Warum PSG und Manchester City auch dieses Jahr nicht den CL-Titel holen

Manchester City PSG
UEFA CL/EL

Paris Saint-Germain und Manchester City sind nicht nur zwei der finanziell stärksten Klubs im europäischen Fußball, sondern auch zwei der besten Mannschaften, die jedes Jahr auf die Jagd nach dem berühmten Henkelpott gehen. Bislang konnten beide den lang ersehnten Titel in der Champions League nicht gewinnen. 

PSG stand im Jahr 2020 im Endspiel, verlor gegen den FC Bayern München knapp mit 0:1. Mit dem gleichen Ergebnis unterlag Manchester City 2022 dem FC Chelsea. Näher am großen Ziel waren beide Teams zuvor noch nie. In dieser Saison haben wieder einmal beide einen sehr starken Kader, aber bei den Franzosen lief bisher nicht alles nach Plan und Manchester City steht die schwierigste Phase der Saison noch bevor.

PSG und Manchester City: Viele Versuche, viele Enttäuschungen

Rund 715 Millionen Euro: So viel gab Paris Saint-Germain im Zeitraum von 2017 bis heute für Neuzugänge aus. Manchester City investierte in diesen Transferphasen sogar über 800 Millionen Euro. Viele teure Spieler, die vor einigen Jahren den Schritt zu einem dieser Klubs gingen, sind mittlerweile schon längst wieder weg. Ein nachhaltiger Weg sieht anders aus, der Erfolg soll erkauft werden, ohne Rücksicht auf Verluste. Eines eint beide Klubs abgesehen von den hohen Ausgaben, es fehlt der Titel in der UEFA Champions League. 

ManCity PSG Champions League

(Photo by DAVID RAMOS/AFP via Getty Images)

Beide hatten durchaus ihre Chance, aber jedes Jahr nahe dran gewesen zu sein, können beide nicht von sich behaupten. 2017/18 etwa schied PSG gegen Real Madrid mit einem Gesamtergebnis von 2:5 im Achtelfinale aus, für die Skyblues war mit 1:5 gegen den FC Liverpool Schluss.  Ein Jahr später mussten die Franzosen überraschend gegen Manchester United die Segel streichen, erneut im Achtelfinale, Manchester City kam allerdings ebenfalls nur eine Runde weiter und die Reise war gegen Tottenham vorbei. Dass beide in den Jahren darauf immerhin ein Endspiel bestritten, muss auch erwähnt werden, aber konstant zu den vier, fünf besten Teams im europäischen Wettbewerb gehörten beide nicht. 

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Beide gehören zum Kandidatenkreis in dieser Saison

Zweifelsohne sind beide Mannschaften auch in dieser Saison extrem stark besetzt. PSG verfügt mit Kylian Mbappe, Lionel Messi, Neymar und Angel di Maria über eine herausragende Offensivreihe, hat über die Außenbahnen auch defensiv schon extrem viel Tempo und Dynamik im Aufgebot, mit Marco Verratti zieht ein fantastischer Mittelfeldspieler die Fäden im Zentrum. Gleiches gilt auch für Manchester City. Der Kader der Engländer ist ebenfalls sensationell gut besetzt, Fixpunkte sind hier Kevin de Bruyne, Ilkay Gündogan oder Bernardo Silva. PSG kann ein Spiel in wenigen Minuten auf den Kopf stellen und einige gute Offensivaktionen und folglich auch Tore in kürzester Zeit auf das Parkett bringen, Manchester City schnürt den Gegner ein und kontrolliert ihn von Beginn an mit Ballbesitz und Tempowechseln.

Auch sind beide Trainer, sowohl Mauricio Pochettino als auch Pep Guardiola, zur obersten Reihe in Europa zu zählen. Beide trafen sich schon in der Gruppenphase und beide Mannschaften gewannen ihr Heimspiel. In diesen Duellen, in denen beide aufgrund der Konstellation und dem Rahmen des Aufeinandertreffens noch nicht über 180 Minuten an das Limit gingen respektive gehen mussten, war in Ansätzen schon zu sehen, was für eine Qualität auf dem Feld steht. Die Sphären, die beide fußballerisch erreichen können, sind nahezu unermesslich.

PSG fehlt die letzte Konsequenz, Manchester City scheitert wieder an sich selbst

Doch genau bei dieser Konjunktivkonstruktion ergibt sich das erste Problem. Paris Saint-Germain erreicht das Topniveau in dieser Saison zu selten. Das vermag angesichts eines großen Vorsprungs in der Ligue 1 und der souveränen Qualifikation für das Achtelfinale der Champions League zwar vermessen klingen, aber es trifft den Punkt. Es gab nur ganz wenige Spiele, in denen der französische Branchenprimus nichts anbot. Beide Spiele gegen Leipzig waren sehr eng, beide Male ließ die Pochettino-Elf sehr viele Möglichkeiten zu. In Spielen wie zuletzt gegen Stade Rennais war der Tabellenführer der Ligue 1 lange ideenlos, gewann dank eines Last-Minute-Treffers. Im Pokal war gegen Nizza im Elfmeterschießen Schluss, weil der Gegner sehr kompakt agierte und wenig anbot.

Unglücklich ist, zumindest aus Sicht der Franzosen, dass der Gegner im Achtelfinale der Champions League Real Madrid heißt. Nun sind die Königlichen auch nicht Woche für Woche furchterregend gut unterwegs, allerdings sind gerade die Elemente wie Kompaktheit und die Fähigkeit, auf den Punkt gute Leistungen zu zeigen, ein Markenzeichen der Ancelotti-Mannschaft. Es wäre keine Überraschung, sollte PSG sich an dem erfahrenen und trotzdem auch mit vielen jungen Talenten ausgestatteten Team aus Madrid die Zähne ausbeißen.

Dass Manchester City schon im Achtelfinale die Segel streicht, ist angesichts des Gegners aus Portugal, nämlich Sporting CP, unwahrscheinlich. Natürlich ist dieses Team nicht schlecht besetzt, hat sich unter anderem gegen Borussia Dortmund durchsetzen können, aber der qualitative Unterschied ist dann doch sehr, sehr hoch. Bei den Skyblues Gründe dafür zu finden, dass es wieder nicht für den Titel reicht, ist im Vergleich mit PSG schon schwerer. Die Vorzeichen sind nämlich andere. Manchester City dominiert die Premier League und zeigt dabei nur wenig Angriffsfläche. Mitunter ist ein unseriöser Auftritt dabei, das ist aber die Seltenheit.

Viel eher bringt die Guardiola-Elf ihr typisches Gesicht auf das Feld. Die Dominanz in der Liga und eine vielleicht frühe Meisterschaft bringt aber immer die Gefahr mit sich, dass irgendwann ein gewisser Spannungsabfall zu spüren ist. In den vergangenen Jahren hatten die Engländer oft eine ihrer kleineren Schwächephasen in der „Crunchtime“ und das zu verhindern ist selbst für einen Toptrainer schwierig. Es waren häufig Nuancen, die Manchester City irgendwann zu Fall brachten, wenn es um den Henkelpott ging. Die starke Konkurrenz aus Teams wie dem FC Bayern, Chelsea oder Liverpool, ein Spiel, in dem defensiv zu viele Fehler gemacht werden, Pech mit der Chancenverwertung: Auch diesmal wird sich irgendetwas gegen die Skyblues „verschwören“, der Titel geht nicht nach Manchester.

(Photo by PAUL ELLIS/AFP via Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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