Champions League: Hammergruppe A mit PSG, RB Leipzig, Manchester City und Brügge

UEFA CL/EL

Vorschau | Die Transferperiode ist vorüber, die UEFA Champions League steht vor der Tür. In der Gruppe A warten die ersten großen Namen. Manchester City, PSG, RB Leipzig und der Club Brügge stehen sich gegenüber. Wer setzt sich durch?

  • Manchester City will den Henkelpott endlich gewinnen 
  • PSG-Starensemble hofft auf eine souveräne Gruppenphase
  • Wie stehen die Chancen von RB Leipzig?

Der Spielplan der Gruppe A

Manchester City vs. RB Leipzig (15.09., 21:00)

Club Brügge vs. PSG (15.09., 21:00)

PSG vs. Manchester City (28.09., 21:00)

RB Leipzig vs. Club Brügge (28.09., 21:00)

Club Brügge vs. Manchester City (19.10., 18:45)

PSG vs. RB Leipzig (19.10., 21:00)

Manchester City vs. Club Brügge (03.11., 21:00)

RB Leipzig vs. PSG (03.11., 21:00)

Manchester City vs. PSG (24.11., 21:00)

Club Brügge vs. RB Leipzig (24.11., 21:00)

PSG vs. Club Brügge (07.12., 18:45)

RB Leipzig vs. Manchester City (07.12., 18:45)

 

Manchester City: Gelingt der Triumph in der Champions League im x-ten Anlauf?

Als Pep Guardiola (50) seinen Posten als Cheftrainer von Manchester City antrat, lautete das vorrangige Ziel, die Skyblues endlich zum ersten Titel in der Champions League zu führen. Nationale Titel sind natürlich wichtig, doch der Henkelpott steht über allem. Gut fünf Jahre sind seitdem her und im blauen Teil Manchesters wartet man noch immer auf eben jenen großen Wurf in der Königsklasse. 2021/22 unternimmt das Team nun einen neuen Versuch, doch schon die Gruppe hat es in sich. 

Viel schlimmer hätte es für Manchester City kaum kommen können, umso besser, dass Trainer Guardiola auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen kann. Die große Bewegung im Kader gab es im Sommer nämlich nicht. Mit Sergio Agüero (33) und Eric Garcia (20), die beide nach Barcelona wechselten, verließen nur zwei Spieler, die eine Rolle spielten, den Kader. Auf der Zugangsseite gab es nur einen Transfer, der hatte es allerdings in sich. Knapp 120 Millionen Euro war Jack Grealish (25) den Verantwortlichen wert. 

Jack Grealish führt den Ball. Mit Manchester City hat er in der Champions League viel vor.

Photo by imago

Grealish verstärkt die Offensive, bringt gar eine neue Facette ein. Im Zusammenspiel mit den Automatismen, die sich während der Guardiola-Ära veränderten und vor allem im Laufe der Vorsaison noch einmal verbesserten, nachdem einige Probleme auftraten, ist noch einmal mit einem Schub zu rechnen. Gleich zum Saisonstart gab es in den beiden Heimspielen deutliche 5:0-Erfolge und wenn die Dominanzmaschine City einmal Fahrt aufnimmt, ist es schwer, ihr Paroli zu bieten. Schwer, aber nicht unmöglich. 

Es bleibt das Fragezeichen im Angriff

Das liegt daran, dass ein klassischer Knipser nicht Bestandteil des insgesamt recht kleinen Kaders ist. Manchester City versuchte, Harry Kane (28) von Tottenham zu verpflichten, doch der englische Nationalspieler blieb am Ende bei den Spurs. Bei Cristiano Ronaldo (36) sah es ebenfalls kurz so aus, als würde City zuschlagen. Doch auch hier zog man den Kürzeren. Es bleibt also offen, ob Ferran Torres (21), der gute Ansätze zeigte, Raheem Sterling (26), Phil Foden (21) und Gabriel Jesus (24), der neuerdings häufiger auf dem Flügel zu finden ist, gemeinschaftlich in der Lage sind, hier den Unterschied zu machen. 

Für die meisten Spiele dürfte das zutreffen und vor allem gegen ein Team wie PSG dürften sich einige Räume ergeben. Doch schon zu Beginn der Saison, im Community Shield gegen Leicester (0:1) oder im Ligaspiel bei Tottenham (0:1) wurde der Mannschaft die fehlende Qualität im Vollstreckerbereich zum Verhängnis. Gegen defensiv sehr gut organisierte Teams oder Mannschaften, die das Zentrum verdichten und den Spielfluss zerstören können, muss Guardiola Lösungen finden. Stand jetzt bleibt dieses Fragezeichen bestehen. 

Der insgesamt recht kleine Kader kann bei mehreren Ausfällen und eng getaktetem Programm auch noch ein Faktor werden. Ja, viele Spieler verfügen auch über die Qualität, mehrere Positionen auszufüllen, beispielsweise Oleksandr Zinchenko (24), der in der Abwehr sowie im Mittelfeld aufgeboten werden kann. Aber zu viele Stammspieler sollten bei den nur 22 Spielern, die City zur Verfügung stehen hat, nicht ausfallen. Insbesondere nicht in der Champions League.

Paris Saint-Germain: Stars en masse

Fußballfans wie Experten rieben sich im Sommer verwundert die Augen. Dieses Transferfenster von Paris Saint-Germain, wie soll das möglich sein? Angesichts der Regularien rund um das Financial Fairplay ist diese Frage auch berechtigt. Sergio Ramos (35), Gianluigi Donnarumma (22), Georginio Wijnaldum (30) und Lionel Messi (34) wechselten zwar ablösefrei nach Paris, dennoch kosten sie immens viel Geld. Beraterhonorare, Gehalt, Unterschriftsboni: Schnell kommen zahlreiche Millionen zusammen. Und das war ja nur die Spitze des Eisbergs, denn auch Achraf Hakimi (22) und Nuno Mendes (19) wechselten zu PSG. 

Angesichts dieses Sommers, der ohne die ganz großen Abgänge erfolgte, weil Kylian Mbappe (22) dem Verein mindestens bis zum Winter erhalten bleibt, ist das Erstaunen über den Kader, den der französische Topklub nun zur Verfügung stehen hat, groß. Trainer Mauricio Pochettino (49) weiß um die Last, die damit einhergeht. Paris Saint-Germain muss Titel gewinnen. Und zwar möglichst alle. Denn wie auch Manchester City wartet auch dieser Klub trotz horrender Summen, die in den letzten Jahren auf dem Transfermarkt fast schon verschleudert wurden, auf den Titelgewinn. 

Mauricio Pochettino und Neymar

Photo by Imago

Ein Kader, der selbst bei Fußballsimulationen schwer zusammenzustellen wäre, ein Trainer, der über Qualität und Vision verfügt und Wut im Bauch, nach den letzten Jahren, in denen die Mannschaft nahe dran war, den größten Titel im Vereinsfußball zu gewinnen. Was soll da schon schief gehen?

PSG muss sich in dieser Gruppe beweisen

Zum Beispiel die Gruppenauslosung. Von einem lockeren, leichten Aufgalopp in die Champions League kann nicht die Rede sein. Sowohl aus Topf 1 als auch aus Topf 3 musste PSG einen der härtesten Gegner hinnehmen. Und der große Druck kann sowohl förderlich sein als auch ein Problem darstellen. Denn von PSG wird das Maximum erreicht, jedes Spiel soll gewonnen werden, dazu muss eine Mannschaft mit Messi, Mbappe und Neymar (29) nicht nur gewinnen, sondern auch glänzen. 

Hinzu kommt, dass jeder Gegner hochmotiviert ist, wenn er gegen diese Mannschaft antritt. Das führte schon zu Saisonbeginn in der Ligue 1 zu leichten Problemen. Gegen Troyes (2:1), Strasbourg (4:2), Brest (4:2) und Reims (2:0) gab es zwar vier Siege, aber in jedem Spiel hatte die Pochettino-Elf Phasen, in denen sie nicht souverän wirkte. Gegner, die auf einem noch höheren Niveau agieren, nutzen das deutlich eher aus. 

Rein qualitativ ist das Starensemble von PSG also in der Lage, den allerhöchsten Ansprüchen zu genügen. Anbieten sollte diese Elf gegen Gegner wie Manchester City oder RB Leipzig dennoch nichts, denn diese Teams warten nur darauf, dem vermeintlich größten Gewinner auf dem Transfermarkt ein Bein zu stellen. 

Weitere Informationen rund um den Europapokal 

RB Leipzig: Wenn die Großen patzen…

Man wächst bekanntermaßen mit seinen Aufgaben. RB Leipzig ist also zuzutrauen, in diesem Jahr noch einen enormen Wachstumsschub durchzumachen. Begeistert waren die Gesichter der Klubverantwortlichen nicht, als bei der Auslosung in Istanbul der Buchstabe A auftauchte, als es um die Gruppe von RB Leipzig ging. Eine härtere Aufgabe wäre kaum möglich gewesen, eigentlich muss Platz drei und die Europa League das Ziel sein. Oder?

In Leipzig sieht man das etwas anders. Der dritte Platz wäre bei diesen Kontrahenten kein Beinbruch, soviel steht fest. Aber solange es möglich ist, will die Elf von Trainer Jesse Marsch (47) um jeden Punkt kämpfen, damit Platz zwei vielleicht doch möglich ist. Der Kader der Sachsen vereint wieder einmal die Attribute jung, wild und entwicklungsfähig. RB will gemäß der „eigenen DNA“ offensiv, aggressiv und schnell spielen. Das Personal dafür ist vorhanden, wenngleich einige Stammspieler ersetzt werden mussten. 

Schon in der Defensive, in der sich RB mit Mohamed Simakan (21) und Josko Gvardiol (19) zwei herausragende Talente sicherte, beginnt die Veränderung. Ilaix Moriba (18) ersetzt Marcel Sabitzer (27) im Mittelfeldzentrum, offensiv ruht der Fokus auf vielen „Halbzehnern“, die sehr fluide und flexibel die Offensivpositionen bekleiden sollen. Der Knipser, der 2020/21 fehlte, ist mit Andre Silva (25), der aus Frankfurt kam, ebenfalls vorhanden. Und mit Brian Brobbey (19) steht ein wuchtiger, dynamischer Brecher in den Startlöchern und ist bereit, als Joker für Furore zu sorgen. 

RB Leipzig beim Spiel in Wolfsburg

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Leipzig muss sich schnellstmöglich finden 

Die ersten Wochen der neuen Saison zeigten aber, dass noch nicht alles passt. Leipzig muss sich noch finden. In Mainz und Wolfsburg verlor RB jeweils knapp mit 0:1, weil sie mit einfachen Mitteln geschlagen wurden. Der Gegner verdichtete das Zentrum, ließ das Kombinationsspiel nicht zu und sobald Leipzig den Druck erhöhte, wurde der Spielfluss zerstört. Mit vielen Fouls, kleinen versteckten Tacklings, einem dichten Zentrum und disziplinierter Defensivarbeit kann RB Leipzig also vor große Probleme gestellt werden. Das 4:0 gegen Stuttgart zeigte aber, dass diese Mannschaft nicht frei aufspielen darf.

Und hier kommt die Gruppe A der UEFA Champions League ins Spiel. Manchester City oder PSG werden gegen Leipzig weder defensiv noch destruktiv auftreten. Das gute Pressing, das die Elf von Jesse Marsch verinnerlicht hat, spielt gegen diese Teams eine besondere Rolle. Leipzig muss aggressiv, aktiv und vor allem konsequent sein. Neben diesem Pressing ist auch eine weitere Komponente, die Effizienz, von extremer Bedeutung. Leipzig muss vor dem Tor clever agieren, möglichst viel aus den eigenen Chancen machen. Darüber hinaus ist auch noch Spielglück notwendig. Kampflos ergeben sollte sich dieses Team jedenfalls nicht. 

Das größte Problem für RB Leipzig ist allerdings die Zeit. Zum Auftakt wartet gleich Manchester City als Gegner, bis dahin müssen die Automatismen funktionieren. Defensiv müssen sich die Abläufe noch verbessern, Andre Silva muss noch mehr gewinnbringend eingebaut werden. Und im Mittelfeld stimmt auch noch nicht alles, auch wenn gerade der junge Dominik Szoboszlai (21) sein Können bereits aufblitzen ließ. Gelingt es Leipzig, auch hier in der Kürze der Zeit noch Fortschritte zu erzielen, ist vieles möglich. 

Club Brügge: Auslosung oder Verschwörung?

Die größten Sorgenfalten auf der Stirn hatte nach der Auslosung der Gruppenphase der Champions League sicherlich der Club Brügge. Als Mannschaft aus dem vierten und schwächsten Topf erwartet man sich zwar keine total leichte Gruppe, aber diese Auslosung war ein Desaster. Selbst Platz drei zu erreichen erscheint angesichts der Qualität der Gegner extrem schwierig. Doch es hilft nichts, die Belgier müssen versuchen, ihre bestmögliche Leistung auf den Platz zu bringen. 

Möglicherweise im Schock durch die Auslosung verlor Brügge am sechsten Spieltag beim KAA Gent in der heimischen Liga mit 1:6. Zuvor zeigte die Mannschaft von Trainer Philippe Clement (47) mit fünf ungeschlagenen Spielen nacheinander aber ihre Qualität. In Belgien gehört dieses Team zu den Kandidaten auf den Titeln, international will diese junge Mannschaft vor allem weiter reifen. Gegen drei der besten Mannschaften Europas spielen zu dürfen, kann da nur helfen. 

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Mit dabei sind einige neue Gesichter, die im Sommer den Weg nach Belgien antraten. Darunter Stanley Nsoki (22, Nizza), Antonio Nusa (16, Stabæk), Owen Otasowie (20, Wolves) oder Faitout Maouassa (23, Stade Rennais). Der Kader wurde verstärkt und wieder einmal vor allem durch junge Spieler ergänzt. Dies ist die Marschroute dieser Mannschaft und auch die einzige Möglichkeit für diesen Klub, um zu bestehen. 

Furchtloser Offensivfußball aus Belgien 

Natürlich könnte die Mannschaft versuchen, in den sechs Spielen in der Gruppenphase zu mauern und die Ergebnisse so erträglich wie möglich zu gestalten. Doch das würde nicht ihrem Naturell entsprechen. Brügge ist ein Team, das gerne den offensiven Ansatz sucht und Wege finden will, den Gegner spielerisch zu fordern. Nicht selten stehen drei oder gleich vier starke Offensivspieler in der Anfangself. Darunter finden sich bekannte Namen wie Bas Dost (32), der zwar nicht für seine Beweglichkeit bekannt ist, im Strafraum aber nur schwer zu verteidigen ist. 

Mit Spielern wie Charles de Ketelaere (20) oder Noa Lang (22) kommen auch kreative Aspekte sowie Qualitäten im Dribbling nicht zu kurz. An einem guten Tag können die Belgier zum Stolperstein werden. Gegen Zenit St. Petersburg gewann der Club Brügge 2020/21 beide Spiele in der Gruppenphase, gegen Lazio gab es zwei Remis. Das sollte Mut machen, auch in der neuen Saison gegen diese schier übermächtigen Gegner zumindest dafür sorgen zu können, dass PSG, RB oder Manchester City in den höchsten Gang schalten müssen. Gelingt das und folgen keine allzu drastischen Ergebnisse, ist der Außenseiter der Gruppe A schon weitgehend zufrieden. 

Prognose

Eigentlich spricht alles dafür, dass sich Manchester City und Paris Saint-Germain in dieser Gruppe durchsetzen. Doch wenn es eine Mannschaft aus Topf 3 gibt, die mit ihrem aggressiven Fußball und der Qualität eine Chance hat, sofern die beiden Topklubs der Gruppe etwas anbieten, dann ist es RB Leipzig. Dafür muss allerdings alles stimmen, Faktoren wie Spielglück müssen für die Sachsen sprechen. Die Belgier aus Brügge werden die Gruppe indes als Vierter abschließen und die Champions League verlassen müssen.

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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