UEFA-Bericht: Spitzenvereine nahmen 750 Millionen Euro neue Schulden auf

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News | Ein UEFA-Bericht legt einige wirtschaftliche Folgen der Corona-Pandemie für die Fußballvereine offen. Die Verluste belaufen sich auf Milliardenhöhen. Neu aufgenommene Schulden in horrenden Höhen offenbaren die strukturellen Probleme des Systems.

Ein System, von „strukturellen Ungleichheiten zerrissen“

Einem UEFA-Bericht zufolge, aus dem der „Guardian“ zitiert, stiegen die Spielergehälter 2021 in ganz Europa, obwohl die Einnahmen der Vereine weiter sanken. Dem Bericht zufolge machen die Spitzenvereine in der von der Krise betroffenen Saison 2020-21 insgesamt 4 Mrd. Euro Verlust, während die Löhne um durchschnittlich 2 % steigen. Dies führte zu einem Anstieg der Fremdfinanzierung, wobei die Vereine neue Schulden in Höhe von mehr als 750 Millionen Euro aufnahmen.

Bei dem Bericht handelt es sich um den „UEFA Club Licensing Benchmarking Report“. Dieser ist eine Studie über 724 Vereine, die in den 54 höchsten Spielklassen der UEFA-Mitgliedsländer antreten. Der Bericht erscheint jährlich und blickt intensiv auf die wirtschaftliche Seite des Fußballs. In diesem Jahr zeichnet er das Bild eines Sports, „der von einer strukturellen Ungleichheiten zerrissen ist, und nennt Zahlen, die die Forderung nach einer Reform der Finanzen des Fußballs unterstreichen“, schreibt der Guardian.

Andrea Traverso, UEFA-Direktor für finanzielle Nachhaltigkeit und Forschung, sagte, der Bericht zeige „deutlich“, dass Veränderungen notwendig seien. „Es gibt wirklich nur zwei Dinge, die den Fußball schützen und ihn auf künftige Schocks vorbereiten können“, sagt er in einer Einführung zum Bericht. „Das erste ist ein sinnvoller Schritt in Richtung einer besseren Kostenkontrolle, insbesondere in Bezug auf Löhne und Transfers, und eine stärkere Betonung langfristiger Investitionen in die Infrastruktur und die Nachwuchsförderung. Der zweite (…) ist der Wiederaufbau des Eigenkapitalpuffers. Die in den letzten zehn Jahren angehäuften Barreserven waren eine wichtige erste Verteidigungslinie gegen Einnahmeausfälle.“

Schulden und Spieler oder solide Finanzen und keine Spieler

Die Corona-Pandemie traf den Fußball unvorbereitet. Der ewig in die Höhe führende Strudel aus höher Einnahmen und höheren Ausgaben wurde unterbrochen, in einem System, das genau wie die Weltwirtschaft auf Wachstum ausgelegt ist. Und auch die Folge dieses Einschnitts ist vergleichbar zu der der Weltwirtschaft: Ein strukturell ungleiches System wurde noch ungleicher. Die Kluft zwischen den Klubs wuchs an. Sogar schneller als zuvor.

Der Großteil der von den Vereinen erlittenen Verluste ist auf die Auswirkungen des Spielbetriebs ohne Zuschauer in den Stadien zurückzuführen. Dem Bericht zufolge sanken die Einnahmen durch den Kartenverkauf 2020/21 um 88 %. Der zweite Faktor sind ausbleibende Transfereinnahmen. 40 % weniger nahmen die Vereine 2020/21 weniger durch Transfers ein, als in der Saison zuvor.

Die Folge dieser beiden Faktoren sei, so Traverso, dass die Löhne gestiegen seinen, denn die Vereine regierten auf die fehlenden Transfermöglichkeiten damit, dass sie die Spieler mit längeren Verträgen gebunden hätten. „Die Vereine (…) mussten sich entscheiden, ob sie neue Verträge zu höheren Gehältern einschränken wollten. Dies hätte allerdings bedeutet, dass sie den höchsten Wert den sie haben, ihre Spieler, aufs Spiel setzen. Sie entschieden sich dafür, dieses Vermögen durch die Verlängerung von Spielerverträgen zu schützen“, erklärte er.

(Photo by FRANCK FIFE/AFP via Getty Images)

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