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90PLUS » Baustellen Kongo und Iran: WM-Probleme vor dem Auftakt
WM 2026

Baustellen Kongo und Iran: WM-Probleme vor dem Auftakt

90PLUS
26.05.26, 12:14
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Gianni Infantino, WM
Foto: Getty Images

Die USA verweigern der iranischen Nationalmannschaft offenbar die Beherbergung, dem Team der Demokratischen Republik Kongo droht eine Isolation von 21 Tagen: Zweieinhalb Wochen vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft stehen gleich hinter zwei Teilnehmernationen dicke Fragezeichen. Im Nahostkrieg scheint trotz der andauernden Verhandlungen nach dem erneuten US-Angriff im Süden Irans kein Ende in Sicht, bei der Quartierswahl gab es nun schon erste Konsequenzen.

Das Team Melli weicht von Tucson im US-Bundesstaat Arizona in die mexikanische Grenzstadt Tijuana aus – weil es in den Vereinigten Staaten wohl nicht erwünscht ist. „Die USA wollen nicht, dass sich die iranische Nationalmannschaft auf ihrem Territorium niederlässt“, sagte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum. Der Iran habe „daher gefragt: ‚Können sie sich in Mexiko niederlassen?‘ Wir haben geantwortet: ‚Ja, kein Problem.'“

Die FIFA bestätigte am Montagabend offiziell den kurzfristigen Umzug in die für Drogenbanden und Waffenschmuggel bekannte mexikanische Millionenstadt, trainiert wird im Centro Xoloitzcuintle. Laut Sheinbaum arbeiten die mexikanischen Behörden derzeit mit dem Weltverband die Details des Aufenthalts aus. Die FIFA muss noch einige Probleme lösen, damit tatsächlich alle qualifizierten 48 Teilnehmer beim XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada auch antreten.

WM 2026: Noch gibt es offene Fragen

Zum einen gibt es für das iranische Team immer noch offene Visa-Fragen, nachdem am vergangenen Donnerstag einige Spieler im Rahmen des Türkei-Trainingslagers in der US-Botschaft in Ankara ihre Anträge eingereicht hatten. Zum anderen wird während des Turniers sicher auch eine Beherbergung in den Vereinigten Staaten nötig sein. Schließlich spielt das Team Melli sowohl gegen Neuseeland (16. Juni) als auch gegen Belgien (21. Juni) in Los Angeles und muss dann zum Vorrundenabschluss in Seattle gegen Ägypten (27.6.) ran.

Kaum vorstellbar, dass die Mannschaft zu diesen Partien immer erst kurzfristig am Spieltag anreist und unmittelbar danach schon wieder ins Base Camp nach Tijuana zurückkehrt. Außerdem bleibt die Frage, ob eine Teilnahme überhaupt im Sinne des Regimes in der Heimat ist. Rund um die WM-Partien drohen schließlich unvorteilhafte Bilder, falls es zu Demonstrationen und Protesten kommt. Ein freiwilliger Rückzug scheint weiter nicht ausgeschlossen.

Problematisch ist auch die Situation der Demokratischen Republik Kongo. Wegen des Ebola-Ausbruchs in ihrer Heimat soll sich die Nationalmannschaft nach Angaben der US-Regierung vor der WM für 21 Tage in Isolation begeben. Wenn das Team in die USA einreisen wolle, müssten sich alle Mitglieder für drei Wochen in einer „Blase“ isolieren, sagte der WM-Verantwortliche des Weißen Hauses, Andrew Giuliani.

Das Team der DR Kongo will sein Quartier bei der zweiten WM-Teilnahme nach 1974 (als Zaire) eigentlich ab dem 11. Juni in der US-Metropole Houston aufschlagen. Oberste Priorität habe die „Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung, der teilnehmenden Teams und der Millionen Fans“, sagte Giuliani. Da sich weder Trainer Sébastien Desabre oder ein nominierter Spieler zuletzt in der Heimat aufgehalten hatten, dürfte das Problem aus Mannschaftssicht aber lösbar sein.

Lediglich auf eigene Fans wird die DR Kongo wohl verzichten müssen.

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