Spiel gedreht! Frankfurts Champions-League-Traum geht weiter

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Eintracht Frankfurt gewinnt nach einer leidenschaftlichen und druckvollen zweiten Hälfte mit 1:2 in Lissabon und zieht in die Endrunde der Champions League ein.

Endspielcharakter wohnte dem Spiel zwischen Sporting Lissabon und Eintracht Frankfurt im Estadio José Alvalade bei. Die Eintracht musste gewinnen, um sich für die Champions-League-Endrunde zu qualifizieren, Sporting hingegen reichte ein Unentschieden, denn Aufgrund des 3:0-Sieges über Frankfurt aus dem Hinspiel wäre der direkte Vergleich in einem solchen Fall zugunsten der Portugiesen ausgefallen.



Hohe Intensität auf beiden Seiten – Sporting eiskalt

Beide Mannschaften agierten aus einer Grundordnung mit einer Dreier-Abwehrkette heraus. In den Anfangsminuten war es auf der Seite von Eintracht Frankfurt immer wieder Daichi Kamada, der aus einer tiefen Position im Mittelfeld versuchte die Fäden zu ziehen. Die drei Offensivspieler von Sporting, Paulinho, Marcus Edwards und Arthur Gomes, störten den ruhigen Aufbau der Gäste, die in den ersten Minuten mehr Ballbesitz hatten, immer wieder und bildeten gemeinsam mit der Mittelfeldreihe der Portugiesen eine kompakte Grundordnung.

Die erste gefährliche Torchance entstand in der elften Spielminute nach einer Ecke von Mario Götze. Paulinho misslang der Versuch, den Ball am kurzen Pfosten mit dem Kopf zu klären und verlängerte brandgefährlich in Richtung des eigenen Tores. Sporting-Torhüter Antonio Adan verhinderte das Eigentor mit einem herausragenden Reflex.

Das Spiel war in der ersten halben Stunde temporeich. Beide Mannschaften versuchten geradlinig und ohne viel Schnörkel in die Spitze zu spielen. Sporting immer wieder mit Steil-Klatsch-Kombinationen, die Eintracht häufig über die Flügel oder mit langen Bällen auf den in die Tiefe laufenden Randal Kolo Muani. Der Fokus beider Mannschaften, das war unverkennbar, war jedoch Risikovermeidung. Die Angst vor einem folgenschweren Gegentor bremste die Partie zwar nicht, aber sie sorgte dafür, dass alle Aktionen kontrolliert aussahen und wenig Waghalsiges geschah.

Dies bedeutete nicht, dass die beiden Mannschaften passiv spielten. Besonders Sporting nervte die Eintracht mit ihrer mannorientierten Art zu verteidigen immer wieder. Lissabon eroberte in einer solchen Situation in der 39. Spielminute den Ball am Strafraum der Gäste. Manuel Ugarte flankte aus einem Gewirr am rechten Halbraum heraus auf den langen Pfosten zu Arthur Gomes, der aus kurzer Distanz frei per Volley zum Abschluss kam. Kevin Trapp berührte den Ball noch mit dem Fuß, konnte den Führungstreffer der Hausherren aber nicht mehr verhindern.

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Erst Kamada, dann Kolo Muani – Freudentaumel in Lissabon

Oliver Glasner schickte seine Mannschaft nach der Halbzeit leicht verändert aus der Kabine. Sebastian Rode kam für Jesper Lindstrøm in die Partie, Daichi Kamada rückte eine Position vor. Gegen den Ball presste die Eintracht höher als noch in der ersten Hälfte, teilweise wurde sogar Sporting-Torhüter Antonio Adan angelaufen. Der Druck sollte erhöht werden. Sporting hatte sichtlich Probleme sich aus dem Klammergriff der Eintracht zu lösen. Die Umstellung von einer 2-2-Ordnung im zentralen Mittelfeld auf eine 1-3-Ordnung fruchtete.

In der 59. Spielminute reckte Sebastián Coates bei einem Kopfballduell mit Daichi Kamada im Sechzehner von Sporting theatralisch seine Arme in die Luft und berührte den Ball dabei mit der rechten Hand. Schiedsrichter Slavko Vincic entschied auf Elfmeter, Daichi Kamada griff sich den Ball und donnerte ihn ins rechte Eck zum Ausgleich.

Die Eintracht war in der zweiten Hälfte die deutlich bessere Mannschaft. Immer wieder waren sie einen Schritt schneller als die Hausherren aus Lissabon, blockierten die Passwege von Sporting durch eine bessere Grundordnung als noch in der ersten Hälfte. Den Druck konnte die Gäste aufrecht halten, nur zwingende Torchancen, die spielte sich die Eintracht nur selten heraus.

Bis zur 72. Spielminute, als der eingewechselte Ansgar Knauff den Ball akrobatisch in den Lauf von Randal Kolo Muani spielte, dieser sich in einem Laufduell gegen Gonçalo Inácio durchsetzte und den Ball aus spitzem Winkel wuchtig in lange Eck hämmerte. Eintracht Frankfurt, die vor eine halben Stunde noch Gruppenletzter waren, war plötzlich als Gruppensieger für die Champions-League-Endrunde qualifiziert.

(Photo by CARLOS COSTA/AFP via Getty Images)

Die Eintracht zog sich in der Folge einige Meter zurück, verteidigte tiefer, aber innerhalb der Ordnung weiterhin aggressiv. Sporting hingegen blieb häufig nur der Weg über die Flügel, denn das Zentrum der Frankfurter war weitgehend dicht. Torchancen spielten sich die Hausherren erstmal nicht heraus. Und auf den Rängen? Zu hören waren nur noch die Frankfurter Fans, die ihr Team feierten, unermüdlich sangen und den Traum von Europe träumten. Oliver Glasner gestikulierte wild an der Seitenlinie. Die Besonderheit des Augenblicks war spürbar. Für alle.

Mit Befreiungsschlägen, Tänzen an der Eckfahne und leidenschaftlichen Zweikämpfen versuchte Frankfurt das Ergebnis ins Ziel zu bringen. Auch zwei letzte Ecke für Sporting Lissabon in der vierten Minute der Nachspielzeit brachten nichts mehr ein. Jubel in Lissabon – fast ungläubig fielen sich die Herren in rot in die Arme, denn Eintracht Frankfurt zieht als Gruppenzweiter, da Tottenham in letzter Minute gegen Marseille gewinnen konnte, in die Endrunde der Champions League ein, während Sporting Lissabon als Gruppendritter in die Europa League muss.

(Photo by CARLOS COSTA/AFP via Getty Images)

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