Belgien ist mit einem 1:1 gegen Ägypten in das Turnier gestartet — ein Ergebnis, das die hohen Erwartungen an die Mannschaft nicht erfüllt. Vor dem zweiten Gruppenspiel gegen den Iran am Sonntag mehren sich die Fragezeichen hinter einer Auswahl, die als Mitfavorit auf einen tiefen Lauf galt.
Der Fehlstart
Das Remis gegen Ägypten war ein Spiegel der belgischen Schwierigkeiten. Die Mannschaft geriet durch einen frühen Treffer von Emam Ashour in Rückstand und kam erst spät zum Ausgleich — der zudem als Eigentor des Ägypters Mohamed Hany gewertet wurde, kurz nachdem Romelu Lukaku eingewechselt worden war. Ein Mitfavorit, der gegen einen afrikanischen Vertreter einen Punkt abgeben muss und dafür auch noch auf ein Eigentor angewiesen ist, hat sich seinen Auftakt anders vorgestellt.
Das Muster
Aus der Logik des Bewertens heraus ist Belgiens Problem nicht neu. Die einst als „goldene Generation“ gefeierte Mannschaft befindet sich seit Jahren in einem Übergang, in dem die großen Namen der vergangenen Dekade nicht vollständig ersetzt sind. Das Resultat ist eine Auswahl mit individueller Qualität, aber ohne die Durchschlagskraft, die ihr Ruf verspricht. Gegen Ägypten zeigte sich genau diese Lücke zwischen Anspruch und Ertrag.
Was folgt
Das Spiel gegen den Iran am Sonntag ist damit früher ein Test als geplant. Eine Mannschaft, die in derselben Gruppe schon Punkte liegen ließ, kann sich keinen zweiten Stolperer leisten, ohne in die Rechenspiele um die besten Drittplatzierten zu rutschen. Die nüchterne Erwartung bleibt, dass Belgiens Klasse über die Gruppenphase trägt — aber der Auftakt hat gezeigt, dass diese Klasse derzeit weniger verlässlich abrufbar ist, als der Favoritenstatus suggeriert. Der Druck, der vor dem Iran-Spiel wächst, ist selbst gemacht.

