DFB-Pokal | Schlotterbeck selbstkritisch, Tedesco hadert mit der Spielleitung – Die Stimmen zum Pokalfinale

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News | RB Leipzig ist DFB-Pokalsieger! Nach zwischenzeitlichem Rückstand und in Unterzahl bezwangen sie den SC Freiburg im Elfmeterschießen 5:3. Sky sammelte die Stimmen zur Partie.

Freiburg versagen vom Punkt die Nerven – RB Leipzig ist Pokalsieger!

19 Minuten waren gespielt, als Maximilian Eggestein den Sport-Club in Führung brachte. Ein durchaus umstrittener Treffer, da im direkten Vorfeld des Treffers der Ball an den ausgestreckten Arm von Roland Sallai sprang. Es schien, als sollte es der Abend des SC Freiburg werden. Nach 57 Minuten drehte sich Lucas Höler geschickt um Marcel Halstenberg herum und zwang diesen kurz vor dem Strafraum zur Notbremse.

 



 

Daraus weiter Kapital schlagen konnte Freiburg allerdings nicht, sodass RB Leipzig eine Viertelstunde vor Schluss zum Ausgleich kam: Ein Freist0ß des eingewechselten Dominik Szoboszlai wurde noch von Freiburgs Zwei-Mann-Mauer weggeblockt. Konrad Laimer schnappte sich jedoch den Rebound und bediente rechts im Strafraum Willi Orbán. Dessen Vorlage grätschte Christopher Nkunku am zweiten Pfosten über die Linie. Mit diesem 1:1 ging es in die Verlängerung und letztlich auch ins Elfmeterschießen. Beim Stand von 2:1 für Leipzig trat SC-Kapitän Christian Günter an – und setzte seinen Versuch deutlich über das Tor. Dani Olmo wusste diesen Patzer auszunutzen und stellte auf 3:1. Keven Schlotterbeck und Benjamin Henrichs verwandelten jeweils sicher, sodass Ermedin Demirović treffen musste. Er traf aber lediglich die Unterkante des Querbalkens. So gewinnt RB Leipzig 5:3 nach Elfmeterschießen und damit seinen ersten großen Titel! Sky sprach im Anschluss mit Siegern und Besiegten.

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„Hatte nicht die Eier“ – Freiburg niedergeschlagen, aber trotzdem stolz

„Es tut einfach nur weh. Ich hätte der Mannschaft gern geholfen im Elfmeterschießen“, so ein sichtlich niedergeschlagener Christian Günter nach dem Spiel. „Wenn man verschießt, ist es immer, sozusagen, sch…e. Danach gehen einem so viele Gedanken durch den Kopf. Manchmal weiß man gar nicht, was man in dem Moment so tut. Es tut einfach nur weh. Ich hätte der Mannschaft so gern geholfen. Wir hätten es so verdient gehabt. Wir haben so eine tolle Saison gespielt. Das wäre natürlich ein krönender Abschluss gewesen. Aber, leider muss es einen Verlierer geben. Und heute waren wir’s.“

Christian Streich bemängelte, man hätte es nach dem Platzverweis für Marcel Halstenberg „zu wenig mutig selbst herausgespielt“. Der ein oder andere Spieler habe Angst gehabt, einen Fehler zu machen. Leipzig habe es letztendlich verdient, weil sie sich nach Rückstand und in Unterzahl zurückgekämpft haben. „Aber wir hätten es auch verdient.“

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Photo by THOMAS KIENZLE/AFP via Getty Images

Für Nico Schlotterbeck war es „schwer zu akzeptieren, dass wir hier verloren haben. Ich hab mein letztes Spiel für den SC gehabt. Ich hab meine Seele rausgespielt, alles gegeben für den Verein, deswegen tut’s mir umso mehr weh, dass wir heute ein Gegentor kassiert haben, das wir nicht kassieren dürfen. Wenn wir das nicht kassieren, dann verlieren wir nicht.“

Mitgelitten habe Schlotterbeck mit jedem, nicht nur Christian Günter ob seines Fehlschusses. „Er steht, glaube ich, nur da, weil er den Elfmeter verschossen hat. Aber er hat Verantwortung übernommen. Ich muss ehrlich sein, ich habe keine Verantwortung übernommen. Ich hatte jetzt nicht so die Eier im Elfmeterschießen zu schießen. Deswegen haben das andere übernommen. Günni hat das übernommen, Demi hat das übernommen. Elfmeterschießen ist immer ein bisschen Glück. Aber ich bin trotzdem brutal stolz auf die Mannschaft, was wir diese Saison abgerissen haben. Wenn ich sehe, hier sind 30.000 Freiburger, das macht mich brutal glücklich.“

Mintzlaff frohlockt, Tedesco hadert trotz Pokalsieg mit Schiedsrichter Stegemann

Wesentlich besser war die Stimmung im Leipziger Lager. Oliver Mintzlaff hat beide verlorenen Endspiele 2019 und 2021 miterlebt und frohlockte daher: „Klar ist das abgehakt. Das ist jetzt ein Jahr später und wenn du im Finale stehst, dann willst du gewinnen. Dann zählt nicht, dass du sagst, du hast das Finale erreicht. Dann willst du natürlich mit was Silbernem nachhause fahren. Das war der dritte Anlauf in vier Jahren, was für uns per se natürlich schon toll ist. Aber wir wollten gewinnen, wir haben gewonnen. Es war keine gute erste Halbzeit, wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, haben die Aggressivität vermissen lassen, den Zweikampf, haben die zweiten Bälle nicht gewonnen, kriegen dann nach Anpfiff auch noch die rote Karte. Diese Mentalität, die die Mannschaft hier gezeigt hat nach dieser Saison, diesen Kampf und dann letztendlich im Elfmeterschießen dann auch noch zu überzeugen, ist fantastisch und macht uns alle natürlich mehr als froh.“

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Photo by Martin Rose/Getty Images

Für Kapitän Péter Gulácsi fühlte sich der Pokalsieg“groß“ an. „Natürlich, wie das Spiel gelaufen ist, das war nicht unbedingt so, dass man nach 60 Minuten gedacht hat, dass wir das Spiel auch gewinnen. Aber wir haben eine unfassbare Moral gezeigt. In der letzten halben Stunde mit zehn Mann sehr gut gespielt, viele Chancen und, ich glaube, verdient den Ausgleich gemacht. In der Verlängerung war es ein offenes Spiel, das beide Mannschaften gewinnen konnten. Das Elfmeterschießen war brutal. Die Jungs waren sehr cool. Am Ende ist der Sieg, glaube ich, nicht unverdient.“

Ganz ohne strittige Entscheidungen kam allerdings auch dieses Spiel nicht aus. Domenico Tedesco sei sich vor dem 1:0 für Freiburg sicher gewesen, „dass er das Ding zürücknimmt, wegen der Hand. Wir haben das Relegationsspiel beide gesehen, Lothar. Da kriegt der HSV den Elfmeter nicht. Er muss es abpfeifen, er muss es einfach abpfeifen, weil es ein Handspiel ist. Genauso wie er bei uns 23 andere Situationen abpfeift, während der gesamten Rückrunde. Wir haben gewonnen heute. Und das darf ich auch sagen: Den Elfmeter von Olmo nicht zu geben, da gehört schon viel dazu. Wenn du ihn gibst, dann ist es keine klare Fehlentscheidung. Den nicht zu geben, da muss ich sagen: Respekt. Aber wir haben es zum Glück gewonnen. Deswegen darf ich auch so sprechen.“

Photo by Joern Pollex/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

Alle Kommentare


  • Lothar Sbresny sagt:

    Am besten fand ich die Tedesco Kamera,er hatte mehr Einblendungen als das Spiel selber.Als er das bemerkte machte er eine tolle Inszenierung daraus u.zog seine Chow ab.Sehr gut ARD.


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