Serie A: Das sind die Toptransfers des Sommers vor Saisonstart

Serie A Lukaku
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Die neue Saison in der italienischen Serie A steht vor der Tür und auch wenn das Transferfenster noch eine Weile geöffnet ist, haben die Klubs natürlich schon zahlreiche neue Spieler verpflichtet. Welcher große Name wird einschlagen und welches Talent kann überraschen? Diesen Fragen gehen wir auf den Grund. Wir stellen die Toptransfers des bisherigen Sommers in der Serie A vor. 

Romelu Lukaku (29, Inter, gekommen von Chelsea)

Nach nur einem Jahr Abstinenz kehrte Romelu Lukaku im Sommer wieder in die Serie A zurück. Der belgische Angreifer fand beim FC Chelsea nicht zu seiner Topform und wurde im Laufe der Saison häufig kritisiert. Dem Stürmer war anzumerken, dass er sich bei den Blues nicht vollends wohl fühlte. Schon früh im Sommer richtete sich der Blick des Spielers also in Richtung Ex-Klub Inter. Im Endeffekt kam es zu einer Leihe, die den Blues immerhin eine ordentliche Gebühr einbrachte.

In Mailand kann Lukaku in jedem Fall eine sehr gute Rolle spielen. Mit Sturmpartner Lautaro Martínez (24) versteht er sich blind, vor allem in der Meistersaison 2020/21 bildeten beide ein herausragendes Duo. Zudem dürfte die Wucht, die der Belgier mitbringt, im Inzaghi-System sehr gut zur Geltung kommen. Der 29-Jährige kann hier sowohl als klassischer Prellbock fungieren, der seine Mitspieler mit dem Rücken zum Tor in Szene setzt, aber auch Zielspieler sein und Lücken reißen. Insgesamt ist der Stürmer bei Inter am richtigen Platz, was die Chancen auf den Titel für die Nerazzurri signifikant erhöhen wird.



Dodo (23, Fiorentina, gekommen von Shakhtar)

Bei allen Transfers, die in diesem Sommer in der Serie A über die Bühne gehen, fällt jener von Dodo zur Fiorentina nicht sofort auf. Dabei hat der 23-Jährige in der Ukraine sehr gute Leistungen gezeigt und sich zu einem der interessantesten Rechtsverteidiger auf dem europäischen Markt in diesem Sommer gemausert. Der nur 1,66m große Defensivspieler ist gut ausbalanciert, kann nach vorne sowie im Defensivspiel Akzente setzen, ohne dabei seine brasilianische Technik komplett zu vergessen.

Drei Jahre spielte er nun durchgehend für die Profis von Shakhtar, seit 4 1/2 stand er bei den Ukrainern unter Vertrag, unterbrochen von einer Leihe zu Vitoria Guimaraes. In diesem Sommer war von vielen Seiten der Schritt in eine größere Liga erwartet worden. Nun will der Neuzugang der Viola auch zeigen, was er auf dem Kasten hat. Die Ablösesumme lag bei rund 14,5 Millionen Euro, was durchaus noch zu einem Schnäppchen werden könnte. 

Charles de Ketelaere (21, Milan, gekommen aus Brügge)

Ein 21-jähriger Belgier hat das Zeug dazu, in der Serie A für Furore zu sorgen. Sein Name lautet Charles de Ketelaere und in Belgien galt er vor seinem Wechsel zu den Rossoneri als das nächste große Talent, das den Durchbruch schaffen kann. Milan war sehr überzeugt von dem jungen Offensivspieler, der klassisch auf der „10“ oder als hängende Spitze spielen kann. Wobei klassisch vielleicht das falsche Wort ist, denn aufgrund seiner Körpergröße wirkt er auf der Spielmacherposition zunächst immer etwas unorthodox. 

De Ketelaere Serie A

(Photo by KENZO TRIBOUILLARD/AFP via Getty Images)

Das ändert sich, wenn de Ketelaere am Ball oder generell im Offensivspiel involviert ist. Clevere Bewegungen, eine ruhige Ballführung, viel Technik und die Fähigkeit, die gegnerische Defensive gerade dort zu nerven, wo sie es aktuell nicht benötigt, machen ihn zu einem der besten Neuzugänge in Italien. Eine gewisse Eingewöhnungszeit wird ihn in seinem Alter zugestanden werden müssen, aber bei den Rossoneri trifft er auf eine homogene Mannschaft, die ihm die Integration erleichtern dürfte. 

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Georginio Wijnaldum (31, Roma, gekommen von PSG)

Im Sommer 2021 wechselte Georginio Wijnaldum vom FC Liverpool zu PSG. Dort wollte er noch einmal eine neue Herausforderung angehen. Ein Jahr später hat er die Franzosen schon wieder verlassen. In der letzten Saison spielte er keine derart gute Rolle, dass er zufrieden hätte sein können. Das bedeutet, dass der Niederländer für die Roma erschwinglich wurde. Eine geringe Leihgebühr zahlten die Giallorossi an den Branchenprimus aus Frankreich, hinzu kommt eine Kaufoption, die bei weniger als zehn Millionen Euro liegen soll.

Für PSG reichte es nicht, für die Roma könnte der Niederländer aber ein absoluter Schlüsselspieler werden. Gemeinsam mit Nemanja Matic soll er dem Mittelfeld mehr Stabilität und Erfahrung mitgeben. Das könnte helfen, da viele Spieler bei der Roma noch relativ jung sind und sich entwickeln müssen. Wijnaldum will seine Dynamik einbringen, das Team aber auch führen, ihm mehr Kontrolle verleihen und letztlich zu der Konstanz zurückfinden, die ihn bei Liverpool noch ausgezeichnet hat. Für die Serie A kann er ein Gewinn sein, für die Roma ist er es sehr wahrscheinlich. 

Kim-min Jae (25, Neapel, gekommen von Fenerbahce)

Die SSC Napoli hatte im Sommer die extrem undankbare Aufgabe, einen Ersatz für Kalidou Koulibaly zu finden, den es zum FC Chelsea zog. Mehrere Spieler wurden mit den Partenopei in Verbindung gebracht, ehe eine Lösung gefunden war. Kim-min Jae heißt diese. Ein südkoreanischer Innenverteidiger, der den wuchtigen Koulibaly, der vor allem durch seine Physis bestach, ersetzen soll? Ja, das klingt zunächst nicht unbedingt logisch. 

Doch Kim-min Jae verfügt ebenfalls über physische Attribute, die beeindruckend sind. Der 1,90m große, 40-fache Nationalspieler Südkoreas bringt nahezu alles mit, um in die Fußstapfen seines senegalesischen Vorgängers zu treten. Bei Fenerbahce spielte er gut. Und vor allem konstant. Das ist wichtig, denn Koulibaly war eine stets verlässliche Größe im Abwehrzentrum bei Neapel. Natürlich wird der Neuzugang Zeit benötigen, um sich in der Serie A und beim neuen Klub zu akklimatisieren, aber die fußballerischen Fähigkeiten, um schnell als gelungener Transfer zu gelten, bringt der Neuzugang definitiv mit. 

Samuele Ricci (20, Torino, fest verpflichtet von Empoli)

Ausgebildet wurde der zentrale Mittelfeldspieler Samuele Ricci in der Jugend des FC Empoli. Dort machte der Italiener auch seine ersten Schritte im Profifußball. Empoli war in den letzten Jahren nicht selten ein gutes Pflaster für junge Spieler, um sich zu entwickeln und in Ruhe zu reifen. Im Winter 2021/22, als es für Empoli alles andere als gut aussah, wechselte Ricci zum FC Turin, zunächst auf Leihbasis. Bei Torino angekommen zeigte er schnell, warum er in Italien als großes Talent gilt.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hat sich Samuele Ricci sehr schnell eingelebt. Nach seinem Debüt am 27. Spieltag stand er nur in einem Spiel nicht auf dem Feld, absolvierte neun Partien von Beginn an. Entsprechend gering fielen die Zweifel bei Torino aus, ob der Spieler fest verpflichtet werden soll. Eine Rückkehr nach Empoli gab es also nicht mehr und in der neuen Saison soll der 20-Jährige nun eine noch größere Rolle spielen. Im ersten Pflichtspiel in der Coppa Italia stand er 90 Minuten auf dem Feld und organisierte das Mittelfeld. Das wollen die Verantwortlichen nun regelmäßig von ihm sehen. 

Paulo Dybala (28, Roma, gekommen von Juventus)

Nachdem sich Paulo Dybala und Juventus nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnten, sah es lange so aus, als würde der Argentinier bei Inter unterschreiben. Doch die Offerte der Nerazzurri passte nicht zu den Vorstellungen des Spielers. Die Folge: Es entwickelte sich eine Hängepartie, bis schließlich auch ein anderer Klub einstieg. Dabei handelte es sich um die Roma, die den Spieler dann nicht nur verpflichtete, sondern auch in der Stadt vor tausenden euphorischen Fans vorstellte. 

Dybala ist ein großer Name, der nun bei der Roma spielt. Fußballerisch kann er eine zentrale Rolle beim Hauptstadtklub einnehmen. Der Argentinier ist abschlussstark, kreativ, schnell im Kopf und technisch sehr versiert. Diese Fähigkeiten könnten ihn zu einem idealen Stürmer für den Mourinho-Fußball machen. Spielmacher? Kein Problem. Hängende Spitze? Auch nicht. Zweiter Stürmer neben einem Spieler wie Tammy Abraham? Auf diese Freiheiten wartet Dybala nur. Er könnte tatsächlich zum Topneuzugang in der Serie A avancieren. Wenn er verletzungsfrei bleibt. 

(Photo by Marco Luzzani/Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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