Studie bestätigt: EM verursachte über 9.000 Corona-Fälle in England

Englische Fans feiern vor dem EM-Finale ausgiebig in der Nähe des Wembley-Stadions.
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News | In England wurden inzwischen offiziell alle Corona-Beschränkungen ausgesetzt. Bei der Europameisterschaft war dies noch nicht der Fall. Dennoch gab es zahlreiche Infektionen.

Wissenschaftler: EM stellte „ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit“ dar

Die EM-Partien im Londoner Wembley-Stadion wurden im Rahmen eines staatlichen Testprogramms vor riesigen Zuschauerkulissen durchgeführt. Im Finale, als England Italien nach Elfmeterschießen unterlag fanden über 60.000 Fans den Weg in den Fußballtempel. Nun schlossen Wissenschaftler ihre Untersuchungen hinsichtlich der Corona-Infektionen ab. In ihrer Studie (via Guardian) hieß, dass rund um die Spiele 9.402 positive Fälle ausfindig gemacht wurden. Dabei hätten 3.036 Personen innerhalb von zwei Tagen nach den Begegnungen Symptome vermeldet, sodass sie höchstwahrscheinlich zum Zeitpunkt des Spiels ansteckend waren.

 

Daher stellte die EM „ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit, selbst wenn England im Ausland spielte“ dar, betonten die Wissenschaftler. Hauptsächlich seien die Infektionen während der Halbfinal- und Finalspiele zustande gekommen, wo die meisten Anhänger ins Stadion gehen durften. Dr. Jenifer Smith, die stellvertretende Leiterin von Public Health England, fügte an: „Dieses Risiko ging nicht nur von Personen aus, die an der Veranstaltung selbst teilnahmen, sondern auch von Aktivitäten während der Reise und damit verbundenen sozialen Aktivitäten.“ Die Zuschauer hätten sich zunehmend weniger an die vorgegeben Regeln gehalten. Beim Endspiel kam es bekanntlich zu Massenunruhen.

Letztlich sei die EM „ein einmaliges Ereignis und damit ist es unwahrscheinlich, dass zukünftige Veranstaltungen einen ähnlichen Einfluss auf die Covid-19-Fälle haben werden“, so Smith weiter. Als Unterstreichung für ihre These zog sie das parallel ausgetragene Tennisturnier von Wimbledon heran. Dort erschienen insgesamt rund 300.000 Zuschauer, wobei nur 881 Corona-Infektionen heraussprangen. Ein noch positiveres Fazit zog Kulturminister Oliver Dowden (43): Wir haben gezeigt, dass wir Massen-Sport- und Kulturveranstaltungen sicher wieder einführen können“. Allerdings sei es wichtig, „dass die Menschen weiter vorsichtig agieren, wenn sie sich in überfüllte Räume begeben.“

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(Photo: Imago/Alex Amoros)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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