Donnerstag, Juli 9, 2020

FC Chelsea: Warum mit den Blues nächste Saison wieder zu rechnen ist

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Fans des FC Chelsea können dieser Tage optimistisch in die Zukunft blicken. Mit dem hart umkämpften 2-1 Auswärtserfolg bei Aston Villa am vergangenen Sonntag starteten die Blues unter Trainer Frank Lampard (42) erfolgreich in den Premier-League-Restart.

Der gelungene Auftakt könnte ein möglicher Wegweiser sein, wohin es die Westlondoner in der nächsten Saison verschlagen könnte: Zurück in den Kampf um die Meisterschaft. 

  • Frank Lampard legte einen soliden Start hin
  • Chelsea verfügt über viele hochklassige Talente
  • Die Chelsea-Einkaufspolitik lässt eine Strategie erkennen

Chelsea: Ein gelungener Übergang

Chelseas aktuelle Saison ist nach eigenen Maßstäben wohl eher weniger erinnerungswürdig, sowohl im Positivem wie auch im Negativen. Zwar scheint dem Verein in dieser Saison die erste titellose Spielzeit seit 2016 zu drohen, kann diese Phase jedoch tatsächlich mal in aller Ruhe ohne Trainerwechsel verarbeitet werden, um die richtigen Schlüsse aus der noch laufenden Spielzeit ziehen. Lampard wäre damit der erste Trainer seit Jose Mourinho (57) 2014, der ohne den Gewinn einer nennenswerten Trophäe (der FA-Cup steht noch aus) die Chance auf eine Verlängerung seiner Amtszeit erhält.

(Photo by ADRIAN DENNIS/AFP via Getty Images)

Grund dafür ist eine den Umständen entsprechend als mindestens solide zu bewertende Saison. Aufgrund einer Transfersperre im vergangenen Sommer hielten sich die Erwartungen an den FC Chelsea und Neu-Trainer Frank Lampard eher in Grenzen. Die sich wohl anbahnende Champions-League-Qualifikation in der noch laufenden Saison kann also durchaus als Achtungserfolg gesehen werden, in der es der Mannschaft möglich war, die neuen Ideen des Trainers Schritt für Schritt ohne verheerenden Leistungsverlust umzusetzen. 

Frank Lampard bringt Identität und Spielidee

Die gelungene Übergangssaison basiert nicht zuletzt auch auf der etablierten Kultur auf und fernab des Rasens. Mit Frank Lampard übernahm im vergangenen Sommer eine absolute Vereinslegende den Trainerposten, der die Integration von jungen Eigengewächsen in beeindruckender Weise umzusetzen wusste. Gerade die Offensive um Mason Mount (21), Callum Hudson-Odoi (19) und Tammy Abraham (22) zeigt auf, was für ein, bis dahin, ungenutztes Potenzial in der Jugendabteilung bzw. der Reserve des FC Chelsea steckte. Nach unzähligen Verleih-Exzessen wusste man dieses Potenzial in dieser Saison zu nutzen. Gerade ein Mason Mount, der in der Vorsaison schon bei Derby County unter Frank Lampard aufblühte, spielt eine starke erste Premier-League Saison und hat sich vom Newcomer schnell zu einem der Leistungsträger in einem immer noch gut aufgestellten Kader entwickelt. Als offensiver Fixpunkt fungiert dieser als Schlüsselfigur in Lampards Spielidee, die Mount so gut wie kein anderer kennt und verinnerlicht hat. 

Auch ein Tammy Abraham wusste seine Chance bei seinem Herzensverein zu nutzen. Nach den Leihstationen in Bristol und Swansea spielte der Mittelstürmer mit 25 Toren der regulären Championship-Saison eine tragende Rolle beim Aufstieg des dritten Leihvereins Aston Villa. Eine derartige Leistung wusste Lampard mit einem Stammplatz im Sturm am Saisonbeginn zu würdigen. Abraham enttäuschte nicht, konnte in den ersten 15 Liga-Spielen gar mit 11 Toren und 3 Torvorlagen brillieren. Nach einer längeren Phase mit eher vereinzeltem Torerfolg und einer zweiwöchigen Pause aufgrund einer Sprunggelenksverletzung steht auch er wieder in den Startlöchern, um nach dem Premier League-Restart seine brillante Form der ersten Wochen wiederzufinden.

(Photo by Justin Setterfield/Getty Images)

Insgesamt kann der FC Chelsea also auf einen Kader blicken, der sich zu großen Teilen mit dem Verein und der Spielidee des Trainers identifiziert und in dieser Saison schon Anzeichen für eine erfolgreiche Spielweise zeigen konnte. Die Weichen für eine bessere Zukunft scheinen damit gesetzt.

Chelsea-Transferoffensive mit Köpfchen

Das Zukunftsszenario gestaltet sich jedoch wohl nicht nur erfolgreicher, sondern auch spendabler. Das Festgeldkonto ist beim Verein wieder prall gefüllt. Nach der überwundenen Transfersperre und dem letztjährigen Verkauf des belgischen Starspielers Eden Hazard (29) ist der FC Chelsea finanziell gewappnet, um in einem von der Coronakrise gebeutelten Transfermarkt wohl der große Nutznießer unter den Topklubs darzustellen. So konnten in den vergangenen Wochen und Monaten schon Hakim Ziyech (27) und Timo Werner (24) für die kommende Spielzeit verpflichtet werden. Bei beiden handelt es sich um internationale Größen, an denen auch andere Topklubs Europas Interesse bekundeten. Hierbei ließen die Verantwortlichen jedoch nicht nur die finanziellen Muskeln spielen, sondern auch das Köpfchen seine Arbeit verrichten.

Beide Neuzugänge passen hervorragend zur Spielphilosophie Lampards, in der es vor allem um ein dynamisches Umschaltspiel mit Offensivanspielen in die Tiefe geht. Eine taktische Ausrichtung also, in der sich Ziyech als kreativer Part und Werner als Schnittstellenläufer äußerst gut wiederfinden können und den bestehenden Kader gezielt verstärken. Dadurch eröffnen sich Lampard eine ganze Reihe neuer Umsetzungsmöglichkeiten in der Offensive. Sei es ein 4-4-2 mit Ziyech als offensiver Mittelfeldspieler in der Raute und Werner und Abraham als Doppelspitze, die sich als Spielertypen wunderbar ergänzen, oder in einem 4-3-3 mit Werner auf der linken Außenbahn bzw. als alleinigem Stürmer.

(Photo by Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images)

Da Gerüchte um beispielsweise einen Ben Chilwell (23) von Leicester City oder Leverkusens Wunderknabe Kai Havertz (21) nicht abreißen, sind auch für den weiteren Transfersommer noch einige interessante Schritte zu erwarten. Gerade in der Defensive wäre sicher Handlungsbedarf. Mit 40 Gegentoren in 30 Partien spielt Chelsea eine ihrer defensiv schwächsten Saisons in der jüngeren Premier-League-Geschichte. Sollten diese Schwächen behoben werden können, sollten die Blues in der Lage sein die Vorgaben des Trainers noch erfolgreicher umzusetzen. 

Chelsea: Auch die Konkurrenz spielt eine Rolle

Der Titelkampf war in dieser Saison eine klare Angelegenheit. Auch wenn Manchester City dem FC Liverpool qualitativ Konkurrenz machen konnte, war die Mannschaft unter Pep Guardiola (49) nie in der Lage, dem amtierenden Sieger der Königsklasse wirklich gefährlich zu werden. Zusätzlich droht den Skyblues ein zweijähriger Ausschluss aus der Champions League, der auch personell erhebliche Folgen haben könnte. Die Übermacht Liverpools ist währenddessen zwar nicht zu leugnen, basiert aber auch auf einer unglaublichen Effizienz und eine sich in Grenzen haltende Verletzungshistorie. Sollte der Kader von Jürgen Klopp (53) in der Breite nicht qualitativ verstärkt werden, könnte die nächste Saison deutlich komplizierter ausgehen als die aktuell laufende, in der wirklich alles stimmte. Insofern bleibt abzuwarten, in welchem Umfang die Reds nach der Coronakrise auf dem Transfermarkt tätig werden können. 

Eine Frage, die der FC Chelsea für sich positiv beantworten kann. Auch wenn in der nächsten Saison nicht unbedingt von einer Favoritenrolle zu reden ist, kann man den Blues durchaus zutrauen, dem aktuellen Branchenprimus und Manchester City zu bieten, was vom Überraschungsdritten aus Leicester beispielsweise nicht unbedingt zu erwarten ist. Während Chelsea dem Top-Duo näher kommt, scheinen sich die vermeintlichen Top-Teams aus Nordlondon und dem roten Teil Manchesters möglichen Titelambitionen immer weiter zu entfernen.

Premier League: Vermeintliche Topteams schwächeln

Während bei Manchester United mit Winteneurzugang Bruno Fernandes (25) zumindest an europäischen Fußball zu denken ist, degeneriert die von Ex-Trainer Maurico Pochettino (48) etablierte Spielkultur unter Jose Mourinho bei den Tottenham Hotspurs von Woche zu Woche.

Die Spurs sind momentan weit von einem Champions-League-Platz entfernt und werden sich voraussichtlich nicht einmal die leiseste Hoffnung um einen möglichen Titelkampf im nächsten Jahr machen können. Der FC Arsenal dümpelt derweil abgeschlagen im Tabellenmittelfeld bei neutraler Tordifferenz herum.

Nach einer katastrophalen Hinrunde unter Unai Emery (48), hat Mikel Arteta (38) seit Dezember 2019 die Zügel in der Hand. Ein erneuter Umbruch scheint bei den Gunners in der nächsten Saison jedoch alternativlos, weshalb der FC Arsenal auch im nächsten Jahr keine Rolle im Titelkampf spielen wird. Dementsprechend frei scheint der Weg für den FC Chelsea zu sein, in die absolute Spitzengruppe des englischen Profifußballs vorzustoßen.

Derartige Ambitionen gilt es in der noch laufenden Saison zu untermauern. Eine Chance dafür bietet sich schon diesen Donnerstag um 21:15, wenn Chelsea gegen Manchester City (Live bei Sky) antritt. 

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 (Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

Von Robin Wings

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