Europa League | Trapp pariert, Borré entscheidet: Eintracht Frankfurt gewinnt die Europa League!

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News | Finale! Im Endspiel der Europa League 2021/22 traf Eintracht Frankfurt auf die Rangers! Über weite Teile dominierten die Frankfurter die Partie, gewannen aber erst im Elfmeterschießen.

Eintracht mit besserem Beginn, aber Rangers beißen sich ins Finale

Es ist eine Europapokalreise für Eintracht Frankfurt, die Legendenpotential hat: Fererbahçe, Olympiakos, Royal Antwerp, Betis, Barcelona, West Ham – und jetzt die Rangers in der Heimat der Europa League, dem Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán, Heimspielstätte des sechsmaligen Siegers Sevilla FC.

In der Bundesliga lief es zuletzt eher mittelprächtig. Die Bundesligasaison schloss Frankfurt mit einem 2:2 in Mainz ab.

Die Rangers erkämpften sich in der Gruppe A den 2. Platz, hinter Peter Boszs Lyon. Über Dortmund, Roter Stern Belgrad, Sporting Braga und RB Leipzig fanden sie ihren Weg nach Sevilla.

 



 

Die Premiership-Saison schlossen die Rangers vier Zähler hinter Stadtrivale Celtic auf Platz 2 ab, mussten den vergangene Saison unter Steven Gerrard gewonnenen Titel also abtreten. Celtic durfte daher die zehnte Meisterschaft in den vergangenen elf Saisons feiern.

Aufstellungstechnisch gab es gute Nachrichten für die Eintracht: Jesper Lindstrøm wurde genau rechtzeitig fit und ersetzte Jens Petter Hauge in der Startelf. Ansonsten spielte genau dieselbe Mannschaft wie beim 2:2 in Mainz.

Giovanni van Bronckhorst rotierte im Vergleich zum 3:1 bei Heart of Midlothian einmal komplett durch und bot genau dieselbe Startelf wie beim 3:1 gegen RB Leipzig auf, mit Joe Aribo im Zentrum für den verletzten Alfredo Morelos.

Knauff vergibt Frankfurts beste Chance – keine Tore zur Pause

Damit hinein in den blau und weiß getünchten Kessel. Die Frankfurter begannen aktiver. Aber auch die Rangers steckten keinesfalls zurück. 5. Minute, John Lundstram räumte Sebastian Rode mit hohem Bein ab. Der Frankfurter musste mehrere Minuten behandelt werden, konnte mit Turban allerdings weitermachen.

Im Anschluss erarbeitete sich die Eintracht ein Übergewicht. 12. Minute, Lundstram stand bei einer Seitenverlagerung von rechts komplett schräg zum Geschehen, sodass Daichi Kamada viel Grün vor sich hatte. Dennoch konnte er im Fünfmeterraum dazwischenstochern, sodass Allan McGregor im Getümmel lediglich prallen lassen konnte. Der Ball kam 22 Meter zentral vor dem Tor zu Djibril Sow. Seinen Schlenzer packte sich McGregor sicher.

Die Eintracht hatte nun ihre beste Phase, spielte ein sehr cleveres Pressing und schnürte die Rangers in ihrer eigenen Hälfte ein. 20. Minute, Ansgar Knauff bekam rechts Platz, um nach innen zu ziehen, weil Sebastian Rode hinterlief, um die Abwehr breitzuziehen. McGregor spekulierte aufs kurze Eck und spekulierte richtig. Eckball. Der kam flach in den Rückraum zu Lindstrøm. Frankfurts Nummer 29 traf die Kugel nicht richtig. Evan Ndicka ging zwar nochmal auf den Kopfball – knapp rechts vorbei.

Erst danach fanden die Rangers einigermaßen ins Spiel und hatten nach 26 Minuten ihren ersten Abschluss: Ndicka räumte Scott Wright robust ab, Slavko Vinčić ließ den Vorteil laufen, sodass Joe Aribo zum Schlenzer kam – links vorbei. Eine Chance, die der Mannschaft von Giovanni van Bronckhorst Selbstvertrauen gab. Ab hier gelang es auch ihnen, sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. 36. Minute, James Tavernier schwang einen Freistoß von links an den zweiten Pfosten. Dort kam John Lundstram zum Kopfball, der sich gefährlich senkte, aber wohl nicht unter den Querbalken gefallen wäre. Kevin Trapp ging dennoch auf Nummer sicher.

Aufgrund der Behandlungspause von Sebastian Rode und einer Trinkpause Mitte der ersten Hälfte bei noch immer rund 30 Grad Außentemperatur in Sevilla gab es sechs Minuten Nachspielzeit. In der zweiten legte Aribo zurück zu Ryan Kent, der für seinen Namensvetter Jack durchließ. Sein Distanzschuss ging knapp drüber und das Finale der beiden offensivgefährlichsten Mannschaften dieses Wettbewerbs mit 0:0 in die Pause.

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Borré kontert Defensivmissverständnis – Verlängerung in Sevilla!

Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte des Endspiels. Erneut hatte die Eintracht den besseren Beginn. 49. Minute, Lindstrøm drehte sich sehr clever um die eigene Achse und kam aus halblinker Position von der Strafraumkante zum Abschluss. Jack fälschte noch extrem eklig für McGregor ab, der die Kugel gerade so am linken Pfosten vorbeischaute.

Es war bis hierhin vor allem ein Finale der Kleinigkeiten. Ein Finale, in dem sich noch keine Mannschaft allzu große Wackler erlaubt hat. In Minute 55 jedoch fingen die Frankfurter damit an: Knauff unterlief bei einem hohen Ball ein Stockfehler, sodass Aribo den hinterlaufenden Ryan Kent bedienen konnte. Dem rutschte die Kugel über den Spann und landete im Rangers-Block.

Zwei Minuten später leitete Sow einen Abstoß von Kevin Trapp unkonventionell per Kopf zurück. Tuta war zu überrascht, um darauf einzugehen. Stattdessen setzte sich Aribo durch, hatte freie Fahrt und schob vor Trapp sicher links unten ein. 1. Saisontor in diesem Wettbewerb. Aus Sicht der Seinen hätte es zu keinem günstigeren Zeitpunkt kommen können. 0:1!

Als ob das nicht schon schlimm genug für die Eintracht wäre, verletzte sich Tuta bei der Aktion und konnte nicht weitermachen, Makoto Hasebe kam für ihn – und mit ihm die Reaktion der Eintracht. 59. Minute, Knauff legte im Fallen herausragend zurück für Lindstrøm, dessen Direktabnahme Calvin Bassey blockte regelkonform mit dem Bauch.

Auch nach dem Treffer spielte nur die Eintracht. In Minute 67 patzten dann auch mal die Rangers. Connor Goldson unterlief der Fehlpass vor dem Strafraum direkt zu Rode. Frankfurts Kapitän leitete direkt auf Kamada weiter, der nicht im Abseits stand, die Kugel allerdings knapp über den Querbalken hob.

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Photo by CRISTINA QUICLER/AFP via Getty Images

Es schien, als sei Frankfurts Treffer eine Frage der Zeit – und das war er auch. 69. Minute, Filip Kostić zog eine Flanke mit extrem viel Schnitt vorbei an James Tavernier, die in der Mitte niemand lesen konnte. Niemand, außer Rafael Santos Borré, der die Fußspitze reinhielt und ins kurze Eck traf. Parität! Gleich im Anschluss kam Jens Petter Hauge für Jesper Lindstrøm.

Von den Rangers kam in dieser Phase überhaupt nichts mehr. 77. Minute, infolge eines langen Balls legte Rode nochmal zurück zu Hauge, dessen Abschluss von halblinks allerdings deutlich über den Querbalken. Zwei Minuten später brachte Kostić eine Halbfeldflanke von rechts, die unangenehm für McGregor fiel. Der anschließende Eckball brachte nichts ein.

Die letzte Chance der regulären Spielzeit gehörte der Eintracht. 89. Minute, Kostić knallte den Ball vom linken Flügel in die Mitte, der knapp am rechten Pfosten vorbeizischte. So ging es in die Overtime.

Elfmeterdrama! Borré schießt die Eintracht zum Titel!

Wer will es mehr? Erstmal wollte van Bronckhorst – und zwar wechseln: Scott Arfield kam für Glen Kamara. Im Anschluss spielte abermals nur die Eintracht. Auch von den Rangers-Fans war kaum noch was zu hören. 95. Minute, Bassey vertändelte den Ball auf dem rechten Flügel. Borré ging der Situation nach. Rechts an der Grundlinie wollte er die Kugel ins Tor spitzen. Aber Bassey kam mit großen Schritten und blockte zum Eckball, der nichts einbrachte.

Erst in der 106. Minute kamen die Rangers mal wieder. Borna Barišić trümmerte die Kugel aus gut 23 Metern direkt aufs Tor. Trapp parierte im Nachfassen.

Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zog Kristijan Jakić aus gut 25 Metern ab – ganz knapp drüber. Danach allerdings wollten es die Rangers nochmal wissen. 118. Minute, der eingewechselte Kemar Roofe setzte sich auf der Grundlinie durch und gab in die Mitte. Kent war am schnellsten an der Kugel. Allerdings parierte Trapp herausragend.

Drei Minuten später gab es noch einen allerletzten Freistoß für die Rangers aus 23 Metern halbrechter Position. James Tavernier trat an, schlenzte die Kugel auf den rechten Winkel, abermals war Trapp auf dem Posten.

Elfmeterschießen. Einatmen. Ausatmen.

Die Rangers fingen an. Nach sechs Versuchen stand es 3:3. Dann kam Aaron Ramsey, schoss zentral – und scheiterte an Kevin Trapp! So konnte Filip Kostić den Vorteil für Frankfurt herstellen – und tat genau das. Da auch Kemar Roofe sicher verwandelte, gehörte der Matchball Rafael Santos Borré. Der Kolumbianer knallte die Kugel in den linken Winkel!

EINTRACHT! FRANKFURT! GEWINNT! DIE! EUROPA LEAGUE!

Zu den Fakten: Es ist der zweite Europapokalsieg für die Frankfurter nach 1980 gegen Borussia Mönchengladbach. Damit wird die Bundesliga kommende Saison fünf Mannschaften in der Champions League haben, zwei – den FC Bayern und Eintracht Frankfurt – in Topf 1. Oliver Glasner ist der erste Österreicher, der mit einer ausländischen Mannschaft einen Europapokal holt, seit Ernst Happel 1983 mit dem HSV.

Der Sieg geht absolut in Ordnung, Frankfurt dominierte weite Teile der Partie. Doch wie erwartet, lieferten sich beide Mannschaften einen großen Kampf. Auch, als beide eigentlich ob der Temperaturen schon am Boden lagen. Für Frankfurt gibt es nach dem verlorenen Elfmeterschießen an der Stamford Bridge 2019 die Revanche zum besten Zeitpunkt. Die Revanche zum Titel!

Der Endstand nach Elfmeterschießen aus dem Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán: Eintracht Frankfurt 6, Rangers 5.

Noch ein letztes Mal: Eintracht Frankfurt ist Europa-League-Sieger!

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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