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90PLUS » Acht Sekunden, zehn Sekunden, eine Auszeit weniger: Die neuen Regeln der WM
WM 2026

Acht Sekunden, zehn Sekunden, eine Auszeit weniger: Die neuen Regeln der WM

Klaus Hürbl
10.06.26, 18:49
Klaus Hürbl
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Pierluigi Collina redet über die WM
Foto: Getty Images

Bei dieser WM gilt ein ganzes Paket neuer Regeln — von der Acht-Sekunden-Grenze für Torhüter bis zum Verbot der taktischen Verletzungspause. Die meisten zielen auf eines: weniger Zeitspiel. Ein nüchterner Blick auf Änderungen, die das Spiel mehr verschieben könnten, als ihre Beiläufigkeit vermuten lässt.

Beschlossen hat sie das International Football Association Board, in Kraft sind sie für das Turnier. Wer einen Wetteinsatz auf Eckbälle oder Karten kalkuliert, sollte sie kennen — denn einige greifen direkt in die Statistik ein, die solche Märkte speist.

Was konkret gilt

Belegt und offiziell ist das Kernpaket. Hält ein Torhüter den Ball länger als acht Sekunden, gibt es künftig Eckball statt indirektem Freistoß; der Schiedsrichter zählt die letzten fünf Sekunden mit erhobener Hand sichtbar herunter. Bei Einwürfen und Abstößen läuft ebenfalls ein Fünf-Sekunden-Countdown. Ausgewechselte Spieler müssen das Feld binnen zehn Sekunden verlassen, sonst wartet der Ersatz eine Minute. Der Videobeweis darf nun auch bei klar falscher zweiter Gelber Karte, bei Spielerverwechslung und bei zu Unrecht gegebenem Eckball eingreifen. Hinzu kommen das Verbot, eine gegnerische Verletzung — etwa eines Torwarts — als inoffizielle Auszeit am Spielfeldrand zu nutzen, verpflichtende Trinkpausen und die Empfehlung, dass nur der Kapitän mit dem Schiedsrichter spricht.

Wo die Verschiebung sitzt

Aus der Logik des Bewertens heraus ist die Acht-Sekunden-Regel die interessanteste. In den Testläufen wurde sie laut IFAB in Hunderten Spielen nur viermal geahndet — der Sinn ist nicht die Strafe, sondern die Abschreckung. Wirkt sie, beschleunigt sich das Spiel, und die neue Sanktion Eckball erzeugt potenziell mehr Standardsituationen als der frühere indirekte Freistoß. Mehr Ecken, weniger Leerlauf, seltenere krasse Fehlentscheidungen durch den erweiterten Videobeweis: Das sind kleine, aber messbare Effekte auf Spielfluss und Ergebnisstruktur.

Was die Regeln nicht entscheiden

An dem Paket ist die Absicht klar, die Wirkung offen. Regeln, die zu Saisonbeginn streng gepfiffen werden, geraten erfahrungsgemäß im Lauf der Zeit in Vergessenheit — ob die Acht-Sekunden-Grenze über fünf Wochen konsequent bleibt, ist die eigentliche Frage. Für die nüchterne Betrachtung gilt: Diese Änderungen verschieben Wahrscheinlichkeiten am Rand — ein paar Ecken mehr, ein paar Fehlentscheidungen weniger. Das Turnier entscheiden sie nicht. Aber sie verändern leise die Zahlen, auf die sich mancher Markt stützt.

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