Lopetegui & Sevilla in der Krise: Jetzt auch noch Manchester City

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Julen Lopetegui gilt als akribisch arbeitender Trainer. Das, was er in der Vergangenheit mit dem FC Sevilla auf die Beine stellte, war nicht zu unterschätzen. Die Topteams in Spanien und Europa kamen sehr ungern in das Estadio Ramon Sanchez Pizjuan. Zu Beginn der Saison 2022/23 gibt es eine Fülle an Problemen. 

Lopetegui und der FC Sevilla: Ein komplizierter Sommer

Dass der Sommer 2022 für den FC Sevilla kein leichter werden würde, deutete sich früh an. Einige Spieler hegten Wechselgedanken, mitunter auch recht offensiv und eindeutig. Aufgrund der finanziellen Situation waren die großen Sprünge ohne Einnahmen nicht möglich, sodass Verkäufe Pflicht waren. Den Großteil der Einnahmen generierten die Andalusier durch die Abgänge von Jules Koundé (23, FC Barcelona) und Diego Carlos (29, Aston Villa). Mehr als 80 der am Ende etwas mehr als 90 Millionen Euro flossen alleine durch die Abgänge der beiden Innenverteidiger auf das Konto des Klubs. Gerade Koundé verließ das Team relativ spät, wodurch es schwer war, adäquaten Ersatz zu finden und diesen gleichzeitig auch noch in Ruhe an das Team heranzuführen. 

Tanguy Nianzou (20) kam vom FC Bayern, Marcao (26) von Galatasaray. Ersterer wurde früh in das kalte Wasser geworfen und musst zusammen mit einem defensiven Mittelfeldspieler in einer komplett neu formierten Abwehr antreten. Adnan Januzaj (27), Kasper Dolberg (24), Isco (30) und Alex Telles (29) wechselten ebenfalls nach Sevilla. Die Namen sind bekannt, doch das alleine reicht nicht. Die Verunsicherung der Mannschaft war vom ersten Spieltag an zu spüren. Automatismen fehlten, die sehr gute Struktur der letzten Jahre, als die Abwehr schwer zu überwinden war, schien wie weggeweht. 



Die Krise des FC Sevilla in den ersten Wochen der Saison

Trotz aller Unkenrufe vor Saisonbeginn herrschte Optimismus. 2021/22 gelang die Qualifikation für die Champions League, zuhause musste Sevilla in 19 Spielen in der Liga nur eine Pleite hinnehmen, 30 Gegentore in 38 Spielen waren ein Topwert in La Liga. Die Realität nach der Sommerpause sah aber gleich ganz anders aus. Aufbruchstimmung herrschte nicht, vielmehr Verunsicherung auf dem Platz. Die Spieler wirkten nicht so, als wüssten sie explizit, was der genaue Plan von Trainer Julen Lopetegui (56) ist. Er selbst musste mit neuen Charakteren zusammenarbeiten und seine Ideen auch in gewissem Maße anpassen. 

Lopetegui Sevilla

(Photo by Fran Santiago/Getty Images)

Das 1:2 bei Osasuna in Pamplona zum Auftakt wurde noch als Stolperer abgetan. Doch auch der Heimauftakt verlief holprig, 1:1 gegen Real Valladolid. Es folgte eine 1:2-Pleite bei Almeria und die Alarmglocken läuteten lauter als zuvor. Der FC Barcelona kam schließlich am vergangenen Wochenende in das Estadio Ramon Sanchez Pizjuan und zumindest der Start war sehr ordentlich. Nach und nach übernahmen die Gäste aber die Kontrolle und konnten wohl selbst kaum glauben, wie leicht es im Verlauf des Spiels war, Sevilla zu dominieren. Das Endresultat: 0:3. Ein Punkt aus vier Partien, schon acht Gegentore, das ist nicht der Anspruch der Mannschaft.

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Natürlich spielt der Faktor Zeit eine Rolle. Drei der vier Gegner sollten aber mit der Grundstruktur, die der Kader hat, schlagbar sein. Ein Youssef En-Nesyri (25) wirkt phasenweise komplett fehl am Platz im Angriff, von den Außenverteidigern kommt zu wenig Schwung nach vorne und das technisch durchaus versierte Mittelfeld kann das Spiel nicht ordnen. Leidtragende sind die Defensivspieler, die sich oft in kritischen und schwierigen Situationen wiederfinden. Und es stand erst ein wirklicher Topgegner auf der anderen Seite. 

Lopetegui unter Druck: Jetzt kommt auch noch Manchester City

In einer solch kniffligen Phase, in der wenig funktioniert und der Cheftrainer kritisch beäugt wird, wünscht sich eine Mannschaft natürlich einen machbaren Gegner zum Auftakt in der Champions League. Da macht die UEFA den Hoffnungen der Andalusier aber einen Strich durch die Rechnung. Denn zum Auftakt kommt gleich Manchester City mit Stürmer-Naturgewalt Erling Haaland (21) nach Sevilla. Die Skyblues sind gut in Form, haben zum Saisonauftakt ordentliche Leistungen gezeigt und wirken schon sehr gefestigt. Das sind exakt die Voraussetzungen, die dieses Spiel für den Gastgeber noch komplizierter machen.

Aktuell sieht es noch so aus, als würde Lopetegui fest im Sattel sitzen. Die entscheidenden Spiele in der Gruppenphase gegen Dortmund den FC Kopenhagen stehen aber schon zeitnah auf dem Programm, am Wochenende geht es in der Liga zu Espanyol. Auch diese Aufgabe wird nicht gerade einfach. Ein Debakel gegen die Skyblues, das aufgrund der Offensivqualitäten der Guardiola-Elf und der Defensivprobleme der Andalusier möglich ist, könnte schon für ein Ultimatum sorgen. Entweder zeigt die Mannschaft also eine Reaktion, oder die Sorgenfalten auf der Stirn des Trainers werden heute Abend erheblich größer…

(Photo by Fran Santiago/Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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