Deutschland geht mit sechs Punkten in das abschließende Gruppenspiel gegen Ecuador und gewinnt die Gruppe E, sofern es nicht mit zwei Toren Unterschied verliert. Was nach Formsache klingt, ist im neuen Format eine Weichenstellung mit Folgen bis ins Halbfinale.
Die Rechnung in Gruppe E
Nach dem 7:1 gegen Curaçao und dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste steht Deutschland bei sechs Punkten und an der Tabellenspitze. Ecuador, mit einem Punkt aus dem 0:0 gegen Curaçao und der Niederlage gegen die Elfenbeinküste, müsste mit zwei Toren Unterschied gewinnen, um Deutschland noch vom ersten Platz zu verdrängen. Die Elfenbeinküste wiederum kann mit einem Sieg gegen Curaçao nachziehen. Für Deutschland genügt also ein Unentschieden oder eine knappe Niederlage, um die Gruppe zu gewinnen.
Der Unterschied zwischen Erstem und Zweitem
Hier liegt der eigentliche Einsatz. Als Gruppensieger bestreitet Deutschland die Partie 74 gegen einen Gruppendritten und bliebe auf jenem Ast des Tableaus, an dessen Ende im Achtelfinale der Sieger der Gruppe I — Frankreich oder Norwegen — warten könnte. Als Gruppenzweiter dagegen träfe Deutschland bereits in der Runde der letzten 32 auf den Zweiten der Gruppe I, also auf den Verlierer des Duells Frankreich gegen Norwegen. Beide Wege führen zu Schwergewichten, aber zu unterschiedlichen und in unterschiedlicher Reihenfolge.
Der Einsatz
Aus der Logik des Bewertens heraus ist die Sache klar: Der Gruppensieg ist im 48er-Format kein Prestigeobjekt, sondern eine Steuerungsgröße. Wer Erster wird, schiebt das Aufeinandertreffen mit einem anderen Schwergewicht eine Runde nach hinten und behält die Kontrolle über den eigenen Pfad. Nagelsmanns Mannschaft hat es gegen Ecuador in der eigenen Hand — und sie sollte das Spiel ernster nehmen, als die Ausgangslage suggeriert. Der scheinbar bedeutungslose letzte Gruppenauftritt entscheidet mit darüber, wie schwer die Wochen danach werden.

