Champions League | Frankfurter Hattrick in London – und der nächste Rekord für Bellingham? – Zahlen und Fakten zum 4. Spieltag

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Spotlight | Die Hälfte der Gruppenphase ist vorbei. Zeit, vor dem 4. Champions-League-Spieltag auf die interessantesten Statistiken zu blicken.

Borussia Dortmund – Sevilla FC (Dienstag, 21:00 Uhr, Hin.: 4:1)

Mit dem Sieg im Hinspiel hat sich Borussia Dortmund den Matchball fürs Achtelfinale erarbeitet. Mit einem weiteren Erfolg könnten sie ihren Gegner, bei zwei noch ausstehenden Spielen, auf acht Punkte distanzieren. Rein statistisch stehen die Chancen dazu sehr gut. Von den vergangenen neun Heimspielen gegen La-Liga-Teams verlor der BVB nur ein einziges. 2017/18 gab es ein 1:3 gegen Real Madrid. Ansonsten fünf Siege sowie drei Remis. In den vergangenen beiden Heimspielen stehen die Dortmunder sogar bei einer Tordifferenz von 8:0. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Gegner FC Kopenhagen (3:0) sowie Beşiktaş JK (5:0) hießen.

Champions League Borussia Dortmund Sevilla FC

Photo by CRISTINA QUICLER/AFP via Getty Images

Auf der anderen Seite ist der Sevilla FC in der jüngeren Vergangenheit nur bedingt als Auswärtsmacht aufgefallen, besonders, wenn es nach Deutschland geht. In den vergangenen vier Versuchen blieben die Andalusier sieglos. Zuletzt gab es ein 1:1 in Wolfsburg. Ihr letzter Sieg auf deutschem Boden datiert vom Februar 2015, ein 3:2 im Sechzehntelfinale der Europa League in Mönchengladbach. Dazu warten sie in der Champions League auswärts seit mittlerweile 273 Minuten auf ein Tor. In Kopenhagen (0:0), Salzburg (0:1) und Lille (0:0) blieben sie drei komplette Spiele torlos und sind – neben Bayer Leverkusen (zwei Tore aus 4,3 xG) die einzige Mannschaft im Wettbewerb, die ihren xG um mehr als zwei Tore unterbietet (ein Tor aus 3,3 xG).

Gut möglich also, dass die Dortmunder den nächsten Sieg einfahren. Beim letzten wurde Jude Bellingham mit seinem Treffer zum ersten Mittelfeldspieler, der als Teenager in drei aufeinanderfolgenden Champions-League-Partien traf. Vier Tore in einer Saison gelangen bisher noch keinem englischen Teenager. Momentan ist Bellingham gleichauf mit Wayne Rooney, der 2004/05 ebenfalls dreimal für Manchester United traf.

SSC Napoli – AFC Ajax (Mittwoch, 21:00 Uhr, Hin.: 6:1)

Vergangene Woche sorgte die SSC Napoli für das vielleicht größte Erdbeben des Spieltags. In ihrem eigenen Stadion ließen sie Ajax 6:1 untergehen. Für den niederländischen Rekordmeister war es die höchste Europapokalniederlage aller Zeiten. Bisher hielt der FC Bayern diesen Rekord, der am 22. Oktober 1980 5:1 im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister gewann. Gleichzeitig ist dieses 1:6 auch Ajax vierthöchste Niederlage in einem Pflichtspiel, nach zwei 0:6-Niederlagen gegen die SV Limburgia (24.06.1950) und ADO Den Haag (20.02.1949) sowie einem 4:9 gegen Feyenoord (29.11.1964).

 



 

Für die Gastgeber gilt dasselbe wie für den BVB: Ein Sieg und sie wären sicher im Achtelfinale. Es wäre ihre vierte Teilnahme in den letzten sieben Versuchen und das erste Mal, dass sie es in zwei aufeinanderfolgenden schaffen, nach 2019/20.

In dieser Spielzeit ist Napoli besonders durch die Offensive aufgefallen: 13 Treffer sind Höchstwert in der aktuellen Saison. Der italienische Rekord nach vier Gruppenspielen liegt bei 14, Juventus in der Saison 1995/96. Zudem könnte Napoli zum dritten Serie-A-Team werden, das die ersten vier Spiele in einer Champions-League-Saison gewinnt, nach Milan 1992/93 und 2002/03 sowie Juventus 1995/96, 2004/05 und 2021/22.

Wesentlich düsterer sieht es für Ajax aus, die in Neapel aufpassen müssen, nicht erstmals seit 2014 wieder drei Champions-League-Spiele in Folge zu verlieren.

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Viktoria Plzeň – FC Bayern München (Mittwoch, 21:00 Uhr, Hin.: 0:5)

Das Duell vergangene Woche verlief so deutlich, wie man es erwarten durfte. Mit dem 5:0 gewannen die Münchener auch ihr fünftes Spiel gegen Viktoria Plzeň. Lediglich gegen Olympiakos (6/6) haben sie öfter gespielt und dabei immer gewonnen. In den fünf Partien gegen Viktoria Plzeň traf der FC Bayern 18 Mal, insgesamt 3,6 Mal pro Spiel. Gegen kein anderes der 29 Teams, gegen die sie in Europa mindestens fünfmal gespielt haben, können sie eine bessere Quote aufweisen.

Das 5:0 war das 31. Spiel der Münchener ohne Niederlage in der Gruppenphase. Damit überboten sie den Rekord von Real Madrid (30 Spiele). Dazu stehen sie bei zehn aufeinanderfolgenden Siegen in Gruppenspielen. Elf wären ebenfalls ein neuer Rekord.

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Jene elf Siege hat Julian Nagelsmann bereits. In diesen Partien, zwei mit RB Leipzig und neun mit dem FC Bayern, gelangen seinen Teams 38:8 Tore. Einzig Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal kann mehr aufeinanderfolgende Siege in einer Champions-League-Gruppenphase aufweisen (14 zwischen 1999 und 2009 mit dem FC Barcelona und dem FC Bayern).

Zu einem großen Namen beim FC Bayern kann auch Leroy Sané aufschließen. Der Nationalspieler kommt auf 16 Torbeteiligungen in seinen letzten 13 Champions-League-Partien und traf viermal in den ersten drei Spielen dieser Saison. Einzig Robert Lewandowski gelang es, für den FC Bayern in den ersten vier Partien einer Champions-League-Gruppenphase zu treffen, 2019/20 sowie 2021/22.

Die Chancen, Lewandowski einzuholen stehen gut für Sané. Viktoria Plzeň hat in seinen bisher zehn Champions-League-Heimspielen noch nie zu Null gespielt und dabei 22 Gegentore kassiert. Gewinnen konnten sie nur zwei dieser Partien, jeweils ein 2:1 gegen ZSKA Moskau im Dezember 2013 sowie die AS Roma Dezember 2018. Ansonsten gab es noch drei Remis und fünf Niederlagen. Ihr letztes Auswärtsspiel in Plzeň gewannen die Münchener eher bescheiden 1:0. Mario Mandžukić erzielte in Minute 65 den Treffer des Tages.

FC Barcelona – Inter Milan (Mittwoch, 21:00 Uhr, Hin.: 0:1)

Sollte der FC Bayern in Plzeň gewinnen, könnten sie das Achtelfinale so gut wie buchen. Dazu müsste allerdings auch Inter mitspielen und mindestens einen Punkt aus Barcelona mitnehmen. Allein, ihre Bilanz ist eher bescheiden. Fünfmal traten die Nerazzurri im Camp Nou an – und verließen es nach jeder Partie geschlagen. Lediglich ein Treffer gelang Inter dabei, Lautaro Martínez in der 2. Minute des letzten Aufeinandertreffens am 2. Oktober 2019. In keinem anderen Stadion hat Inter so viele Niederlagen einstecken müssen, wie im Camp Nou.

Generell tun sie sich in Spanien äußerst schwer. Ihr letzter Auswärtssieg bei einem La-Liga-Team in der Champions League datiert aus dem Oktober 2004, ein 5:1 im Mestalla. Sieben der letzten acht Versuche in Spanien, bei einem Remis, gingen verloren, darunter je einer in den letzten vier Saisons (2018/19 0:2 in Barcelona, 2019/20 1:2 in Barcelona, 2020/21 2:3 bei Real Madrid und 2021/22 0:2 bei Real Madrid).

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Gute Nachrichten für die Katalanen, die nach dem 0:1 im Hinspiel mit mindestens zwei Toren Differenz gewinnen müssen, um das Achtelfinale weiter in der eigenen Hand zu haben. Besonders, da sie nur eines der vergangenen 17 Heimspiele gegen Serie-A-Teams verloren haben, das war allerdings das letzte, ein 0:3 gegen Juventus im Dezember 2020.

Inter, die das Hinspiel mit einem xG von lediglich 0,18 gewonnen haben, keine andere siegreiche Mannschaft konnte diese Saison noch weniger aufweisen, wollen, nach ihren beiden Auswärtssiegen in Anfield (1:0) und Plzeň (2:0) Barcelona die nächste Auswärtsniederlage zufügen. Drei aufeinanderfolgende Auswärtssiege gab es für Inter in der Champions League oder dem Vorgängerwettbewerb, dem Europapokal der Landesmeister, noch nie.

Dazu müssen sie allerdings an Robert Lewandowski vorbei, der in seinen letzten 15 Champions-League-Heimspielen 27 Torbeteiligungen aufweisen kann, 22 Tore und fünf Assists. Beim 5:1 über Viktoria Plzeň gelang ihm ein Hattrick. Zwei in aufeinanderfolgenden Heimspielen haben bisher nur Lionel Messi (Oktober 2016) sowie Cristiano Ronaldo (Mai 2017) geschafft.

Tottenham Hotspur – Eintracht Frankfurt (Mittwoch, 21:00 Uhr, Hin.: 0:0)

Trotz des bitteren Aus im Elfmeterschießen an der Stamford Bridge im Halbfinale der Europa League 2018/19 fand die Eintracht immer mehr Gefallen an den Trips nach London. Die letzten beiden, gegen Arsenal im Emirates (2:1) November 2019 und dem London Stadium, bei West Ham (2:1) diesen April, konnte man jeweils siegreich gestalten – allerdings in der Europa League.

Für einen Eintracht-Sieg spricht auch Tottenhams jüngste Statistik gegen deutsche Teams. Vier der letzten sechs Heimspiele mit deutschen Teams gingen verloren. Alle vier gegen unterschiedliche Bundesligisten: 1:2 gegen Dortmund in der Europa League und 0:1 gegen Leverkusen in der Champions League 2016, 2:7 gegen den FC Bayern 2019 sowie 0:1 gegen RB Leipzig im Champions-League-Achtelfinale 2019/20. Diese Serie streckt sich nicht nur über vier Jahre, sondern auch drei Stadien: White Hart Lane, Wembley und dem Tottenham Hotspur Stadium.

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Auch Antonio Conte, der zwar mit Juventus (2012, 2013) und Inter (2021) in Italien Meister wurde sowie 2017 mit Chelsea in der Premier League, tut sich in der Champions League notorisch schwer. Nur ein Drittel seiner Spiele (13/39) konnte er gewinnen. Von den 18 italienischen Trainern, die mehr als zehn Partien betreut haben, hat nur Alberto Zaccheroni (7/25, 28%) eine noch niedrigere Siegquote. Contes bestes Abschneiden ist noch immer das Viertelfinale 2012/13, als es mit Juventus nach Hin- und Rückspiel ein 0:4 gegen den FC Bayern setzte. Seine vergangene Teilnahme mit Inter 2020/21 endete im letzten Gruppenplatz, hinter Real Madrid, Borussia Mönchengladbach sowie Shakhtar Donezk.

Um die drei Punkte dann auch final mitzunehmen, muss die Eintracht gewaltig an ihrer Chancenverwertung schrauben. Einen Treffer konnten sie bislang aus 37 Torschüssen erzielen, das sind insgesamt 2,7%. Einzig die noch torlosen Rangers und FC Kopenhagen kommen auf eine noch niedrigere Quote (0%).

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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