CL-Vorschau Gruppe B: Porto, Atlético, Leverkusen, Club Brugge

Champions League: Der FC Porto und Atlético duellieren sich in der Gruppe B.
UEFA CL/EL

Schon am 6. September startet die UEFA Champions League in die Gruppenphase. Aufgrund der Winter-WM muss diese bis Anfang November durchgezogen werden, der Spielplan ist also eng getaktet. In der Gruppe B kämpfen der FC Porto, Atlético, Bayer Leverkusen und Club Brügge um den Einzug in das Achtelfinale.

FC Porto: Teure Verkäufe, kluge Einkäufe?

Der FC Porto gilt als Weiterenwicklungsklub, der regelmäßig Spieler an die europäische Spitze abgibt. Im laufenden Sommer spülten diese Abgänge wieder rund 80 Millionen Euro in die Kassen. Den im zentralen Mittelfeld dominierende Vitinha (22) zog es zu Paris Saint-Germain, Fábio Vieira (22) will beim FC Arsenal durchstarten. Dazu verließen Sérgio Oliveira (30/Galatasaray), Chancel Mbemba (28/Olympique Marseille) und Trainersohn Francisco Conceicao (19/Ajax) den Verein, während Diogo Leite an Union Berlin verliehen wurde.

Die Abgänge zweier Leistungsträger werden teils intern kompensiert. Der aktuell verletzungsbedingt ausfallende Marko Grujic (26) soll den Posten von Vitinha einnehmen, weshalb er nach zwei Leihen fest für neun Millionen Euro aus Liverpool verpflichtet wurde. Zudem warfen Die Drachen wieder einmal einen Blick nach Südamerika und fanden Gabriel Veron (19), der viel Talent mitbringt und langfristig den Abgang von Vieira kompensieren soll. Gleich 20 Millionen Euro gab der FC Porto für David Carmo (23) aus, der beim Ligakonkurrenten aus Braga eine gute Figur abgab. Ebenso aus der Primeira Liga stießen André Franco (24/Estoril) sowie Stephen Eustaquio (25/Pacos de Ferreira) zum Kader.

 

Weiter im gewohnten Gang

Der FCP heimste nach herausragenden Leistungen in der Vorsaison das Double aus Meisterschaft und Pokal ein. In der nationalen Liga dominierte er auf beeindruckende Art. 91 von 102 möglichen Punkten wurden eingesammelt, bei einem Torverhältnis von 86:22. Daher dürfte der seit 2017 als Cheftrainer tätige Sérgio Conceicao (47) an seinem Ansatz festhalten. Dabei greift er stets auf eine Viererkette vor dem sehr gut aufgelegten Torhüter Diogo Costa (22) zurück. Im Mittelfeld setzt der Coach ebenfalls auf vier Akteure, wobei Mateus Uribe (31) gegen schwächere Gegner meist als alleiniger Abräumer fungiert. In der Champions League bekommt er allerdings zumeist einen Nebenmann an die Seite gestellt. Die beiden Flügelspieler füllen schließlich zur zweiten Viererkette auf. Unabhängig vom Kontrahenten greift Conceicao nämlich auf eine Doppelspitze zurück, deren Verbleib für große Erleichterung bei den Verantwortlichen sorgte. Mehdi Taremi (30) und Evanilson (22) sammelten in der abgelaufenen Spielzeit im Ligabetrieb zusammengerechnet 51 Scorerpunkte – und wollen auch auf der europäischen Bühne auf sich aufmerksam machen.

Zu Saisonbeginn knüpfte der FC Porto an die starken Leistungen an, gewann den Supercup ungefährdet gegen Tondela (3:0) und anschließend die ersten drei Ligaspiele, darunter war ein souveränes 3:0 über den direkten Konkurrenten Sporting. Zuletzt setzte es jedoch eine 1:3-Niederlage beim Aufsteiger Rio Ave. Sie dürfte intern als Ausrutscher angesehen werden. Einen ähnlichen Auftritt dürfen sich die Drachen am 7. September jedoch nicht mehr erlauben, denn das erste Champions-League-Spiel steigt bei Atlético. In der vergangenen Saison gewann Atlético nach hektischen 90 Minuten in Porto mit 3:1, wodurch der FC in die Europa League abrutschte. Selbiges soll im zweiten Anlauf vermieden werden.

Im Fokus: Mehdi Taremi

Im Sommer 2020 wechselte Mehdi Taremi für weniger als fünf Millionen Euro aus Rio Ave zum FC Porto. Der Transfer erwies sich als Schnäppchen, denn der Angreifer erzielte seit seiner Ankunft Tor auf Tor. Insgesamt brachte er es auf 53 Treffer in 99 Pflichtspielen. Doch Taremi definiert sich nicht über die Anzahl der Tore, da er auch das Auge für den Mitspieler mitbringt, im richtigen Moment abspielt, weshalb er alleine 2021/22 17 Vorlagen verbuchte. Ebenso kann der Rechtsfuß aufgrund seiner körperlichen Präsenz den Ball lange halten, sodass seine Kollegen bei Kontersituationen, die sich in der Champions League durchaus häufiger ergeben, nachrücken können. In die Partien der Königsklasse wird der Iraner hochmotiviert gehen, denn dort kann er sich kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft auf höchstem Niveau beweisen, um bestens gerüstet in seinen persönlichen Jahreshöhepunkt zu gehen.

Atlético: Wenig Bewegung im Kader

Trotz einer nur bedingt zufriedenstellenden Saison haben die Verantwortlichen – wohl auch aus finanziellen Zwängen – nicht allzu viele Veränderungen am Kader vorgenommen. Gestandene Spieler wie Luis Suárez (35), Sime Vrsajlko (30) oder Hector Herrera (32), die ihren Leistungszenit bereits überschritten hatten, wurden allesamt abgegeben, Renan Lodi (24), der zu Saisonbeginn seinen Stammplatz verlor, an Nottingham Forest ausgeliehen. Darüber hinaus wechselte der ohnehin perspektivlose Daniel Wass (33) zu Bröndby.

Die Anzahl der Neuzugänge hält sich ebenfalls in Grenzen, doch ein Trio könnte sofort eine gewichtige Rolle spielen. Der ablösefrei aus Dortmund gekommene Axel Witsel (33) fungiert direkt als zentraler Part in der Dreierkette. Nahuel Molina (24) kam für 20 Millionen Euro von Udinese Calcio und soll die Lücke auf der Position des rechten Außenverteidigers schließen, sodass Marcos Llorente (27) ins Mittelfeld vorrücken kann. Der frisch aus Tottenham geliehene Sergio Reguilón (25) soll auf der linke Seite – im Vergleich zu Yannick Ferreira Carrasco (28) – den defensiveren Part einnehmen.

Simeone kehrt zur Dreierkette zurück

Die wenigen Veränderungen täuschen über eine eigentlich freudlose Saison 2021/22 hinweg. Zwar erreichte Atlético, das sich über einige Zeit außerhalb der Champions-League-Ränge befand, mit Mühe als Tabellendritter die Champions League. Doch die Madrilenen mussten gleich 43 Gegentore hinnehmen – ein für eine Mannschaft von Diego Simeone (52) niederschmetternder Wert. Alleine im Vergleich zum Meisterjahr 2021 sind dies 18 Gegentore mehr. Letztmals über 30 Treffer fingen sich die Colchoneros in der Spielzeit 2012/2013! Hinzu kommt das wenig inspirierende Offensivspiel. Auch in der Champions League fehlte Atlético letztlich die Torgefahr. Im Achtelfinale rang es Manchester United (1:1/1:0) nach einer exzellenten Defensivleistung nieder, doch ein starker Auftritt im Rückspiel gegen Manchester City (0:1/0:0) reichte letztlich nicht für das Weiterkommen.

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

Coach Simeone zog seine Schlüsse aus der Spielzeit und verzichtete bislang auf den flexiblen Wechsel zwischen Dreier- und Viererkette. Die Vereinsikone setzt ausschließlich auf drei Innenverteidiger, vor dem unumstrittenen Jan Oblak (29). Der ballsichere Witsel nimmt zwischen Stefan Savic (31) sowie Reinaldo Mandava (28) die mittlere Rolle ein, davor soll Koke (30) für Sicherheit sorgen, während Llorente und Thomas Lemar gemeinsam mit den Schienenspielern Molina und Ferreira Carrasco für offensive Akzente sorgen sollen. Dem Quartett stehen gleich zwei Abnehmer für seine Zuspiele zur Verfügung: Der zu Saisonbeginn überzeugende Leihrückkehrer Álvaro Morata (29) sowie Joao Felix (22), dessen Spielstärke sehr geschätzt wird, aber noch immer zu selten zum Vorschein kommt.

Spieler im Fokus: Nahuel Molina

20 Millionen Euro Transferentschädigung werden in den Spähren der europäischen Topklubs eher als Kleingeld angesehen. Für Atlético, das auch schon wesentlich höhere Summen ausgab, war dies jedoch gleichbedeutend mit dem teuersten Sommertransfer. Nahuel Molina bringt viele Attribute mit, die der Simeone-Auswahl sofort weiterhelfen – und weit über die Rückversetzung von Llorente ins zentrale Mittelfeld hinausgehen. Der Argentinier ist nämlich keineswegs nur ein klassischer Rechtsverteidiger, sondern kann auch eine Reihe weiter vorne oder in der Dreierkette als Schienenspieler eingesetzt werden. Molina ist nämlich mit reichlich Offensivdrang gesegnet. In der vergangenen Saison traf er siebenmal für Udinese Calcio und bereitete fünf weitere Tore vor. Mittlerweile ist er der 1,75 Meter großbewachsene Rechtsfuß fester Bestandteil der argentinischen Nationalmannschaft, absolvierte bereits 16 Länderspiele – und will seine Fähigkeiten nun erstmals auf höchstem europäischen Niveau unter Beweis stellen.

Bayer Leverkusen: Nächster Schritt mit eingespielter Mannschaft

Nach dreijähriger Abstinenz kehrte Bayer Leverkusen in die Champions League zurück. Dementsprechend angetan waren die Verantwortlichen von den Leistungen ihres Kaders. Ihre Hauptaufgabe erkannten sie darin, alle Säulen an Bord zu halten. Dies gelang, denn die drei herausragenden Offensivspieler entschieden sich für einen Verbleib. Patrik Schick (26) und Florian Wirtz (19) unterschrieben sogar langfristige neue Verträge, während sich Moussa Diaby (23) zum Verein bekannte. Auch in den anderen Mannschaftsteilen ging keine Stammkraft verloren. Neben Lucas Alario (29), der im Duell mit Schick auf verlorenem Posten stand, wurden lediglich Spieler aus der zweiten Reihe wie Lennart Grill (23), Mitchell Weiser (28), Julian Baumgartlinger (34) oder Joel Pohjanpalo (27) abgegeben.

Darüber hinaus bekam der Kader neue Qualität zugeführt. Adam Hlozek (20), das wohl größte tschechische – auf nahezu allen Offensivpositionen einsetzbare – Talent, wechselte für 13 Millionen Euro von Sparta Prag zur Werkself. Zusätzlich sollte mit Mykhaylo Mudryk (21) ein Flügelspieler aus Donezk kommen. Der Transfer platzte jedoch unter fragwürdigen Umständen, stattdessen tütete Bayer kurz vor Ende des Transferfensters ein Leihgeschäft bei Callum Hudson-Odoi (21/zuvor FC Chelsea) ein. Geendet ist dagegen die Leihe von Nadiem Amiri (25), der mehr als nur eine Ergänzung darstellen könnte.

Nach Fehlstart: Seoane greift auf Dreierkette zurück

Angesichts der Ausgangslage startete Bayer Leverkusen, das in der Bundesliga mit 80 geschossenen Toren auf Rang drei landete und auch bei Gastspielen in München oder Dortmund eine gute Figur ab, mit reichlich Vorschusslorbeeren in die Saison. Das böse Erwachen gab es im DFB-Pokal: Der Drittliga-Aufsteiger SV Elversberg fügte der Werkself eine schmerzhafte 4:3-Niederlage zu. Es kam noch schlimmer, denn in der Bundesliga setzte es zu Beginn gleich drei Niederlagen am Stück, wobei die Güte der Auftritte von Spiel zu Spiel abnahm. Der Tiefpunkt war mit dem 0:3 gegen die TSG Hoffenheim erreicht, woraufhin Trainer Gerardo Seoane (43) Konsequenzen zog und eine Dreierkette installierte. Der Zug zahlte sich beim 3:0-Erfolg in Mainz aus, wobei seine Mannschaft vor allem mit ihrer Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefiel.

(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Die neue Formationen könnte sich durchaus dauerhaft etablieren. Denn Leverkusen kann auf einige hochveranlagte Innenverteidiger bauen. Jonathan Tah (26) ist mittlerweile der erfahrenste und soll als Stütze von Piero Hincapié (20), Edmond Tapsoba (23) oder Odilon Koussounu (22) fungieren. Auf den Außenpositionen bringen Mitchell Bakker (23) und Jeremie Frimpong (21) jede Menge Lust am Offensivspiel mit. Dafür rückte Moussa Diaby (23) in ungewohnter Rolle in die Spitze an die Seite von Schick. Hinter dem Duo könnte Kerem Demirbay (29) oder die noch nicht vollständig in Leverkusen Sardar Azmoun (27) und Hlozek wirbeln, während Robert Andrich (27) im Zentrum Präsenz einbringen soll. Die interessante Mischung aus Spielfreude, Schnelligkeit, Technik und Kampf soll auch auf internationaler Ebene für Furore sorgen, wobei Rückschläge, aufgrund des jungen Alters – und der deshalb eher geringen Erfahrung – vieler Spieler, wohl einkalkuliert werden.

Spieler im Fokus: Moussa Diaby

Im Sommer 2019 verließ Moussa Diaby seinen Heimatverein Paris Saint Germain für 15 Millionen Euro Ablöse in Richtung Bayer Leverkusen. Mittlerweile schoss sein Marktwert auf 60 Millionen Euro in die Höhe. Der Franzose schafft es nämlich zunehmend, all seine Begabungen in Form vom hohen Tempo, klugen Läufen in die Tiefe, schnellen Dribblings, Auge für den Mitspieler sowie einem soliden Torabschluss auf das Spielfeld zu bringen. In der Vorsaison stellte der Flügelspieler einen neuen Bestwert auf, zeigte sich an insgesamt 25 Toren im Ligabetrieb beteiligt. In der Champions League bestritt er bislang lediglich zwei Begegnungen, ohne in Erscheinung zu treten. Diaby will seine Entwicklung nun auch auf der größtmöglichen Bühne im Vereinsfußball unter Beweis stellen, um dort dauerhaft zum Zug zu kommen – ob in Leverkusen oder bei einem noch ambitionierteren Klub, der zuvor allerdings zuvor reichlich Bares in die ohnehin gut gefüllten Bayer-Kassen werfen muss.

Club Brugge: Viel Offensivpower kam abhanden

Der Club Brugge gewann zwar die dritte belgische Meisterschaft in Folge, doch im europäischen Vergleich nimmt er aus Spielersicht weiter eine Rolle als Sprungbrett in die Topligen ein. In der vergangenen Transferperiode zog es Spielgestalter Charles De Ketelaere (21), in der letzten Saison an 23 Toren beteiligt, für 32 Millionen Euro zur AC Milan und Abwehrchef Stanley Nsoki (23) für zwölf Millionen Euro nach Hoffenheim. Der treffsicheren Bas Dost (32) kehrte zurück in die niederländische Heimat zum FC Utrecht. Ebenso handelte der erst im Winter als Nachfolger von Philippe Clement (48) verpflichtete Alfred Schreuder (49). Nach 21 Pflichtspielen mit einem Punkteschnitt von 2,33 konnte er dem Lockruf aus Amsterdam nicht widerstehen. Deshalb musste sich Blauw-Zwart erneut auf Trainersuche begeben, entschied sich letztlich für eine interne Lösung. Der bisherige Co-Trainer Carl Hoefkens (43) übernahm.

Er musste sich nicht allzu lange mit dem personellen Aderlass abfinden, denn der FC Brügge reinvestierte die durch den Verkauf des zuvor verliehenen Lois Openda (22) insgesamt 55 Millionen Euro Transfereinnahmen fast komplett. Alleine Roman Yaremchuk (21), der in Reihen von Benfica sein Potenzial nicht abrufen konnte, kostete bereits 16 Millionen Euro. Er gilt genauso wie Raphael Onyedika (21), der für zehn Millionen Euro aus Midtjylland kam, oder der bei Hertha BSC nicht mehr gefragte Dedryck Boyata (31) als Soforthilfe. Selbige Erwartungen erfüllte Angreifer Ferran Jutglá (23) bereits, indem er in sechs Ligaspielen fünfmal einnetzte. Casper Nielsen (28) und Björn Meijer (19), die zusammengerechnet über elf Millionen Euro kosteten, fanden sich ebenfalls stets in der Startelf des umformierten, aber nominell wieder ansprechend besitzen FC Brügge wieder.

Hoefkens knüpft an Schreuders Arbeit an

Direkt nach seiner Ankunft im Januar kehrte Schreuder vom etablierten 4-3-3 ab und installierte eine Dreierkette, wobei stets zwei Stürmer auf dem Platz standen. Sein Ansatz funktionierte auf Anhieb, denn der FC Brügge fing das lange von oben grüßende Überraschungsteam Royal Union Saint Gilloise ab. Als wegweisend erwiesen sich die knappen Siege in den direkten Duellen im Verlauf der Meisterrunde. Dass die Mannschaft nicht nur aufgrund ihrer finanziellen Vorteile gegenüber der belgischen Konkurrenz Erfolge einfährt, wies sie in der Champions League nach. Blauw-Zwart zeigte selbst in Vergleichen mit PSG, Manchester City sowie Leipzig gute Ansätze und belohnte sich mit dem ein oder anderen Punktgewinn.

(Photo by VIRGINIE LEFOUR/BELGA MAG/AFP via Getty Images)

Carl Hoefkens sollte nun direkt an die Arbeit von Schreuder anknüpfen. Zum Auftakt geriet seine Auswahl in Schwierigkeiten und verlor sogar in Eupen. Mittlerweile hat sie sich jedoch stabilisiert, gewann zuletzt dreimal am Stück, ohne in Bedrängnis zu geraten. Das Gerüst um Torhüter Simon Mignolet (34), Abwehrchef Brandon Mechele (29) und dem im Offensivspiel die Fäden ziehenden Hans Vanaken (30) steht. Vielversprechende Neuzugänge wie Meijer, Nielsen, Jugtlá oder der bereits im Winter Andreas Skov Olsen (22) konnten sich daher direkt etablieren und ihr vollständiges Potenzial abrufen. Nur wenn dies erreicht wird, kann der FC Brügge auch in der Champions League wieder nennenswerte Akzente setzen.

Spieler im Fokus: Andreas Skov Olsen

Trotz seines relativ junge Alters ist Andreas Skov Olsen (22) bereits fester Bestandteil der dänischen Nationalmannschaft, kam auch während der Europameisterschaft 2021, wo der Weg erst im Halbfinale endete, zum Einsatz. Beim FC Bologna verlor er jedoch in der abgelaufenen Spielzeit an Ansehen, weshalb er sich im Winter für einen Wechsel zum FC Brügge entschied. Der vermeintliche Rückschritt in Form eines Wechsels aus der Serie A nach Belgien erwies sich als goldrichtige Entscheidung, denn der rechte Flügelspieler blühte auf. Auf dem Weg zum Meistertitel traf er sechsmal und bereitete acht Tore vor, woran er zu Beginn der neuen Saison anknüpfte. Immer wieder verwickelt Skov Olsen seine Gegenspieler in Eins-gegen-Eins-Situation, um dann entweder dank seiner Geschwindigkeitsvorteile oder mit einer überlegten Bewegung vorbeizuziehen. Doch nicht nur auf diesem Weg gelingt es ihm, Treffer einzuleiten oder zu erzielen. Skov Olsen tritt nämlich auch sehr gute Standards, die gegen spielerisch überlegende wie Porto, Atlético oder Leverkusen dem FC Brügge enorm weiterhelfen könnten.

Prognose: Dreikampf ums Weiterkommen

Ein klarer Favorit lässt sich in der Gruppe B auf dem ersten Blick nicht finden. Spannung dürfte im Kampf um das Achtelfinale bis zum letzten Spieltag vorhanden sein. Atlético dürfte aufgrund seiner individuellen Qualität einen der ersten beiden Ränge belegen, wobei aufgrund der Schwankungen in den Leistungen keine klare Überlegenheit zu erwarten ist. Gute Chancen können sich auch der FC Porto und Bayer Leverkusen ausrechnen. Die Resultate aus den direkten Vergleich könnten entscheidenden Einfluss nehmen, ebenso wie das Auftreten gegen den FC Brügge, der keineswegs Kanonenfutter darstellt, sondern insbesondere im eigenen Stadion den ein oder anderen Achtungserfolg landen wird. Dennoch würde mehr als Rang vier überraschend kommen.

(Photo by Octavio Passos/Getty Images)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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