Mexiko und Polen trennen sich torlos – Lewandowski vergibt Siegtreffer vom Elfmeterpunkt!

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News | Nach dem überraschenden Patzer der Argentinier gegen Underdog Saudi-Arabien wollten Mexiko und Polen ein wichtiges Erfolgserlebnis im Kampf um das Achtelfinal-Ticket in Gruppe C einfahren. Die ereignisarme WM-Partie im Stadium 974 endete mit 0:0. Superstar Robert Lewandowski ließ dabei die größte Chance vom Elfmeterpunkt liegen.

Mexiko mit Flügelfokus – Polnische Offensive nicht existent

Das Stadium 974 in der katarischen Hauptstadt Doha war am frühen Dienstagabend Schauplatz der WM-Begegnung zwischen Mexiko und Polen. Beide Nationen hatten mit Erstaunen festgestellt, dass Top-Favorit Argentinien im Vorfeld gegen Saudi-Arabien in Gruppe C gepatzt hatte (1:2). Die Mittelamerikaner, zuletzt siebenmal in Folge im Weltmeisterschafts-Achtelfinale gescheitert, gingen mit der Absicht in die Partie, wie beim globalen Endturnier 2018 mit einem Erfolgserlebnis gegen eine europäische Mannschaft zu starten (damals 1:0 gegen Deutschland). Für diesen frommen Wunsch beorderte „El Tri“-Trainer Gerardo Martino unter anderem DFB-Schreck Hirving Lozano vom italienischen Tabellenführer SSC Neapel in die, im traditionellen 4-3-3-System formierte Startelf.

Sein 52-jähriger Amtskollege Czeslaw Michniewicz vertraute wenig überraschend auf die Dienste des FIFA-Weltfußballers von 2021 und polnischen Rekordtorschützen (76 Treffer) Robert Lewandowski. Der Stürmerstar des FC Barcelona soll verhindern, dass es für die Osteuropäer wie 2018 schon nach der Vorrunde nach Hause geht. Mit dem Wolfsburger Jakub Kaminski wehte auch etwas Bundesligaluft in der recht defensiv angeordneten Anfangsformation. Geleitet wurde das Aufeinandertreffen vom australischen Referee Christopher Beath.



Die Mexikaner begannen mit viel Tempo und einem frühen Angriffspressing, während die „Bialo-czerwoni“ aus einer kompakten Staffelung heraus auf Konter lauerten. Trotz deutlicher Ballbesitzvorteile der Lateinamerikaner kreierten beide Teams in der Anfangsphase keine ernstzunehmenden Abschlussmöglichkeiten. Mit zunehmender Spieldauer streuten sich vermehrt leichte technische Unzulänglichkeiten in das Geschehen ein. Es dauerte schließlich bis zur 26. Minute, ehe der nur 1,73 m große Alexis Vega per Kopf die erste Chance der Partie hatte. Der Versuch des Flügelstürmers von Deportivo Guadalajara strich aber knapp am Pfosten vorbei. In der Folge versuchte „El Tri“ mit Chipbällen über die polnische Abwehrkette zu weiteren Gelegenheiten zu kommen, doch zumeist landete die Kugel in den Armen von Torhüter Wojciech Szczesny. Ein zielgerichtetes Offensivspiel war bei den Europäern im gesamten ersten Durchgang nicht existent.

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Mexikos Altstar Ochoa pariert Lewandowskis Elfmeter

Den ersten Abschluss der zweiten Hälfte konnten erneut die Mexikaner verbuchen. Lozanos Schuss aus großer Distanz stellte den polnischen Schlussmann aber vor keine ernsthaften Probleme (52.). Kurz darauf wurde der Spielverlauf beinahe auf den Kopf gestellt. Der VAR hatte Schiedsrichter Beath auf ein Foulspiel des Mittelamerikaners Hector Moreno an Superstar Lewandowski aufmerksam gemacht. Eine korrekte, wenn auch harte Entscheidung, da der Verteidiger im Strafraum zu intensiv am Trikot des Polen gezogen und ihn zudem am Fuß berührt hatte. Die Theorie, dass der Gefoulte besser nicht antreten solle, wurde daraufhin einmal mehr belegt. Routinier Guillermo Ochoa entschärfte reaktionsschnell den Strafstoß des Ex-Bayern-Akteurs (58.). Vor allem die enthusiastischen mexikanischen Fans sorgten nun für eine frenetische Atmosphäre im Stadionrund. Das führte jedoch in der Folge nicht zu einem großen Torschuss-Feuerwerk. Beide Mannschaften arrangierten sich stattdessen mit fortschreitender Spieldauer mit dem torlosen Remis. Chancen blieben bis zum Schlusspfiff Mangelware.

Für die Mexikaner gehts am zweiten WM-Spieltag gegen Argentinien kommenden Samstag weiter (20 Uhr). Kurz nach dem Mittag trifft dann bereits Polen auf Überraschungssieger Saudi-Arabien (14 Uhr).

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Mexiko – Polen 0:0 (0:0)

Mexiko: Ochoa – Sanchez, Moreno, Montes, Gallardo – Ed. Alvarez, Herrera (71. C. Rodriguez), Chavez – Vega (84. Antuna), Martin (71. Jimenez), Lozano

Polen: Szczesny – Cash, Glik, Kiwior, Bereszynski – Kaminski, Krychowiak, Zalewski (46. Bielik), Zielinski (88. Milik), S. Szymanski (72. Frankowski) – Lewandowski

Tore: Fehlanzeige

Besondere Vorkommnisse: Ochoa pariert Elfmeter (58. Lewandowski)

(Photo by ANDREJ ISAKOVIC/AFP via Getty Images)

Steven Busch

Die Außenristpässe eines Tomás Rosicky entfachten seinen Enthusiasmus für den Fußball und die Affinität zu den schwarzgelben Borussen aus dem Ruhrgebiet. WM-Held Mario Götze brach ihm mit dem Wechsel in den Süden der Republik einst sein Fanherz und der Glaube an die Fußballromantik musste leiden. Wenn sein persönlicher Traum von der professionellen Fußballkarriere schon platzen musste, entschied er sich dem Sport aus journalistisch-kritischer Perspektive erhalten zu bleiben.

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