen Fußball und vor der Saison 2022/23 stellt sich die Frage, wer diese Phalanx durchbrechen kann. 

  • Serie A: Milan und Inter sind die Teams, die es zu schlagen gilt
  • Juventus: Angriff mit einigen Fragezeichen
  • Fortschritte und prominente Namen bei der Roma

Milan und Inter wollen ihre Rolle als Titelkandidaten beibehalten

Nach dem Gewinn des Scudetto in der Vorsaison ist Milan das Team, das von allen anderen Mannschaften in der Serie A gejagt wird. Den Rossoneri gefällt diese Position durchaus, zumal nicht davon ausgegangen werden kann, dass die kontinuierliche Entwicklung unter Trainer Stefano Pioli (56) wirklich schon abgeschlossen ist. Der Trainer hat den Kritikern, die es zu Beginn seiner Amtszeit reichlich gab, bewiesen, dass er sehr gut zu diesem Team passt. Die Meisterschaft war das vorläufige Highlight, im Sommer ging es darum, an den Details zu arbeiten, um auch international für mehr Furore sorgen zu können.

Das Transferfenster verlief unspektakulär, Charles de Ketelaere (21, Brügge) und Divock Origi (27, Liverpool) wurden verpflichtet. Die Offensive wird dadurch noch schwerer ausrechenbar, im Mittelfeldzentrum und auch in der Innenverteidigung soll aber noch nachgelegt werden. Milan fährt dabei eine Transferstrategie, die maßgeblich zum Erfolg der letzten Jahre beigetragen hat. Es sollen passende Spieler her, nicht die erstbeste Lösung. Da der Kader ohnehin schon sehr gut besetzt war und viele Spieler noch gar nicht ihr maximales Leistungsniveau ausgeschöpft haben, ist mit den Rossoneri 2022/23 wieder zu rechnen. 



Dass der größte Widersacher Milans auch in der neuen Saison aus der eigenen Stadt kommt, ist alles andere als unrealistisch. Inter hatte ein gutes Jahr hinter sich, den Nerazzurri fehlte es in den entscheidenden Saisonphasen aber am nötigen Spielglück, teilweise auch am Killerinstinkt vor dem Tor. Spiele, die eng waren, wurden zu häufig nicht gewonnen. Die Rückkehr von Romelu Lukaku (29), der nach einem Jahr Chelsea wieder bei Inter spielt, könnte da Abhilfe schaffen. Auch Andre Onana (26, Ajax), Henrikh Mkhitaryan (33, Roma), Kristjan Asllani (20, Empoli) und Raoul Bellanova (22, Cagliari) verstärken den Kader. 

Inter hat also nicht nur das altbekannte und berühmte Sturmduo bestehend aus Lukaku und Lautaro Martinez (23) wieder im offensiven Bereich vereint, sondern die Breite im Kader auch noch weiter verstärkt. Simone Inzaghi (46) will seinen eigenen Spielstil im zweiten Jahr außerdem weiter verfeinern. Viele Elemente waren in der Vorsaison bereits sehr positiv, darauf lässt sich aufbauen. Groß war der Rückstand auf den Stadtrivalen am Saisonende ohnehin nicht. Inter ist also gut gerüstet, was den Start in die neue Saison der Serie A angeht. 

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Juventus: Großer Name, aber auch große Chancen auf den Titel in der Serie A?

Juventus Turin hat in der letzten Saison das Minimalziel erreicht und sich für die Champions League qualifiziert. Mit dem Titelkampf hatten die Bianconeri aber nichts zu tun. Grund genug für Massimiliano Allegri (54) im Sommer den ein oder anderen Neuzugang zu fordern. Interessant wurde es aber zunächst auf der Abgangsseite, denn Spieler wie Giorgio Chiellini (37, LAFC), Matthijs de Ligt (22, FC Bayern) oder Paulo Dybala (28, Roma) stehen nicht mehr im Kader der Turiner. Paul Pogba (29, Man. United), Angel Di Maria (34, PSG) und Bremer (25, Torino) verstärken die Vecchia Signora. Die Namen der Neuzugänge lesen sich gut, der junge Fabio Miretti (18) aus der eigenen Jugend hat auch gewisse Ansprüche, aber vollends rund ist der Kader noch nicht. 

Di Maria Juventus Serie A

(Photo by ROBYN BECK/AFP via Getty Images)

Das zeigt sich alleine schon beim Blick in die Gerüchteküche. Ein Verteidiger soll eigentlich noch her, im Mittelfeld gibt es Gerüchte um Leandro Paredes (28, PSG), mindestens ein neuer Spieler für die Offensive soll auch noch nach Turin wechseln. Die ganz großen Namen zu verpflichten, dürfte auch nicht ganz so einfach werden. Kurz vor dem Saisonstart noch mehrere Baustellen zu haben, ist alles andere als ideal. Für die Bianconeri beginnt die Saison mit Spielen gegen Sassuolo, Sampdoria und die Roma, das Programm könnte also durchaus einfacher sein. Aktuell fehlt noch etwas die Fantasie, wie Juventus mit den beiden besten Teams der Vorsaison mithalten will, ein Platz in den Top-4 erscheint als Zielsetzung realistischer. 

Die Roma verstärkt sich prominent – reicht das?

José Mourinho (59) feierte mit der Roma im ersten Jahr einen Titel, gewann die UEFA Europa Conference League im Finale gegen Feyenoord. Sein Team entwickelte sich in der letzten Saison sehr ordentlich, vor allem konnten einige junge Spieler wichtige Schritte in die richtige Richtung machen. Darauf lässt sich aufbauen. Doch neben der Ausbildung junger Talente und der Veredelung der Ansätze aus der vorherigen Saison steht bei der Roma auch die Integration einiger Neuzugänge auf dem Programm. Die Giallorossi haben nämlich mehrere spannende Spieler an Land gezogen und abgesehen von ein oder zwei Ergänzungen schon vor Saisonstart den Kader zusammen. 

Georginio Wijnaldum (31, PSG), Mite Svilar (22, Benfica), Nemanja Matic (33, Manchester United), Paulo Dybala (28, Juventus) und Zeki Celik (25, Lille) für insgesamt sieben Millionen Euro Ablöse verpflichtet zu haben, ist eine absolute Meisterleistung. Die Roma hat noch Budget übrig, um die offensive Flügelposition zu verstärken und scoutet hier nach Kandidaten. Das wäre durchaus wichtig, um im offensiven Drittel noch schwerer auszurechnen zu sein. Hier fehlte in der Vorsaison mitunter Explosivität. Mehr geniale Momente könnten durch Dybala zum Spiel des Hauptstadtklubs gehören, im Mittelpunkt steht außerdem wieder Tammy Abraham (24), der seine 17 Ligatore noch verbessern möchte. Bleiben alle Topspieler bei der Roma in der neuen Saison fit und gelingt es, auf dem Markt noch die letzten passenden Ergänzungen zu finden, kann das Team in der Serie A eine sehr gute Rolle spielen. Warum nicht auch in Richtung Scudetto?

Lazio und Neapel: Die Außenseiter mit Ambitionen in der Serie A

Die SSC Neapel als Drittplatzierter der letzten Saison hat natürlich auch Ambitionen, was eine Platzierung im oberen Bereich der Serie A angeht. Allerdings mussten die Partenopei im Sommer einen größeren Qualitätsverlust hinnehmen. Mit Kalidou Koulibaly (31, Chelsea), Lorenzo Insigne (31, Toronto) und Dries Mertens (35, steht vor einem Wechsel zu Galatasaray) verließen wichtige Stützen, Stamm- und Führungsspieler den Klub. Diese Ausfälle aufzufangen wird nicht gerade einfach für die Partenopei. Es muss sich also vieles neu zusammenfinden rund um die Neuzugänge wie Min-jae Kim (25, Fenerbahce) und Leo Östigard (22, Brighton). Ob es für eine sehr gute Saison mit großen Ambitionen reicht, wird sich erst noch zeigen. 

Zu den Überraschungsteams im oberen Bereich der Serie A könnte Lazio zählen. Maurizio Sarri (63) hat ein gutes erstes Jahr mit den Laziali hingelegt und vieles verändert respektive verbessert. Der typische Sarri-ball, also ein sehr kontrollierter, auf Flachpassspiel ausgelegter Ansatz, wurde schnell implementiert. Die Frage ist jetzt, wie viel Luft nach oben dieses Team noch hat. Alessio Romagnoli (27, Milan), Matias Vecino (30, Inter), Marcos Antonio (22, Donezk), Nicolo Casale (24, Hellas) und Luis Maximiano (23, Granada) geholt zu haben, untermauert in jedem Fall die Ansprüche. Und Ciro Immobile ist noch immer einer der besten Stürmer Europas, was den Abschluss angeht. Wenn alle Rädchen ineinander greifen, kann Lazio auch eine gute Rolle spielen. Die beiden Mailand-Klubs, das scheint vor dem Saisonstart aber klar, haben gute Chancen, die Serie A auch diesmal zu dominieren. 

(Photo by PIERO CRUCIATTI/AFP via Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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